Methode „Intersektionale Analysematrix“

Material: Film, z.B. den Film "Dangerous Minds“ oder eine Präsentation, in der die Matrix einmal exemplarisch vorgeführt wird sowie das Arbeitsblatt. Wenn Sie einen anderen Film passend finden, in dem pädagogische Situationen behandelt werden, in denen wiederum unterschiedliche gesellschaftliche Positionierungen zwischen Pädagog_innen und Jugendlichen eine Rolle spielen, dann nehmen Sie gerne diesen.

Lernziele/Verwendungsmöglichkeiten: Die Methode ist für einen intensiven Auseinandersetzungsprozess geeignet, in dem Pädagog_innen sich unter Berücksichtigung sozialer Positionierungen über das Verhältnis zu der Zielgruppe, mit der sie arbeiten und daraus resultierender produktiver Spannungen klarer werden. Dabei geht es um - Wissen um verschiedene gesellschaftliche Positionierungen und deren Bedeutung für pädagogische Arbeitsdynamiken und –inhalte - Die Analyse der eigene Positionierungen; Einschätzung der Bedeutung von gesellschaftlichen Positionierungen im Verhältnis zur Zielgruppe, mit der gearbeitet wird - Die Pädagog_innen und andere Multiplikator_innen sind in der Lage mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Positionierungen und darin bestehenden Hierarchien umzugehen. Sie ignorieren sie nicht, sondern gehen bewusst mit ihnen um Durchführungsschritte/ Instruktionen (ausführlich) Die „Intersektionale Analysematrix“ erfordert eine ausführliche Einführung, die auf den Kontext angepasst werden kann.

Wir schlagen hier zwei Möglichkeiten vor:

  1. Arbeiten mit dem Film „Dangerous Minds“: Sie zeigen zwei Szenen aus dem Film. Die erste die Eingansszene bis Minute 7. Die Szene handelt davon, wie eine weiße Lehrerin (LouAnn gespielt von Michell Pfeiffer) beginnt in einer „special needs“ Klasse in Los Angelas zu arbeiten. Unterschiedliche gesellschaftliche Positionierungen werden gezeigt: gender, class, race. Eine zweite Szene wird gezeigt, in der LouAnn sich mit einen Schüler (Raul) zu einem „feinen Abendessen“ trifft. Der Rest des Films wird erzählt. Anhand der beiden Filmfiguren demonstrieren sie einmal die Matrix.
  2. Alternativ zum Film können sie die Matrix demonstrativ an der eigenen Person demonstrieren. Füllen Sie als Trainer_innen die Matrix für sich aus und präsentieren diese den Teilnehmer_innen.
  3. Danach teilen sie die Arbeitsblätter an die Teilnehmer_innen aus. Das Arbeitsblatt ist ausführlich und sollte nicht mehr allzu viele Erklärungen bedürfen (siehe Arbeitsblatt.)
  4. Die Teilnehmer_innen sollen damit beginnen die Matrix für sich persönlich auszufüllen (Einzelarbeit) – 30 Minuten.
  5. Danach versuchen die Teilnehmer_innen exemplarisch eine Matrix für eine Person, mit der sie arbeiten auszufüllen. – 20 Minuten.
  6. Die Teilnehmer_innen bilden 3er-Gruppen und tauschen sich über ihre Matrizen aus. Fragen: - Was ist leicht gefallen, was war schwierig? - Tauchen Unterschiede und/oder Gemeinsamkeiten zwischen ihnen und ihrem_r Klienten_in, ihrer Zielgruppe auf? - Entstehen daraus produktive Spannungen? Oder handelt es sich um lähmende/hinderliche Spannungen? - Gibt es in der Kleingruppe Gemeinsamkeiten/ Auffälligkeiten? - Die Kleingruppe hat die Aufgabe, Ergebnisse thesenhaft oder fragend auf einer Flippchart festzuhalte.
  7. Die Ergebnisse werden in der Großgruppe vorgestellt und diskutiert.

Wichtige Rahmenbedingungen: Gruppengröße: 15 Personen - Die Methode eignet sich dazu, sie mit einer Einführung in die Theorie der Intersektionalität zu kombinieren. - Die Trainer_innen sollten sich im Intersektionalitätskonzept gut auskennen - Die Methode ist anspruchsvoll. Die Gruppe sollte in der Lage sein selbstreflexiv mit ihren eigenen gesellschaftlichen Positionierungen zu beschäftigen. Mit der Matrix stellt eine gute Grundlage für die Bearbeitung der eigenen Praxis her. Dies kann bspw. mit einer Kollegialen Beratung gemacht werden.

Bezug Intersektionalität: Mit der Methode wird in eine Mehrebenenanalyse auf der Grundlage des Intersektionalitätskonzept eingeführt. Sie soll dazu anregen die eigenen soziale Positionierung zu reflektieren und sichtbar machen, dass daraus möglicherweise Spannungen für die pädagogische Arbeit entstehen, die nicht bloß negativ sondern sein müssen, sondern durch aus zu einem produktiven Motor für Auseinandersetzungen werden können.

Schlagworte: Diskriminierung, Dominanzkulturen, Organisation, Organisationsentwicklung

Einstellungsdatum: 11.03.2012

06.10.2021