{"id":17,"date":"2022-04-12T17:21:56","date_gmt":"2022-04-12T15:21:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fernuni-hagen.de\/digitale-hermeneutik\/?p=17"},"modified":"2022-05-16T23:28:14","modified_gmt":"2022-05-16T21:28:14","slug":"panel1-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fernuni-hagen.de\/digitale-hermeneutik\/panel1-3\/","title":{"rendered":"Panel 1: Deutungsmacht &#038; Digitalit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p><p>Veranstalter*innen: Prof. Dr. Thomas Bedorf, Sarah Kissler, Dr. Thorben M\u00e4mecke<\/p>\n<p>Hermeneutiken als Deutungspraktiken sind nie machtfrei gewesen. Schon immer wurde ihnen ein Verfehlen des eigenen Wahrheitsanspruchs nachgewiesen. Unter Bedingungen der Digitalit\u00e4t verschieben sich die Weisen, das Verh\u00e4ltnis von Macht, Deutung und Wirklichkeit zu befragen. Wo sich Bilder, Texte und ihre Produzent*innen in Hinsicht auf Verf\u00fcgbarkeit, Kommunizierbarkeit und technische Manipulierbarkeit vervielf\u00e4ltigt haben und volatiler geworden sind, werden Deutungsprozesse zunehmend technologisch opak und unreflektiert. Eine Analyse der digitalen Deutungsmacht, die selbst an der Erzeugung von Wirklichkeiten beteiligt ist, soll in diesem Panel erprobt und diskutiert werden.<\/p>\n<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"Eickelmann\">Vom Museum zum kuratorischen Apparat &#8211; Zur (Re-)Konfiguration musealer Deutungsmacht unter digitalen Bedingungen<\/h2>\n\n\n\n<p style=\"font-size:18px\">Jun. Prof. Dr. Jennifer Eickelmann (FU Hagen)<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Hintergrund der zunehmenden \u201aPlattformisierung\u2018 von Museen bzw. Museums\u00f6ffentlichkeiten verkomplizieren sich Aushandlungsprozesse musealer Deutungsmacht insofern, als plattformspezifische \u00c4sthetiken und Praktiken \u2013 samt entsprechender algorithmisierter Aufmerksamkeitsm\u00e4rkte \u2013 an Relevanz zunehmen und dabei historische Grenzziehungen herausfordern. Der Vortrag fokussiert das Verh\u00e4ltnis zwischen Museen und der Kurzvideo-Plattform TikTok seit den coronabedingten Museumsschlie\u00dfungen. Zentrale Fragen lauten: Welche K\u00e4mpfe um Deutungsmacht lassen sich anhand dieses spannungsreichen Verh\u00e4ltnisses ablesen? Und welche performativen Praktiken fordern historische Grenzziehungen des Musealen inwiefern heraus? Auf dieser Grundlage und in Anlehnung an das Konzept des Situierten Wissens (Haraway) sowie den Agentiellen Realismus (Barad) macht der Beitrag einen Vorschlag zur Reformulierung des Museums als kuratorischem Apparat.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Jennifer Eickelmann<\/em> ist seit April Juniorprofessorin f\u00fcr Digitale Transformation in Kultur und Gesellschaft an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Kultur- und Sozialwissenschaften sowie am FSP digitale_kultur der FernUniversit\u00e4t in Hagen. Zuvor war sie wiss. Mitarbeiterin am Lehrgebiet Soziologie mit dem Schwerpunkt Soziale Ungleichheiten an der Fakult\u00e4t Sozialwissenschaft der TU Dortmund. 2017 wurde sie am Institut f\u00fcr Medienwissenschaft an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum mit einer Arbeit zur Materialit\u00e4t mediatisierter Missachtung promoviert. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen an der Schnittstelle von Medientheorie, Ungleichheits-\/Kultursoziologie, Gender\/Queer Media Studies und besch\u00e4ftigen sich mit der digitalen Transformation von Subjektivierungsprozessen und affektiven \u00d6ffentlichkeiten sowie dem digitalen Wandel des Kuratorischen im Kontext von Museen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"GenovesiM\u00f6ning\">\u201eBroadcast Yourself\u201c. Die T\u00e4uschung einer Demokratisierung von Deutungsmacht&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p style=\"font-size:18px\">Dr. des. Sergio Genovesi (Universit\u00e4t Bonn), Dr. Julia M\u00f6nig (Universit\u00e4t Bonn)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erm\u00f6glichung der Massenproduktion von digitalen Inhalten wird auf vielen digitalen Plattformen als eine Form der Demokratisierung von Prozessen der Wahrheitsproduktion dargestellt. Die Vielzahl und die Heterogenit\u00e4t der online verf\u00fcgbaren Inhalte erfordert allerdings die Automatisierung der Content-Auswahl durch <em>recommender systems<\/em>. Wir zeigen, dass der Einsatz solcher Systeme die Gatekeepers-Rolle von Redakteur*innen nicht abschafft, sondern nur verschiebt \u2013 und zwar im Moment der maschinellen Content-Verbreitung. Au\u00dferdem argumentieren wir, dass die T\u00e4uschung der Demokratisierung mit der T\u00e4uschung der Unentgeltlichkeit der Nutzung von Plattformen und mit dem Problem des unbezahlten \u201edigital labor\u201c eng verbunden ist. Abschlie\u00dfend werden alternative, community-basierte Formen der Deutungsmachtverteilung in digitalen Umgebungen ausgewertet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Dr. des. Sergio Genovesi<\/em> ist Projektmitarbeiter im KI.NRW-Flagship-Projekt \u201eZertifizierte KI\u201c am Center for Science and Thought der Universit\u00e4t Bonn; <\/p>\n\n\n\n<p><em>Dr. Julia Maria M\u00f6nig<\/em> ist Leiterin des philosophischen Teilprojekts im KI.NRW-Flagship-Projekt \u201eZertifizierte KI\u201c am Center for Science and Thought der Universit\u00e4t Bonn<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Museum zum kuratorischen Apparat &#8211; Zur (Re-)Konfiguration musealer Deutungsmacht unter digitalen Bedingungen Jun. Prof. Dr. Jennifer Eickelmann (FU Hagen) Vor dem Hintergrund der zunehmenden \u201aPlattformisierung\u2018 von Museen bzw. Museums\u00f6ffentlichkeiten verkomplizieren sich Aushandlungsprozesse musealer Deutungsmacht insofern, als plattformspezifische \u00c4sthetiken und Praktiken \u2013 samt entsprechender algorithmisierter Aufmerksamkeitsm\u00e4rkte \u2013 an Relevanz zunehmen und dabei historische Grenzziehungen herausfordern. 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