{"id":67,"date":"2022-04-12T18:33:33","date_gmt":"2022-04-12T16:33:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fernuni-hagen.de\/digitale-hermeneutik\/?p=67"},"modified":"2022-05-16T01:39:45","modified_gmt":"2022-05-15T23:39:45","slug":"panel2-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fernuni-hagen.de\/digitale-hermeneutik\/panel2-4\/","title":{"rendered":"Panel 2: Verstehende Algorithmen \u2013 Algorithmen verstehen"},"content":{"rendered":"<p><p>Veranstalter*innen: Prof. Dr. Claudia de Witt, Dr. Christian Leineweber, Vanessa Meiners<\/p>\n<p>Eine Hermeneutik, die sich als digital begreifen und profilieren m\u00f6chte, verweist ganz wesentlich auf die Methode, sprachlich kommunizierten und maschinell berechneten Sinn zu verstehen. Mensch und Maschine treten so in ein Netzwerk von kommunizierten und kommunizierbaren Verst\u00e4ndnissen. Dies setzt nicht mehr nur ein Verstehen der Welt, sondern dar\u00fcber hinaus auch verstehende Algorithmen und ein Verstehen der Algorithmen voraus. Unser Panel widmet sich diesem \u203aDoppelspiel\u2039 mit dem Ziel, die Beziehung zwischen menschlichem und maschinellem Verstehen in unterschiedlichen Facetten zu (de-) konstruieren.<\/p>\n<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verstehen \u2013 Interpretieren \u2013 Errechnen: Zum Wandel von Interpretationspraxen durch KI-gest\u00fctzte Interpretation<\/h2>\n\n\n\n<p style=\"font-size:18px\">Fabio Lieder (Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen), Prof. Dr. Burkhard Sch\u00e4ffer (Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Dokumentarische Methode der Interpretation (DM) unterscheidet zwischen \u201eVerstehen\u201c und \u201eInterpretieren\u201c: Verstehen k\u00f6nnen sich nur Angeh\u00f6rige eines Milieus oder \u00e4hnlicher kollektiver Gebilde untereinander. Fremdheit hingegen l\u00e4sst sich nur durch \u201eInterpretation\u201c \u00fcberwinden. Vor diesem begrifflichen Hintergrund wird untersucht, wie es sich bei \u201eInterpretationen\u201c, die von einer K\u00fcnstlichen Intelligenz (KI) generiert werden, mit dieser Fremdheitsrelation verh\u00e4lt: Ist es ein Unterschied, ob ein Mensch oder eine k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) eine Interpretation vollzieht? Unter dem Horizont der Begriffe \u201everstehen\u201c, \u201einterpretieren\u201c und \u201eerrechnen\u201c wird er\u00f6rtert, welche hybriden Gebilde sich aus dem <em>interpretativen Zusammenhandeln<\/em> von Mensch und KI ergeben. Mittels Natural Language Processing (NLP) ermitteln wir, inwieweit \u201eInterpretationen\u201c maschinell erzeugt werden k\u00f6nnen und ob dies bei der Suche nach neuen \u00fcberraschenden Sichtweisen unterst\u00fctzen kann. Dazu demonstrieren wir ein vortrainiertes Sprachmodell, dem die Dokumentarische Methode mittels sog. \u201ePrompt Engineering\u201c und beigebracht wurde.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Fabio Lieder, M.A.<\/em> ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur f\u00fcr Erwachsenenbildung\/Weiterbildung an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Humanwissenschaften der Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen. Seine Arbeitsschwerpunkte: Lehren und Lernen, Erwachsenenbildung, Technikphilosophie, Lehr-Lerninteraktion zwischen Menschen und Technik, erkenntnistheoretische und didaktische Implikationen K\u00fcnstlicher Intelligenz, Erforschung und (Weiter-)Entwicklung softwaregest\u00fctzter qualitativ-rekonstruktiver Datenanalyse.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Prof. Dr. Burkhard Sch\u00e4ffer<\/em> leitet den Lehrstuhl f\u00fcr Erwachsenenbildung\/Weiterbildung an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Humanwissenschaften der Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen. Seine Arbeitsschwerpunkte: Methoden, Methodologien und Softwareentwicklung (DokuMet QDA) im Bereich qualitativer Erwachsenenbildungsforschung. Aktuelle Forschungsprojekte: andragogische Perspektiven auf die Corona Pandemie und Implementierung k\u00fcnstlicher Intelligenz in qualitative Forschung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u201aYou never know\u2018. \u00dcberlegungen zum Umgang mit Algorithmen in erziehungswissenschaftlicher Digitalisierungsforschung<\/h2>\n\n\n\n<p style=\"font-size:18px\">Prof. Dr. Sandra Hofhues (FU Hagen)<\/p>\n\n\n\n<p>Unter Bedingungen von Mediatisierung und Digitalisierung scheint die Befassung mit Daten, Algorithmen und Strukturen digitaler Medien innerhalb von Erziehungswissenschaft dringlicher denn je. Dabei ist noch genauer auszuloten, wie sich eine erziehungswissenschaftliche Digitalisierungsforschung im Anschluss an die Tradition erziehungswissenschaftlicher Medienforschung in Bezug auf Ph\u00e4nomene, Gegenst\u00e4nde und (technische) Entwicklungen positionieren kann und sollte. Im Vortrag wird daher unter der Pr\u00e4misse eines \u201aYou never know\u2019 zuerst problematisiert, worin die besonderen Herausforderungen eines Umgangs mit Algorithmen in unser aller Alltag bestehen, ehe ein forschender Blick auf sie geworfen wird. Am Ende dient ein aktuelles Forschungsprojekt als Anschauungsbeispiel, wie sich erziehungswissenschaftliche Digitalisierungsforschung k\u00fcnftig verstehen k\u00f6nnte. An diesem Beispiel wird abschlie\u00dfend diskutiert, welche Leerstellen auszuf\u00fcllen sind, um Algorithmen (besser) zu verstehen und in p\u00e4dagogischer Praxis k\u00fcnftig auf die so aufscheinenden, komplexen Herausforderungen einzugehen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Dr. Sandra Hofhues<\/em> ist seit Oktober 2020 Universit\u00e4tsprofessorin (W3) f\u00fcr Mediendidaktik im Institut f\u00fcr Bildungswissenschaft und Medienforschung der FernUniversit\u00e4t in Hagen. Zuvor war sie u.a. als Juniorprofessorin f\u00fcr Mediendidaktik\/Medienp\u00e4dagogik im Department Erziehungs- und Sozialwissenschaften der Humanwissenschaftlichen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln t\u00e4tig. Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen im Kontext von Mediendidaktik unter Bedingungen von Digitalisierung und Digitalit\u00e4t sowie dokumentarischer Medien- und Organisationsforschung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Affective Computing and Emotional AI als digitale Kulturtechniken der Emotionalisierung und reflexiven Distanzierung<\/h2>\n\n\n\n<p style=\"font-size:18px\">Tanja Klankert (HU Berlin)<\/p>\n\n\n\n<p>Der Einsatz von Emotional AI wird derzeit kritisch diskutiert. Neben Risiken, die auch biometrische \u00dcberwachungssysteme und ADM-Systeme betreffen, ist umstritten, ob sich Emotionen technisch erfassen und repr\u00e4sentieren lassen. Ich m\u00f6chte in meinem Vortrag auf Aspekte eingehen, die in der Diskussion bisher wenig Beachtung gefunden haben. Anhand von Methoden der Emotionserkennung, z.B. in der maschinellen Sprachverarbeitung, werde ich argumentieren, dass diese auf einem \u201eerlebnis\u00e4sthetischen Modell\u201c (Thomas Anz) emotionaler Kommunikation beruhen, das sich im 18. Jahrhundert in der Abkehr von der Rhetorik herausgebildet hat. Das Modell geht davon aus, dass Emotionen ihre Wirksamkeit dort optimal entfalten, wo sie authentisch durchlebt werden. Ausgeschlossen wird damit die M\u00f6glichkeit von reflexiver Distanznahme, von Bedeutungsverschiebungen wie auch des Nicht-Gelingens von Kommunikation. Dabei beruhen die Techniken auf widerspr\u00fcchlichen Voraussetzungen und auf hegemonialen Asymmetrien. Es fragt sich, ob durch ihren Einsatz der M\u00f6glichkeitsraum zwischen Erleben und reflexiver Distanznahme und damit auch der Spielraum des Verhaltens (Bernhard Waldenfels) vereindeutigt und normiert wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Tanja Klankert<\/em> ist Doktorandin an der Humboldt Universit\u00e4t zu Berlin am Lehr- und Forschungsbereich \u201eKulturtheorie und Kulturwissenschaftliche \u00c4sthetik\u201c (Prof. Dr. Iris D\u00e4rmann). Sie studierte Philosophie und Germanistik sowie Computerlinguistik und Informatik an den Universit\u00e4ten Heidelberg und Stuttgart und absolviert ein Lehrdiplom f\u00fcr Philosophie und Informatik an der PHBern.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verstehen \u2013 Interpretieren \u2013 Errechnen: Zum Wandel von Interpretationspraxen durch KI-gest\u00fctzte Interpretation Fabio Lieder (Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen), Prof. Dr. Burkhard Sch\u00e4ffer (Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen) Die Dokumentarische Methode der Interpretation (DM) unterscheidet zwischen \u201eVerstehen\u201c und \u201eInterpretieren\u201c: Verstehen k\u00f6nnen sich nur Angeh\u00f6rige eines Milieus oder \u00e4hnlicher kollektiver Gebilde untereinander. 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