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Hier finden Sie Informationen zu geplanten und vergangenen Veranstaltungen der Forschungsgruppe „Gender Politics“.


4. Juni 2020 | Online-Vortrag und Diskussion

„Queerness und Queering – sich weigern, eine feste Form anzunehmen“

(Ein Beitrag in neun Umdrehungen von Antke Engel)

Die Forschungsgruppe „Gender Politics“ lädt gemeinsam mit der Gleichstellungsstelle der FernUniversität in Hagen zu einem Online-Vortrag mit anschließender Diskussion ein: Gastprofessor*in Dr. Antke Engel spricht zum Thema „Queerness und Queering – sich weigern, eine feste Form anzunehmen“. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 4. Juli, von 13 bis 15 Uhr statt. Interessierte können sich bis zum 1. Juni per Mail an Carolin Rolf wenden.

Queere Theorie, Politik und kulturelle Praxis befassen sich damit, wie „Differenz“ so zur Darstellung kommen kann, dass sie nicht als Identität festgeschrieben oder gar als „das Andere“ abgewertet wird. Z.B., „indem es sich weigert, eine feste Form anzunehmen“ (Annamarie Jagose 2001: 128). Entsprechend verwende ich „queer“ nicht als praktische Kurzform für lsbtia (lesbisch, schwul, bisexuell, trans*- und intergeschlechtlich, asexuell). Vielmehr sehe ich im Begriff „queer“ eine Chance, Abstand von Identitäts- und Minderheitenpolitiken zu nehmen. Die Aufmerksamkeit verschiebt sich vom Ringen um Anerkennung und Integration auf eine Kritik an den Funktionsweisen von Norm und Normalität. Anliegen ist es, „queer“ als Teil konkreter und komplexer Macht- und Herrschaftsverhältnisse zu verstehen – durch diese gespeist, sich diesen widersetzend und auf deren Veränderung aus.
In diesem Vortrag beantworte ich die Frage: „Was meint ‚queer’? mit Verweis auf ein paradoxes Spannungsverhältnis von Queering und Queerness: Queerness als Anlass & Ergebnis von Praxen des Queering – zwei unterschiedliche, jedoch miteinander verbundene Prozesse, bei denen (aktives) Gestalten und (passives) sich Herausbildens (Tun und Werden) nicht klar voneinander getrennt sind. Indem der Fokus auf bewegte Zusammenhänge gelegt wird, die von Macht und Begehren angetrieben sind, entsteht eine Form der Identitätskritik, die trotzdem nicht ausschließt, „queer“ als Selbstbezeichnung zu verwenden.

Gastprofessor*in Dr. Antke Engel

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