Lehrgebiet Mediendidaktik
Institut für Bildungswissenschaft und Medienforschung


Medialitätsbewusstsein wecken – ohne erhobenen Zeigefinger

Ein Beitrag von Manuela Feldkamp, Pressestelle der FernUniversität, FernUni Plus vom 11.09.2008

Vorlesung der FernUniversität für Schülerinnen und Schüler

Sie sind aus dem Alltag von jungen Leuten nicht mehr wegzudenken: Computerspiele. Die Spielindustrie reagiert auf die steigende Nachfrage mit immer aufwändigeren Entwicklungen. Es ist Aufgabe der Eltern darauf zu achten, dass ihr Nachwuchs nur altersgerechte Angebote rezipiert. „Zum anderen ist es aber auch wichtig, dass die Jugendlichen selbst über ein differenziertes Medialitätsbewusstsein verfügen“, betont Claudia Schrader vom Lehrgebiet Mediendidaktik (Prof. Dr. Theo Bastiaens) der FernUniversität in Hagen. „Wie lernen Computerhelden eigentlich laufen?“ Dieser Frage geht sie deshalb gemeinsam mit ihrem Kollegen Dr. Till Schümmer, Lehrgebiet Kooperative Systeme – Praktische Informatik VI (Prof. Dr. Jörg Haake), in einer gleichnamigen Vorlesung für Schülerinnen und Schüler achter Klassen von Gymnasien und Gesamtschulen nach.

Schrader und Schümmer zeigen darin charakteristische Bestandteile von Computerspielen. Ob Lern- oder reine Unterhaltungsspiele, konzipiert sind sie nach demselben Prinzip. „Die Jugendlichen sollen nicht nur sehen, dass sich die Figuren bewegen. Sie sollen auch verstehen, warum die virtuellen Protagonisten auf Befehle reagieren“, erklärt Schrader.

Die Schülerinnen und Schüler bekommen einen Einblick in relevante Funktionsweisen und ihren technischen Hintergrund. Sie erfahren außerdem, welche Fachgebiete neben der Informatik an der Entstehung von Computerspielen beteiligt sind. „Wir wollen mit unserer Vorlesung dazu anregen, typische Strukturen von Computerspielen und eigene Rezeptionserfahrungen zu reflektieren – ganz ohne erhobenen Zeigefinger.“

Für ihre Dissertation an der FernUniversität will Schrader im Rahmen der Vorlesung außerdem ein neues Lernspiel mit Lerninhalten aus der Physik für achte Klassen testen. „Lernspiele können den Lernprozess fördern. Dazu ist es wichtig, dass sie auf die Bedürfnisse der jugendlichen Zielgruppe ausgerichtet sind.“

Spielend lernen – davon dürften die Schülerinnen und Schüler begeistert sein.