Methode „Memory“

Lernziele/Verwendungsmöglichkeiten:

  • Vorurteile aufdecken
  • Vorbereitung auf eine Diskussion über unterschiedliche sexuelle Orientierungen
  • Argumentationstraining

Kurzbeschreibung: Bei dieser Übung geht es um Vorurteile über Einzelne und Paare, aus negativen Bewertungen werden positive Argumente.

Durchführungsschritte/ Instruktionen:

Vorbereitung: Die Spielkarten (Bilder) werden mit der Bildseite nach unten auf einer Pinnwand quadratisch nebeneinander gepinnt (oder an die Wand gehängt). Die Teilnehmer_innen dürfen dabei die Abbildungen nicht einsehen können. Die Teilnehmer_innen werden in zwei Gruppen geteilt. Danach wird bestimmt, welche Gruppe zuerst anfängt. Die erste Person dreht zwei beliebige Karten mit der Bildseite nach oben und innerhalb der ersten Gruppe wird argumentiert, ob und warum die Personen auf den Bildern zusammen (ein Paar) sein könnten. Wenn die Gruppe, die die Karten aufgedeckt und Argumente gesammelt hat, die andere Gruppe überzeugen kann, behält die Gruppe das Kartenpaar. Alle weiteren Teilnehmer_innen decken dann zwei weitere Karten auf und versuchen genauso zu argumentieren, warum diese zwei «zusammen gehören». Mit fortschreitender Spieldauer wird überzeugendes Argumentieren zunehmend gefordert. Wenn die Person die anderen nicht überzeugen kann, werden sie Karten wieder am gleichen Platz verdeckt abgelegt. Danach ist die nächste Person aus der anderen Gruppe dran. Da sich alle Gruppenmitglieder Bild und Platz der aufgedeckten Karten merken sollten, wird mit fortschreitender Spieldauer das Gedächtnis und Motivation zunehmend gefordert. Das Spiel endet, wenn alle Karten zu Paaren zugeordnet wurden. Gewonnen hat die Gruppe, die die meisten Kartenpaare gesammelt hat.

Auswertungsfragen: Je nach Karten müssen während des Spiels passende Fragen gefunden werden, die darauf zielen, dass alle Konstellationen im Prinzip realistisch sind und dass es von den beteiligten Personen abhängt, ob sie ein Paar bilden wollen. Bezüge zu realen Paaren können hergestellt werden.

Variationen der Methode: Die Fotos/Bilder können aus Zeitschriften/Zeitungen etc. stammen, sie können aber auch von den Jugendlichen selbst gemalt, mitgebracht oder fotografiert werden. Vor allem die letzte Variante ermöglicht Kennenlernen unterschiedlicher Orte und Personen auf einer alltäglichen Ebene. (Achten Sie insgesamt darauf, dass die Bilder/Fotos zur Lebenswelt der Jugendlichen passen, dass bekannte Schwarze, Menschen mit Migrationshintergrund, Lesben/Schwule, Trans*-Personen etc. darunter vertreten sind.)

Schlagworte: Intersektionalität, Mehrfachzugehörigkeit, Gender, sexuelle Orientierung, sexuelle Identität

Einstellungsdatum: 07.03.2012

06.10.2021