Wortfigur: Parallelstellung syntaktisch entsprechender Satzglieder

Bei den relevanten Satzgliedern handelt es sich entweder um einander entsprechende Einzelwörter in einander entsprechenden Wortgruppen oder um einander entsprechende Satzteile oder Sätze in Sätzen oder Satzperioden.

Der Parallelismus stimmt weitgehend mit dem Isó-kolon (= gleich-teilig) der traditionellen Rhetorik überein.

Immer verstärkt der Parallelismus die Strukturierung und somit die Prägnanz des Gesagten. Mit dem Parallelismus lassen sich gleichwohl Identisches, Gegensätzliches, Reihendes und sich Steigerndes ausdrücken. Letzteres geschieht vor allem mit dem dreigliedrigen Parallelismus, dem sogenannten Trí-kolon (=drei-teilig).

Der syntaktisch definierte Parallelismus ist natürlich mit Wiederholungsfiguren kombinierbar, die auf einer andersartigen Äquivalenz basieren, so z.B. mit dem phonetisch bestimmten Homoioteleuton (= gleich endend), das eine Endungsgleichheit entsprechender Satzglieder vorsieht, oder mit dem Reim in der Versrede.

Pendant zum Parallelismus ist der Chiasmus, wo syntaktisch entsprechende Satzglieder nicht parallel, sondern überkreuzt zueinander stehen.

(Durch eine bestimmte Kombination lassen sich Parallelismus und Chiasmus durch Wechseln der Ebenen von Syntax und Semantik zu komplexeren Figuren dieser Art verknüpfen, indem entweder ein syntaktischer Parallelismus mit einem semantischen Chiasmus oder ein syntaktischer Chiasmus mit einem semantischen Parallelismus verknüpft wird.)

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