Lehrgebiet Allgemeine Bildungswissenschaft
Institut für Bildungswissenschaft und Medienforschung


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Forschungsprojekte

DFG-Projekt – Erziehungswissenschaft im Bologna-Prozess. Strategien und leitende Orientierungen bei der Reform der Hauptfachstudiengänge

Das Forschungsprojekt stellt die Frage in den Mittelpunkt, welche Veränderungen mit der Hochschulreform im Zuge des Bologna-Prozesses für die deutsche Erziehungswissenschaft auf der Ebene ihrer institutionellen Organisation einhergegangen sind und wie sich dadurch das Erscheinungsbild der Disziplin verändert hat. Ausgangspunkt sollen dabei die erziehungswissenschaftlichen Hauptfachstudiengänge als zentrales Element der Rekrutierung eines disziplinbezogenen wissenschaftlichen Nachwuchses und damit der disziplinären Selbstreproduktion sein. In einem ersten Schritt soll auf der Basis einer Bestandsaufnahme aller in erziehungswissenschaftlicher Verantwortung angebotener Hauptfachstudiengänge sowie einer Kontrastierung dieser mit der Situation in der Soziologie die aktuelle Ausbildungslandschaft sowie die Spezifika des erziehungswissenschaftlichen Weges in diesem Reformprozess erfasst werden. In einem zweiten Schritt sollen die Standortbedingungen erhoben werden, unter denen die Einführung der neuen Studiengänge erfolgt ist, um der Frage nachgehen zu können, ob sich aus der unterschiedlichen Ausstattung der Standorte mit institutionalisiertem wissenschaftlichen Kapital (z.B. Personal, Drittmittel, Stellenwert des Fachs an der Hochschule) differente Umgangsweisen mit den Anforderungen des Reformprozesses ergeben. Ziel dieser beiden ersten Schritte ist die Darstellung des aktuellen Spektrums unterschiedlicher erziehungswissenschaftlicher Studienprogramme in Abhängigkeit von den Spezifika der jeweiligen Hochschulstandorte, die in einer entsprechenden Typologie münden soll. In einem dritten Schritt soll dann schließlich über vornehmlich qualitative Zugänge eine Rekonstruktion des Prozesses der Einführung der neuen Studienkonzeptionen an verschiedenen (typischen) Standorten vorgenommen und nach den disziplininternen und disziplinexternen Bedingungen ihrer Implementierung gefragt werden. Im Zentrum stehen dabei die Veränderungen im Vergleich zur Situation vor der Studienreform und die diese determinierenden Strategieprozesse und leitenden Orientierungen an den einzelnen erziehungswissenschaftlichen Hochschulstandorten.

This project mainly focuses on the question what kind of changes result from the Bologna Process. In particular: what are the consequences of this reform for Educational Science in the shape of their institutional organization and in which way it changed the appearance of this discipline. The objects of research are the education-scientific academic programmes at German universities considered as a key element in recruiting discipline-related academics and therefore the disciplinary self-reproduction.
As a first step, a survey of ongoing study programmes of Educational Science has to be implemented. In addition, a comparison with sociological study programmes should be carried out to show whether the changes resulting from the academic reform are general or specific for Educational Science. A second step is to analyze the contextual conditions at the universities which accompanied the introduction of the new programmes. The aim of this step is to examine whether different endowment with institutionalized scientific capital (such as staffing, external funding or the status of the discipline at university) generates different ways to deal with the requirements of the reform process.
These two first steps are intended to give an account of the current spectrum of Educational Science study programmes according to the specifics of different university settings and should result in a corresponding typology.
The third and last step is based on qualitative research methods and focuses the reconstruction of the processes of implementation and their internal and external conditions. The changing processes and their underlying strategies and leading orientations should be reconstructed from a stakeholder perspective on different (typical) university settings. The very aim of the project is to reconstruct the internal and external factors that constitute the current situation of the institutional organization in Educational Science in the shape of their academic courses., On the one hand, it thus makes a significant contribution for the long-term monitoring of the discipline. And on the other hand, it highlights the dynamics embedded in the academic reform that might be responsible for a shift in the disciplinary power relations. Not least these can document themselves in the academic courses which are key elements of disciplinary self reproduction.

Publikationen:

Grunert, Cathleen (2012): Erziehungswissenschaft im Spiegel ihrer Studiengänge. Die Studienreform und ihre Folgen für die Disziplin. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft 15, H. 3, S. 573–596

Grunert, Cathleen/Ludwig, Katja/Radhoff, Melanie/Ruberg, Christiane (2016): Studiengänge und Standorte. In: Koller, H.-C./Faulstich-Wieland, H./Weishaupt, H./Züchner, I. (Hrsg.): Datenreport Erziehungswissenschaft 2016. Opladen u.a. 2016, S. 19-70 Volltext

Grunert, Cathleen/Ludwig, Katja (2016): Disziplinen im Wandel? Erziehungswissenschaft und Soziologie im Bologna-Prozess. In: Zeitschrift für Pädagogik (2016), H. 6, S. 886-908

Grunert, Cathleen/Ludwig, Katja (2016): Labels matter!? Erziehungswissenschaftliche Studiengänge in der Bologna-Reform. In: Bildung und Erziehung 69, (2016), H. 4, S. 449-466

Grunert, Cathleen/Ludwig, Katja (2016): Educational Science in Germany: Changes in the Mode of Studying and in the Status of the Discipline as a Result of the Bologna Reform. In: NAUKI O WYCHOWANIU. STUDIA INTERDYSCYPLINARNE 2, (2016), H. 3, S. 180-198.

Laufzeit: 2014-2018


Jugend in peripherisierten Sozialräumen – Zur bildungsbiographischen Bedeutung von Raumkonstruktionen Jugendlicher

In diesem Projekt wird der Frage nachgegangen, inwiefern und in welcher Form sich Pädagogisierungs- und Institutionalisierungsprozesse der Jugendphase in Jugendbiographien in peripherisierten ländlichen Räumen niederschlagen und wie sich Jugendliche in einer solchen Region auf Prozesse der
Verinselung ihrer Lebenswelt beziehen. Dabei stehen die Interdependenzen jugendlicher Raumaneignung und funktionaler Zuschreibungen und Normierungen dieser Räume im Zentrum. In den bisherigen Auswertungen zeigt sich, dass sich in diesem Wechselverhältnis differente Formen der Aneignung, Auseinandersetzung und bildungsbiographischen Bedeutung von institutionalisierten und nichtinstitutionalisierten Handlungsräumen abbilden lassen, die als räumliche Konstruktionsprozesse in
den weiteren Auswertungen noch stärker in ihrer bildungstheoretischen Bedeutung fokussiert werden sollen.
Erhoben wurden 29 biographisch-narrative Interviews sowie Leitfadeninterviews mit Jugendlichen und darüber hinaus 13 leitfadengestützte Interviews mit Akteuren pädagogischer Institutionen in einer peripherisierten ländlichen Region in Ostdeutschland. Diese wurden durch eine Fragebogenerhebung ergänzt. Ausgewertet werden die Interviews in Anlehnung an die Dokumentarische Methode, um handlungsleitende Orientierungen der Herstellung jugendlicher Handlungsräume und deren bildungsbiographische Bedeutung zu rekonstruieren.

Publikationen:

Ludwig, Katja (2016): Jugend in der Peripherie. Zur Rekonstruktion jugendlicher Handlungsräume in einer schrumpfenden ländlichen Region am Fallbeispiel Melanie. In: Makrinus, L./Otremba, K. M./Rennert, C./Stoeck, J. (Hrsg.): (De)Standardisierung von Bildungsverläufen und -strukturen. Neue Perspektiven auf bildungsbezogene Ungleichheit. Wiesbaden: VS Verlag, S. 183−201.

Grunert, Cathleen/Ludwig, Katja (2017): Raumhandeln Jugendlicher als empirische Herausforderung. Eine exemplarische Skizze am Beispiel öffentlicher Räume (zusammen mit C. Grunert). In: Österreichisches Religionspädagogischen Forum 25 (2017), H. 1 (Lebenswelten und Religiosität Jugendlicher), S. 28-37. Volltext


Jugendphase zwischen Flucht und Neuanfang – eine qualitative Untersuchung zu Jugendlichen in Flüchtlingsunterkünften

Weltweit sind über 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Menschen fliehen vor Kriegen, politischen Unruhen und Konflikten, Verfolgung aufgrund von Zugehörigkeit zu einer bestimmten Bevölkerungsgruppe oder Lebensweise, aber auch angesichts von Armut und Naturkatastrophen. Ein erheblicher Anteil der Menschen auf der Flucht ist minderjährig. Viele dieser Kinder und Jugendlichen leben als Binnenvertriebene in Flüchtlingslagern in ihrem Herkunftsland oder einem angrenzenden Nachbarland. Nur wenigen gelingt die Flucht nach Europa und nach Deutschland. Der Großteil der Kinder und Jugendlichen flüchtet in Begleitung ihrer Familien, nur eine verhältnismäßig kleine Zahl der in Deutschland Ankommenden reist alleine ein. Schätzungen zufolge leben ungefähr 300.000 minderjährige Geflüchtete in Deutschland und die Tendenz ist weiter steigend (vgl. Bundesjugendkuratorium 2016). Rechtliche, strukturelle und institutionelle Rahmenbedingungen prägen die Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen, die nach Deutschland geflohen sind. Allerdings bestehen im Wissen über die Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen noch erhebliche Lücken. Im Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses des Projektes stehen deshalb die Exploration der Lebenslagen Jugendlicher in deutschen Flüchtlingsunterkünften sowie die Analyse der biografischen Besonderheiten einer Jugendphase im Kontext von Flucht und Migration. Ausgehend von der Perspektive der Jugendlichen soll die biografische Bedeutung der Unterbringungs- und Versorgungssituation in Flüchtlingsunterkünften sowie deren Bedeutung im Adoleszenzverlauf rekonstruiert werden.

Promotionsprojekt von MA Kilian Hüfner
gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung


1. Hallesche Jugendstudie

Zum Stellenwert und Nutzungsverhalten außerschulischer städtischer Angebote im Freizeitleben von Kindern und Jugendlichen

Wie verbringen Schüler/innen ihre Zeit außerhalb des Unterrichts? Welche Rollen spielen dabei städtische, schulische und kommerzielle bzw. nichtkommerzielle Angebote? Wie schätzen die halleschen Kinder und Jugendlichen diese Angebote ein? Wie ist das Nutzungsverhalten insbesondere der Angebote, die nach § 11 SGB VIII in der Stadt Halle (Saale) bereitgestellt werden, und in welchem Verhältnis stehen diese zu anderen Angeboten und Aktivitäten für junge Menschen? Was fehlt ihnen an Möglichkeiten inner- und außerhalb der Schule, um ihre Freizeit adäquat zu verbringen?

Dies sind die verschiedenen, zentralen Fragen der ersten Halleschen Kinder- und Jugendstudie, welche in enger Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendbeauftragten der Stadt Halle, dem Stadtjugendring sowie der Jugendhilfeplanung der Stadt Halle vorbereitet und durchgeführt wurde.

Die Befragung richtete sich an Kinder und Jugendliche aus Halle und Umgebung. Berücksichtigt wurden dabei Schülerinnen und Schüler der fünften und neunten Klassen hallescher Schulen. Fünft- und Neuntklässler wurden deshalb als Gruppen für die Untersuchung ausgewählt, da vor dem Hintergrund vorliegender Kinder- und Jugendstudien in diesen Altersgruppen ein unterschiedliches Freizeitverhalten zu erwarten ist. Während die 10- bis 12-Jährigen relativ stark in außerschulische Freizeitangebote, wie etwa Vereine, eingebunden sind, ist mit zunehmendem Alter ein Rückgang der Eingebundenheit in organisierte Freizeitaktivitäten zugunsten einer Zunahme selbstorganisierter und vor allem peerbezogener Unternehmungen zu verzeichnen (vgl. Albert/Hurrelmann/Quenzel 2010; Hurrelmann/Andresen 2013).

Die Untersuchung bezog sich sowohl auf Sekundarschulen als auch auf Gymnasien und Gesamtschulen. Um eine angemessene Verteilung auf die verschiedenen Schulformen und Stadtteile realisieren zu können, in denen auch städtische Freizeitangebote lokalisiert sind, wurde eine Stichprobe aus sechs Schulen gezogen, an denen ca. 600 Kinder bzw. Jugendliche befragt wurden.

Study on the significance of municipal extra-curricular activities for children and youth

How do students spend their spare time after school? Do they frequent municipal, commercial and non-commercial offerings and do they attend extracurricular acitivities at their schools? And how do students evaluate these various opportunities? Do they feel a certain lack of possibilities regarding their leisure time?

In cooperation with different municipal stakeholders the 1st Study of the Youth in the city of Halle/Saale examined about 600 children and youth between 11 and 15 years of age living in Halle/Saale and nearby attending contrasting types of secondary schools ranging from comprehensive schools to grammar schools.

Laufzeit: 2013-2014

Publikationen:

Hallesche Kinder- und Jugendstudie 2014 (zus mit Katja Ludwig/Edina Schneider/Mirko Petrick). Halle 2014


Studierende in MINT-Fächern

Zur Bedeutung von Tutorien für Studierende in der naturwissenschaftlichen Hochschulausbildung

Das Forschungsprojekt „Tutorien für Studentinnen in MINT-Fächern“ wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Gleichstellungsbüro der Universität Halle durchgeführt und von der Universität finanziert. Es basiert auf einer Studierendenbefragung mit Teilnehmern und Teilnehmerinnen studentischer Tutorien in den MINT-Fächern der Universität, die im Sommersemester 2013 oder im Wintersemester 2013/2014 stattfanden.

Seit dem Sommersemester 2011 gibt es an der Universität Halle die Möglichkeit, zweimal jährlich Gelder für Tutorien begleitend zu Lehrveranstaltungen, Seminaren, Praktikum etc. zu beantragen, die unter anderem das Ziel haben, den weiblichen Studierenden einen Möglichkeitsraum für Fragen aller Art bereitzustellen. Grundsätzlich richtet sich das Tutorienangebot an Studentinnen, jedoch ist es auch für männliche Studierende geöffnet.

Die Evaluationsstudie verfolgte primär das Ziel, die grundsätzliche Bewertung der Tutorien aus Sicht der Studierenden aufzuzeigen um somit einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Tutorienangebotes zu leisten.

Dafür wurde eine Fragebogenerhebung durchgeführt, die hauptsächlich online, in einigen Ausnahmen durch eine schriftliche Befragung erfolgte. Anregungen für die Gestaltung des Fragebogens wurden im Rahmen eines Seminares im Masterstudiengang Erziehungswissenschaften erarbeitet.

Students in Natural Sciences

Study on the Significance of Tutorials for Students in Natural Sciences

Since 2011 the University of Halle offers ressources to establish tutorials accompanying classes primarily aiming to advance female students in the area of natural sciences but open for male students either.

In cooperation with the equal opportunities office and financed by the University of Halle we asked participants to evalute these tutorials aiming at further enhancement of the tutorial programme. The study was based on an online survey which was build with the help of students of the MA Educational Science.

Laufzeit: 2013-2014


Evaluationen der Studiengänge der Philosophischen Fakultät III an der Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg aus den Jahren 2009 und 2013

Evaluation of the Study Programme at the „Philosophische Fakultät III“ an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg from 2009 till 2013


DFG-Projekt – Peergroups und schulische Selektion

Interdependenzen und Bearbeitungsformen

Peer Groups and Selection Processes within the Educational System (research funded by the DFG)

Laufzeit: 2005-2011

Mehr zum Projekt


DFG-Projekt – Beruflicher Verbleib, Berufskarrieren und professionelles Selbstverständnis von AbsolventInnen erziehungswissenschaftlicher Hauptfachstudiengänge

Graduates of Educational Science: Careers, Occupation and their Understanding of Professionality (research funded by the DFG)

Laufzeit: 2000-2003