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Kurs 42110 (C-Modul 32531)

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Preisbildung auf unvollkommenen Märkten und allgemeines Gleichgewicht (Imperfect Competition and General Equilibrium Theory)

Autoren/innen: Endres / Martiensen
SWS: 6 , 300 KS , WS/SS
Prüfung: Klausur

Betreuung:

Hinweis: Der Kurs 42110 ist ab WS 2010/11 Wahlmodul für die Kernfächer AVWL bzw. VWT. Die bisherigen AVWL bzw. VWT Kurse 41731 bzw. 41730 haben keine Schnittmengen mit dem Kurs 42110. Eine Neubelegung zur Vorbereitung auf die Klausur wird dringend empfohlen.

Kurzbeschreibung

Lehrform und Kurse des Moduls:

Das Modul gliedert sich in drei Kurseinheiten zu folgenden Inhalten:

  • Oligopolistische Märkte (120 h)
  • Netzwerkmärkte (80 h)
  • Allgemeines Gleichgewicht (100 h)

Alle Kurseinheiten enthalten eine große Zahl von Übungsaufgaben und Kontrollfragen sowie Lösungshinweise bzw. Musterlösungen zu diesen Aufgaben. Außerdem steht (als Bestandteil des Moduls 31041 (Theorie der Marktwirtschaft)) ein Glossar zur Verfügung, welches alle Fachbegriffe des Moduls 32531 umfasst. Die Studierbarkeit des Textes wird durch didaktische Elemente wie Marginalien, Hervorhebungen wichtiger Aussagen und weitere grafische Gestaltungsformen weiter erhöht.

Verwendbarkeit und Studiensemester:

Masterstudiengang Wirtschaftswissenschaft im 1.- 3. Semester

Diplomstudiengang Wirtschaftswissenschaften: Teilmodul des Schwerpunktfachs Umwelt- und Institutionenökonomik (16 SWS) sowie Wahlmodul für die Kernfächer AVWL bzw. Volkswirtschaftstheorie (ab WS 2010/11).

Voraussetzungen für die Vergabe von Leistungspunkten:

Die Leistungspunkte werden vergeben, wenn die Prüfungsklausur bestanden worden ist. Voraussetzung für die Klausurteilnahme ist das Bestehen mindestens einer von zwei Einsendearbeiten.

Qualifikationsziele:

Mit dem Modul sollen im Wesentlichen folgende Qualifikationsziele verfolgt werden:

  1. Die Studierenden lernen, dass die im Bachelorstudiengang behandelten Marktformen der vollkommenen Konkurrenz und des Monopols Grenzfälle sind, innerhalb deren die in der Realität vorhandenen Märkte angesiedelt sind. Auf vielen Märkten betrachten die Marktteilnehmer weder die Preise als gegeben, noch kann ein einzelner Anbieter die gesamte Nachfrage auf dem relevanten Markt alleine befriedigen. Vielmehr berücksichtigen sie bei ihren eigenen Entscheidungen die hierdurch ausgelösten Entscheidungen ihrer Konkurrenten. Die Studierenden erkennen, dass die Interdependenz der Entscheidungen der Anbieter (bzw. der Nachfrager im Falle eines Nachfrageoligopols) von fundamentaler Bedeutung für die Analyse derartiger Märkte ist.
  2. Die Studierenden lernen, dass zur Modellierung dieser Interdependenz grundsätzlich dynamische Modelle erforderlich sind, dass aber auch eine statische Modellierung bereits wichtige Erkenntnisse liefern kann. Sie erfahren, dass eine dynamische Modellierung am zweckmäßigsten mit Hilfe der Spieltheorie erfolgt. Die Struktur einer derartigen Modellierung lässt sich dabei bereits mit Hilfe einiger Grundbegriffe der Spieltheorie formulieren, ohne dass eine tiefer gehende spieltheoretische Analyse erforderlich wäre.
  3. Die Studierenden erkennen, dass Oligopolmärkte bestimmte wohlfahrts­theoretische Implikationen aufweisen, welche ein Eingreifen des Staates als sinnvoll erscheinen lassen können. Ziel derartiger Eingriffe ist eine Steigerung der allokativen Effizienz der Märkte mit Hilfe wettbewerbspolitischer Maßnahmen.
  4. Die Studierenden erkennen, dass Märkte auch dann „versagen“ können, wenn die Marktteilnehmer die Preise als gegeben betrachten. Ein derartiger Fall liegt vor, wenn es sich bei den gehandelten Gütern um Netzwerkgüter handelt. Sie lernen, dass die Technik der Netzwerkanalyse stets anwendbar ist, wenn der Nutzen eines Gutes auch davon abhängig ist, wie groß die insgesamt nachgefragte Menge dieses Gutes ist.
  5. Die Studierenden erkennen, dass der Marktmechanismus bei Abwesenheit von „Marktversagen“ nicht nur zu einer optimalen Allokation auf einzelnen, isolierten Märkten, sondern zugleich auch zu einer optimalen Allokation auf allen Märkten einer Volkswirtschaft zusammen führt. Sie lernen den Aussagegehalt und den Aussagewert der beiden Hauptsätze der Wohlfahrtstheorie abzuschätzen und das Unmöglichkeitstheorem von Arrow auf die Frage nach der optimalen Allokation in einer Gesellschaft anzuwenden.

Inhalte:

Dieses Modul beschäftigt sich einerseits mit der Funktionsweise einzelner, unvollkommener Märkte, andererseits mit der Funktionsweise eines Systems von vollkommenen Märkten.

Oligopolistische Märkte (120 h)

Diese Kurseinheit gliedert sich in fünf Abschnitte.

In Abschnitt 1 wird der fundamentale Unterschied zu den im Modul „Theorie der Marktwirtschaft“ behandelten Marktformen der vollkommenen Konkurrenz und der des Monopols behandelt und die Struktur von Oligopolmodellen erläutert.
In Abschnitt 2 werden statische Modelle des Mengen- und des Preisoligopols jeweils getrennt für homogene und heterogene Güter sowie ein zweistufiges Modell von Kreps/Scheinkman behandelt. Letzteres fasst das Preis- und das Mengenoligopol in einem Modell zusammen.
In Abschnitt 3 werden dynamische Oligopolmodelle mit Methoden der Spieltheorie analysiert. Die Analyse beschränkt sich dabei auf die Grundstruktur dieser Modelle und eine Diskussion der Ergebnisse, ohne die spieltheoretische Analyse explizit durchzuführen.
In Abschnitt 4 werden die statische und dynamische Effizienz von Oligopolen und in Abschnitt 5 die daraus folgenden wettbewerbspolitischen Konsequenzen diskutiert.

Netzwerkmärkte (80 h)

Netzwerkmärkte sind Märkte, auf denen Netzwerkgüter gehandelt werden. Netzwerkgüter erzeugen direkte oder indirekte externe (meistens positive) Effekte beim Konsum. Zu den bereits im Rahmen der Oligopolmodelle behandelten absatzpolitischen Instrumenten: Preis, Qualität und Werbung tritt jetzt die Kompatibilitätsentscheidung hinzu. Im Rahmen der Kurseinheit wird untersucht, unter welchen Bedingungen es zu einem Kompatibilitätsgleichgewicht kommt und ob dieses Gleichgewicht Pareto-optimal ist. Die formale Analyse einiger spezieller Netzwerke wird durch eine verbale Analyse einer Reihe weiterer streckengebundener und imaginärer Netzwerke ergänzt.

Allgemeines Gleichgewicht (100 h)

Der Kurs Allgemeines Gleichgewicht gliedert sich in drei Abschnitte.
Im ersten Abschnitt wird das Modell einer reinen Tauschwirtschaft behandelt. Hierzu werden sowohl das Edgeworth- Modell als auch das Walras-Modell herangezogen.
In Abschnitt zwei wird dieses Modell um die Möglichkeit der Produktion erweitert. Die Analyse wird an Hand eines „zwei-Konsumenten-zwei-Produzenten-zwei-Faktoren-­zwei-Güter-Modells“ durch­geführt.
Ab­schnitt drei beschäftigt sich mit der Frage, ob sich allgemeine Kriterien dafür angeben lassen, welches der möglichen Pareto-optimalen Gleichgewichte eine Gesellschaft auswählen sollte, wenn sie das Ziel verfolgt, ihre Wohlfahrt zu maximieren.

Voraussetzungen für die Teilnahme:

Beherrschung der Grundlagen der mikroökonomischen Theorie, wie sie in den Modulen "Theorie der Marktwirtschaft" und "Marktversagen" oder in den gängigen Lehrbüchern der Mikroökonomie vermittelt wird.
Beherrschung der Differenzialrechnung in einem Umfang, wie sie in den gängigen Lehrbüchern zur "Mathematik für Ökonomen" oder in den A-Modulen 31101: Grundlagen der Wirtschaftsmathematik und Statistik sowie 32741: Vertiefung der Wirtschaftsmathematik und Statistik der FernUniversität Hagen behandelt wird.

Literatur:

Der Kurs basiert auf dem Buch von

  • Endres, A. und Martiensen, J. (2007). Mikroökonomik: Eine integrierte Darstellung traditioneller und moderner Konzepte in Theorie und Praxis. Stuttgart: Kohlhammer.

Die als Voraussetzung angegebenen Module finden Sie ebenfalls in diesem Buch. Übungsaufgaben der Module finden Sie auch in

  • Martiensen, J. und Rundshagen, B. (2007). Mikroökonomik - Übungsbuch. Stuttgart: Kohlhammer.

Ebenfalls empehlenswert zur Auffrischung der Grundlagen und Nachbearbeitung des Kurses sind u.a. folgende Lehrbücher:

  • Feess, E. (2004): Mikroökonomie. Eine spieltheoretisch- und anwendungsorientierte Einführung. 3. Aufl. Marburg: Metropolis Verl.
  • Pindyck, R. S. und Rubinfeld, D. L. (2007): Mikroökonomie. 6. Aufl. München: Pearson Studium.
  • Varian, H. R. (2007): Grundzüge der Mikroökonomik. 7. überarb. und verb. Aufl. München: Oldenbourg.

Als weiterführende Literatur zur Netzwerkökonomik empfiehlt sich:

  • Shy, O. (2001). The economics of network industries. Cambridge: Cambridge Univ. Press.

09.02.2012
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, LST VWL, insb. Wirtschaftstheorie, 58084 Hagen, Tel.: +49 2331 987-4451