Hagener Mentoringprogramm für Nachwuchswissenschaftlerinnen

„Mentoring-Programme stärken die gegenseitige Vernetzung zwischen Mentees und Mentorinnen bzw. Mentoren sowie deren Einbindung in die Scientific oder Business Community.
Darüber hinaus profitieren beide Seiten durch eine Stärkung ihrer beruflichen und persönlichen Kompetenzen.“
(www.forum-mentoring.de [externer Link] 2017)


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Was ist Mentoring?

Mentoring bezeichnet in der Regel ein informelles Betreuungsprogramm in dem Nachwuchswissenschaftlerinnen von erfahreneren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern als Mentorinnen und Mentoren begleitet werden. Im Gegensatz zur fachlichen Betreuung durch den Doktorvater oder die Doktormutter stehen im Mentoring-Verhältnis Kompetenzen im Mittelpunkt, die jenseits des konkreten Themas der Qualifikationsarbeit liegen, aber für die Wissenschaftskarriere von großer Bedeutung sind.

Mentoring für Nachwuchswissenschaftlerinnen hat sich in den vergangenen 15 Jahren als ein wichtiges Instrument der Gleichstellungsförderung im Wissenschaftssystem etabliert. Wie Studien belegen ist das Instrument sehr erfolgreich darin, Frauen den Einstieg in eine Karriere in der Wissenschaft zu erleichtern. Viele deutsche Universitäten haben bereits langjährig erfolgreiche Mentoringprogramme für den weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs etabliert. Die FernUniversität hat 2017, gefördert im Rahmen des Professorinnenprogramms II von Bund und Ländern, ein Mentoringprogramm für Doktorandinnen und Postdoktorandinnen eingerichtet.

Unser Konzept

Das Mentoring-Programm der FernUniversität folgt einem Drei-Säulen-Konzept:

  1. One-to-One-Mentoring
  2. Peer Mentoring
  3. Themen-Coaching

Diese Säulen sind eingebettet in das umfangreiche Qualifizierungsprogramm für Nachwuchswissenschaftler*innen, das an der FernUniversität bereits zur Verfügung steht. Durchgeführt und begleitet wird das Programm durch die Netzwerke für den weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs, die Netzwerke „Promovendinnen“ und „Habilitandinnen“.

Für wen?

Das Programm beinhaltet eine Programmlinie für Postdoktorandinnen, das über 18 Monate läuft und eine Linie für Doktorandinnen, die 12 Monate läuft.

Postdoktorandinnen müssen noch für die gesamte Programmlaufzeit von 18 Monaten an der FernUniversität sein, d.h. ihr geplanter Abschluss der Habilitation sollte nicht innerhalb dieser Laufzeit liegen sein.

Doktorandinnen müssen für die Laufzeit von 12 Monaten an der FernUniversität sein, d.h. ihr geplanter Abschluss der Promotion sollte nicht innerhalb dieser Laufzeit sein.

Mentorinnen und Mentoren

Die Zuweisung der Mentorinnen und Mentoren erfolgt auf Vorschlag der Bewerberinnen selbst. Mentorinnen und Mentoren können generell überregional (oder in begründeten Einzelfällen sogar international) aber auch hier vor Ort an der FernUniversität angesprochen werden. Wichtig bzgl. der Mentorinnen und Mentoren ist, dass eine gewisse fachliche Nähe bei gleichzeitiger Unabhängigkeit in Bezug auf das Qualifikationsvorhaben und das Arbeitsverhältnis gegeben ist und dass die Mentorinnen und Mentoren im Bezug auf ihre Karriere bereits arrivierter sein sollte (bspw. Professor/in betreut Post-Doc, Habilitand/in betreut Doktorandin). Die Erstansprache der Mentorinnen oder Mentoren erfolgt durch die Koordinatorinnen. Sollte sich die Akquise problematisch gestalten, bieten die Koordinatorinnen weitere Beratung und Zugriff auf einen internen Pool an Mentorinnen und Mentoren.

Ablauf und Programm

Eine Variante des Peer-Mentorings ist die kollegiale Betreuung. In Gruppen von 6-10 Teilnehmerinnen, beraten sich die Mentees gegenseitig zu Fällen, die im Rahmen ihrer Arbeit in Forschung und Lehre aufgetreten sind. Die Mentees betreuen sich dabei selbstständig nach einer fachgerechten Einführung in die Methode der Peer-Beratung. Alternativ kann auch eine Supervisorin an die Seite gestellt wird, die die Austauschtreffen moderiert. Eine aktive Mitgestaltung durch die Teilnehmerinnen ist hier gewünscht: Die Beratung erfolgt anhand der Themen, die sie mitbringen!

Diese Beratungin den Eins-zu-Eins-Mentoring-Beziehungen und den Beratungsgruppen wird ergänzt durch professionelle Workshops und Seminare zu ausgewählten zielgruppenspezifischen Themen, die 4-6 Mal im Jahr für die Teilnehmerinnen des Programms angeboten werden. Jede Teilnehmerin sollte an 2 Coachings pro Jahr teilnehmen. Zudem finden für jeden Jahrgang ein Eröffnungs- und ein Abschlussworkshop statt, die verpflichtend zu besuchen sind.

Die Plätze in beiden Linien (Postdoktorandinnen und Doktorandinnen) werden jeweils wettbewerblich ausgeschrieben. Die Auswahl erfolgt zunächst basierend auf den eingereichten Unterlagen (Profilbogen, Lebenslauf, Exposé) sowie einem ggf. anschließenden persönlichen Gespräch mit den in Frage kommenden Bewerberinnen.

Die Bewerbungsphase läuft vom 01. Dezember 2018 - 15. Januar 2019.

Das Programm startet dann am 01. März 2019 und läuft für die Doktorandinnen bis zum 01. März 2020 und für die Doktorandinnenbis zum 30. September 2020.

Wie kann ich mich bewerben?

Wichtig ist, dass das Mentoring Sie auf eine Karriere, die auf Ihrer wissenschaftlichen Qualifikation basiert, vorbereiten soll. Postdoktorandinnen sollten darüberhinaus auch einen weiteren Karriereweg innerhalb der Wissenschaft - an einer Universität, Fachhochschule oder einer außeruniversitären Forschungseinrichtung - planen. Dies sollte aus Ihren Bewerbungsunterlagen hervorgehen. Außerdem sollte ersichtlich werden, dass Ihre aktualle Qualifkationsphase (Promotion/Habilitation) nicht vor Ende des Programmes beendet sein wird.

Zur Bewerbung für Doktorandinnen müssen Sie folgende Dokumente einreichen:

  • Anschreiben mit Darlegung Ihrer Motivation zur Programmteilnahme (1 Seite)
  • Ausgefüllter Profilbogen (PDF 394 KB) (pdf)
  • Exposé des Promotionsvorhabens mit Zeitplan
  • Abschlusszeugnis Ihres Hochschulabschluss (Diplom/Master und Bachelor)
  • Lebenslauf (mit Publikationen soweit vorhanden)
  • Immatrikulationsbescheinigung

Zur Bewerbung für Postdoktorandinnen müssen Sie folgende Dokumente einreichen:

  • Anschreiben mit Darlegung Ihrer Motivation zur Programmteilnahme (1 Seite)
  • Ausgefüllter Profilbogen (PDF 504 KB) (pdf)
  • Exposé des Forschungsvorhabens mit Zeitplan
  • Abschlusszeugnis Ihres Hochschulabschluss (Diplom/Master und Bachelor) und Promotionsurkunde
  • Lebenslauf (mit Publikationen)

Senden Sie Ihre Bewerbung bitte sowohl postalisch als auch elektronisch an den SWN

FernUniversität in Hagen
Service Wissenschaftlicher Nachwuchs
z.Hd. Dr. des. Maria Verena Peters
58084 Hagen
swn@fernuni-hagen.de


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • Sie sollten sich anhand der entsprechenden Fragen im Profilbogen zunächst Gedanken über Ihre Anforderungen an eine geeignete Mentorin oder einen geeigneten Mentor machen. Im Anschluss hieran sollten Sie zunächst überlegen, ob Sie im Laufe Ihrer bisherigen akademischen Tätigkeit schon geeigneten Personen begegnet sind, z.B. auf Konferenzen oder Workshops oder durch Forschungskooperationen oder sich mit Kollegen*innen über passende Personen austauschen. Sie können dann eine Recherche an den nächstgelegenen Universitäten/Fachhochschulen/Forschungseinrichtungen oder in der Region Ihrer Wahl beginnen und dort jeweils die Vertreter*innen des jeweils für Sie passenden Forschungsgebietes durchgehen. Dabei sollten Sie nicht fachlich zu eng suchen - Sie suchen nicht in erster Linie eine fachliche Betreuung Ihrer Arbeit sondern jemand, der gut in die für Sie relevante wissenschaftliche Community eingebunden ist. Sollte sich die Akquise schwierig gestalten, stehen wir ihnen gerne mit weiterer Beratung zur Verfügung.

  • Grundsätzlich bemühen wir uns, jede Bewerberin, die die Teilnahmevoraussetzungen erfüllt und eine formal vollständige Bewerbung fristgerecht eingereicht hat, aufzunehmen. Diese Voraussetzungen sind:

    • Zugehörigkeit zur FernUniversität
    • Weiterer Verbleib an der FernUniversität für mindestens den gesamten Programmdurchgang
    • Postdoktorandinnen: Angestrebte wissenschaftliche Karriere; Doktorandinnen: Wissenschaftsnahe Karriere

    Sollte eine Auswahl notwendig werden, wird nach der Qualität der Bewerbungsunterlagen entschieden, hierzu wird ggf. ein geeignetes Drittgutachten hinzugezogen. Im Zweifel (bei gleicher Qualität zweier Bewerberinnen) erhält diejenige einen Platz, die im kommenden Durchgang keine Möglichkeit zur neuerlichen Bewerbung hätte. Sollte auch hier Gleichstand herrschen, entscheidet das Los.

  • Da wir das Pilotprojekt im Rahmen des Professorinnenprogramms II von Bund und Ländern finanzieren konnten, erheben wir derzeit keine Teilnahmegebühren. Kosten entstehen Ihnen lediglich für die Anreise zu Ihrer Mentorin oder Ihrem Mentor. Diese Reisekosten kann die FernUniversität leider nicht übernehmen.

  • Entscheidend für uns (und den Fördergeber) ist, dass Sie eine Karriere in der Wissenschaft anstreben. Dies müssen Sie glaubhaft in Ihrer Bewerbung dokumentieren. Ob Sie dies klassisch auf dem Weg der Habilitation, oder auf dem Wege einer Juniorprofessur oder auch außerhalb der Hochschule in einer Forschungseinrichtung planen, ist dabei nicht relevant. Sie sollten Ihren geplanten Weg jedoch bei den Mentoren/innen-Vorschlägen berücksichtigen und sich solche Personen aussuchen, die einen ähnlichen Weg beschritten haben oder derzeit beschreiten.

  • Ja. Sie müssen nachweisen, dass Sie der FernUniversität zugehörig sind. Dies kann genauso über Ihr Qualifikationsvorhaben oder ein Drittmittelprojekt, wie über eine Haushaltsstelle sein. Wichtig ist nur, dass Sie dokumentieren können, dass Sie aktiv forschend tätig sind und eine Karriere in der Wissenschaft anstreben.

  • Grundsätzlich sollten Sie folgende Zeitbedarfe einplanen:

    • Rahmenprogramm (Auftakt- und Abschlussworkshop): 1,5 Tage
    • etwa 4-6 Treffen mit dem/der Mentor/in a ca. 2 Std plus Anreise: 1-2 Tage
    • 2 Themen-Coachings/Workshops von je 1,5 Tagen: 3 Tage
    • etwa alle 6-8 Wochen Teilnahme an einer kollegialen Beratungsgruppe a 3 Std.: 2 Tage (allerdings frei terminierbar und oft in den Abendstunden gelegen)

    Sie steuern den Zeitbedarf durch die Auswahl Ihres/Ihrer Mentor/in und durch die selbst zu organisierende Zeitplanung Ihrer kollegialen Beratungsgruppen ein Stück weit selbst. Insgesamt sollten Sie aber mit ca. 8 Arbeitstagen Zeitaufwand innerhalb des Programmdurchgangs rechnen.

  • Ja. Sie haben, sofern Sie im nächsten Jahr noch an der FernUniversität sind, wiederum die Chance sich zu bewerben. Gern erörtern wir auch im Beratungsgespräch mit Ihnen, wie Sie die Erfolgschancen einer Folgebewerbung erhöhen.

Kontakt und Beratung:

Service Wissenschaftlicher Nachwuchs
Maria Verena Peters
Christine Charon
Tel. +49 2331 987 - 1343/-4707
swn@fernuni-hagen.de
SWN-Team | 12.11.2018