Promotionsprojekte
Widerstand in den Sozialen Medien. ‚Feministische‘ und ‚antifaschistische‘ Praktiken im Kontext rechter Strukturen
- Christine Eitel, M. A.
- Soziologie | FernUniversität in Hagen
Foto: Adam Harvey
Kurzbio
Christine Eitel absolvierte im Februar 2021 den Masterstudiengang Empowerment Studies mit dem Schwerpunkt Gesellschaftspolitik an der Hochschule Düsseldorf. Seit Juni 2026 promoviert sie an der FernUniversität in Hagen im Forschungsschwerpunkt digitale_kultur unter der Betreuung von Jun.-Prof. Dr. Jennifer Eickelmann.
Das Dissertationsprojekt untersucht, unter welchen Bedingungen als ‚feministisch‘ bzw. ‚antifaschistisch‘ diskursivierte Praktiken in den Sozialen Medien entstehen, welche performativen – insbesondere widerständigen oder affirmativen – Effekte sie entfalten (können) und auch, welche Grenzen, Spannungen und Ambivalenzen sich im Kontext ‚autoritärer‘, ‚nationalistischer‘ und ‚antifeministischer‘ Strukturen zeigen. Solche Praktiken werden dabei nicht nur als Reaktionen auf ‚rechte‘ Angriffe verstanden, sondern als Möglichkeitsräume zur Gestaltung alternativer Öffentlichkeiten, die neue Formen kollektiver Handlungsfähigkeit hervorbringen können.
Hierbei soll sichtbar gemacht werden, inwiefern digitale Räume sowohl Orte ‚autoritärer‘, ‚nationalistischer‘ und auch ‚antifeministischer‘ Kommunikation sind als auch emanzipative Möglichkeiten bieten. Methodisch erfolgt die Annäherung über den relationalen Zugang der ‚diffraktiven Ethnografie‘, welcher soziale Phänomene nicht getrennt, sondern in ihren Überlagerungen, Spannungen und Wechselwirkungen analysiert. Empirisch fokussiert die Arbeit insbesondere Praktiken auf Plattformen wie TikTok und Instagram und untersucht diese anhand ethnografischer Beobachtungen, qualitativer Interviews sowie diskursanalytischer Zugänge.
Hexing the Internet: Politiken des Nicht-(Ganz-)Menschlichen (AT)
- Julia Fischer, M. A.
- Medienwissenschaft | FernUniversität in Hagen
Foto: Benedikt Reuse
Kurzbio
Julia Fischer arbeitet seit Juli 2022 am Lehrgebiet für Digitale Transformation in Kultur und Gesellschaft an der FernUniversität in Hagen und ist dort seit Januar 2026 als wissenschaftliche Mitarbeiterin sowohl im Projekt "Wissen. Freiheit. Demokratie. Institutionen schützen, Angriffen entgegentreten" als auch als Modulbetreuung im Bereich der Interdisziplinären Genderforschung tätig. Derzeit beschäftigt sie sich etwa mit Fragen des Monströsen, Prozesse des Othering sowie der (subversiven) Aneignung gewaltvoller Zuschreibungen auf Plattformen Sozialer Medien und über Plattformgrenzen hinweg. Ihre Forschungsinteressen liegen an den interdisziplinären Schnittstellen der Gender Media/Queer Studies sowie den (feministischen) Medien- & Politikwissenschaften, insbesondere mit Bezug zu politischen Theorien und Regulierungsfragen.
Zaubersprüche, die Soziale Bewegungen wie Black Lives Matter schützen und Donald Trump des Amtes entheben sollen oder aber die Etablierung eines Marktes für Tarot-Lesungen und Zauberei-Rituale, die Liebe, Fruchtbarkeit, Heilung oder Geld versprechen, zeigen: Auf Plattformen Sozialer Medien und über Plattformgrenzen hinweg zirkulierende ‚Hexenpraktiken‘ werden politisiert, spirituell gewendet und kommerziell vermarktet.
Dabei ko-konstituieren eben jene Plattformen mit, welche Praktiken und Wissensbestände über Hexen überhaupt hervorgebracht werden können, und zwar nicht nur mittels spezifischer Plattformlogiken, sondern auch mittels Regulierungen, die sich auf eben jene beziehen.
Aus einer medienwissenschaftlichen Perspektive fragt das Promotionsprojekt in einem ersten Schritt nach Hexenwissen und -praktiken, die sich mit, auf und über Plattformen Sozialer Medien verbreiten. In einem zweiten Schritt untersucht das Promotionsprojekt eben jene Regulierungen, die sich um hexende Wissenspraktiken ranken.
Was ‚hexen‘ in diesem Kontext bedeutet sowie welche nicht-(ganz-)menschlichen Politiken sich aus diesen Praktiken ableiten lassen, soll im Promotionsprojekt diskutiert werden. Hierfür werden sowohl poststrukturalistische Arbeiten (vgl. Foucault 1987, Butler 2020) als auch neomaterialistische Ansätze (vgl. Braidotti 2022, Haraway 1995, 2017) mit posthumanistischen Perspektiven (vgl. Shildrick 2002) durcheinandergelesen.
Methodologisch stützt sich das Promotionsprojekt dabei auf die Arbeiten der feministischen Wissenschaftstheoretikerin und Biologin Donna J. Haraway zum Situierten Wissen (vgl. Haraway 1995). Methodisch arbeitet das Projekt mit der ethnografischen Diffraktion nach Eickelmann und Meis (2023) und erweitert diese um Perspektiven aus den (feminist) monster studies (vgl. Cohen 1996, Hellstrand et al. 2018).
Sensing More-Than-Human Futures: Materiell-semiotische Wissenspraktiken in Mensch-Tier-Technik-Gefügen
- Isabelle Sarther, M. A.
- Soziologie | FernUniversität in Hagen
Foto: FernUniversität
Kurzbio
Isabelle Sarther (M.A.) ist seit 2023 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Lehrgebiet Digitale Transformation in Kultur und Gesellschaft der FernUniversität in Hagen. Sie studierte in Bochum, Madrid und Krakau. Aus der Perspektive der (feministischen) Science and Technology Studies beschäftigt sie sich in ihrer Forschung mit digitalen Öffentlichkeiten – etwa mit Content-Moderation auf Social Media-Plattformen – sowie mit gesellschaftlichen und technologischen Transformationen von Mensch-Tier-Verhältnissen. Sie ist aktives Mitglied des Forschungsschwerpunktes digital_kultur der FernUniversität in Hagen sowie der Arbeitsgruppe „Mensch-Tier-Beziehungen“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS).
Das Dissertationsprojekt untersucht relationale Wissenspraktiken in mehr-als-menschlichen Gefügen aus Menschen, Tieren und digitalen Medien- bzw. Sensortechnologien im Kontext sozio-ökologischer Krisenzeiten. Auf Grundlage performativitätstheoretischer und neomaterialistischer Ansätze wird analysiert, inwiefern Beiträge auf Social Media Plattformen sowie Praktiken in wissenschaftlichen Forschungskontexten epistemische Figurationen von Tieren, Technologien und Umwelten als ‚sensing entities‘ hervorbringen und welche gesellschaftlichen Effekte sich daraus mit Blick auf die digitale Transformation von Mensch-Tier-Technik-Verhältnissen ergeben. Methodisch basiert die Untersuchung auf relationalen Zugängen und verbindet diffraktive bzw. neomaterialistische Ethnografien mit Ansätzen der Multispezies-Ethnografie.
W[h]isLog: Transformation einer Wikibaseinstanz zu einem interaktiven und hybriden Expertensystem unter den Bedingungen des modernen Wissenschaftssystems
- Svenja Wagner, M. Sc.
- Digital Humanities | Universität Trier
Foto: Adam Harvey
Kurzbio
Svenja Wagner ist Wissenschaftliche Hilfskraft im Forschungsschwerpunkt digitale_kultur an der FernUniversität in Hagen und Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Trier Center for Digital Humanities im Projekt „Fürstinnenbibliotheken und Wissenspraktiken im deutschsprachigen Raum des 18. Jahrhunderts“, wo sie vor allem im Bereich des Forschungsdatenmanagements tätig ist.
Die Dissertation bewegt sich im Umfeld des Projektes „Fürstinnenbibliotheken und Wissenspraktiken im deutschsprachigen Raum des 18. Jahrhunderts“, innerhalb dessen eine Wikibaseinstanz mit Sammlungsdaten gefüllt wird. Daher sind Themen wie Linked Open Data, FAIR-Prinzipien und genereller Umgang mit Forschungsdaten relevant. Der Schwerpunkt soll auf verbesserter Zugänglichkeit von Graphdatenbanken (vor allem Wikibase) liegen.