Onlineveranstaltung zum Modul 3b

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Datum/Zeit
Datum: 15.01.2022
10:00 - 18:00

Dozent/in
Prof. Robert Gaschler

Ort
Online

An- und Abmeldung
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Kategorien


Das Problem serieller Ordnung

Inhalt: Die Veranstaltung vertieft einen in der Biologischen Psychologie aber auch hinsichtlich Lernen relevanten Aspekt, um dadurch das Verständnis von Informationsverarbeitung und Verhaltenssteuerung zu erweitern: Unser Gehirn arbeitet zwar weitgehend parallel. Dennoch können Reihenfolgen präzise gespeichert und ausgeführt werden (vgl. Houghton & Hartley, 1995; Schuck & Gaschler, 2015). Lashley hat bereits 1951 in dem Artikel „The Problem of Serial Order in Behavior“, darauf hingewiesen, dass die Frage danach, wie ein parallel arbeitendes Gehirn es schaffen kann, Reihenfolgen zu lernen und zu produzieren, zentral für das Verständnis der neuronalen und kognitiven Grundlagen von Verhalten ist. Reihenfolgen sind zentral für einen Großteil des Verhaltens (z.B. Fortbewegung, Musizieren, Sprechen, Greifen, Tee trinken,…). Einen Einstieg ins Thema bieten  u.a. Gaschler und Schuck (2015). Dazu, wie es möglich ist, trotz paralleler Aktivierung von Elementen (z.B. der Buchstaben des zu tippenden Wortes „Wort“), die korrekte Reihenfolge zu produzieren, machen unterschiedliche Theorien zur Repräsentation serieller Ordnung unterschiedliche Annahmen. Kernaspekte möglicher Theorien werden in Houghton und Hartley (1995) zusammenfassend dargestellt. Ihre Stärken und Lücken werden u.a. mit Bezug darauf erläutern, ob sie bestimmte Typen von Tippfehlern erklären können oder nicht.

Methoden: Die Veranstaltung ist ein Onlineseminar mit interaktiven Elementen. In Vorbereitung auf die Veranstaltung investieren die Studierenden insgesamt 10-15 Stunden in Literaturstudium und eine kurze Ausarbeitung zum Thema. Die Ausarbeitung muss eine Woche vor der Veranstaltung in Moodle hochgeladen werden. Die genaue Aufgabenstellung wird nach der Platzvergabe übermittelt. In der Veranstaltung referiert der Dozent eingangs Hintergründe zu den in den / durch die Ausarbeitungen aufgeworfenen Fragen. Die Auseinandersetzung mit den Theorien zur Repräsentation und Steuerung serieller Ordnung erfolgt zudem in einem Wechselspiel von Kleingruppen-Arbeit und Diskussion im Plenum. Dabei werden einige der in Houghton und Hartley (1995) zusammengefassten Modellvorstellungen erarbeitet.

Literatur

Ebbinghaus, H. (1885/1913). Über das Gedächtnis [Memory: A contribution to experimental psychology] (Henry A. Ruger & Clara E. Bussenius, Trans.). Retrieved from http://psychclassics.yorku.ca/Ebbinghaus/index.htm (Original work published 1885) [es gibt auch die deutsche Originalversion online als PDF. Besonders interessant ist Kapitel 9. https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/ebbinghaus_gedaechtnis_1885]

Gaschler, R. & Schuck, N. W. (2015). Bitte drängeln, dann geht alles schön der Reihe nach – wie wir Reihenfolgen abspeichern und wiedergeben. InMind, 4: http://de.in-mind.org/article/bitte-draengeln-dann-geht-alles-schoen-der-reihe-nach-wie-wir-reihenfolgen-abspeichern-und

Houghton, G. & Hartley, T. (1995). Parallel models of serial behavior: Lashley Revisited. Psyche, 2, 1-25. https://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.328.1102&rep=rep1&type=pdf

Lashley, K. S. (1951). The problem of serial order in behavior. In L. A. Jeffress (Ed.), Cerebral mechanisms in behavior (pp. 112-136).  New York: Wiley. http://languagelog.ldc.upenn.edu/myl/Lashley1951.pdf

 

Zielgruppe: Die Präsenzveranstaltung richtet sich an Studierende im B.Sc. Psychologie, die in diesem Semester das Modul 3b bearbeiten und planen, die Prüfung abzulegen.

 

 

 

 



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