Promotion & Habilitation

Promotion

Im Rahmen einer Promotion beschäftigen Sie sich in der Regel über längere Zeit sehr intensiv mit einer wissenschaftlichen Fragestellung. Die Promotion besteht aus einer wissenschaftlich beachtlichen schriftlichen Abhandlung (Dissertation), einer mündlichen Prüfung (Disputation) sowie der Veröffentlichung (Publikation). Sie weisen mit der Promotion über den Hochschulabschluss (Bachelor und Master, Magister, Diplom, Staatsexamen) hinaus eine besondere wissenschaftliche Befähigung bzw. Qualifikation nach, für die der akademische Grad einer Doktorin bzw. eines Doktors verliehen wird.

Foto: Torsten Silz

Die FernUniversität bietet ein attraktives Umfeld für die Promotion, sei es verbunden mit einer beruflichen Tätigkeit in der akademischen Lehre und Forschung („interne Promotion“) oder auch ohne eine Stelle an der FernUniversität („externe Promotion“). Promovierende führen – wie an Präsenzuniversitäten – ein Forschungsvorhaben selbständig durch und schreiben eine Dissertation. In aller Regel forschen Promovierende in enger Abstimmung mit einer Professorin oder einem Professor (auch Doktormutter bzw. Doktorvater genannt). Für die fachspezifischen Voraussetzungen sind die Dekanate der Fakultäten zuständig. Für die Betreuung Ihres Forschungsprojektes müssen Sie eine Wissenschaftlerin oder einen Wissenschaftler gewinnen.

Die Verantwortung für die Annahme und Durchführung der Promotionsverfahren liegt allein bei den einzelnen Fakultäten. Informationen zu den formellen Anforderungen und fachspezifischen Rahmenbedingungen erhalten Sie direkt dort.

Der Service Wissenschaftlicher Nachwuchs steht Ihnen darüber hinaus bei überfachlichen Fragen zu Rahmenbedingungen, Promotionsplanung und -finanzierung zur Verfügung. Die FernUniversität fördert die Forschung (Forschungsservice) und den internationalen Austausch (Internationalisierung) insbesondere im Rahmen Ihrer wissenschaftlichen Qualifikationsphase.

 

FAQ

  • Eine Promotion besteht aus einer wissenschaftlichen Abhandlung (Dissertation), einer mündlichen Prüfung (Disputation) sowie der Veröffentlichung der Abhandlung (Publikation). In Ihrer Dissertation leisten Sie einen innovativen Beitrag zum jeweiligen wissenschaftlichen Feld, der das Produkt Ihrer eigenständigen Forschungsarbeit ist. Eine Promotion bedarf eines hohen Maßes an intrinsischer Motivation und Interesse an der eigenen Forschungsfrage. Obligatorisch ist die Betreuung der Dissertation durch eine Professorin oder einen Professor oder aber durch eine fakultätsangehörige Privatdozentin oder einen fakultätsangehörigen Privatdozenten. Das bedeutet, dass Sie eine Wissenschaftlerin oder einen Wissenschaftler für die Betreuung Ihres Forschungsprojektes gewinnen müssen.

  • Die fachspezifischen Voraussetzungen für eine Promotion können Sie der Promotionsordnung der jeweiligen Fakultät entnehmen. Zu weiterführenden Fragen berät das jeweilige Dekanat:

    Promotionsordnung der Fakultät Kultur- und Sozialwissenschaften [pdf]

    Dekanat [link]

    Promotionsordnung der Fakultät Mathematik und Informatik [pdf]

    Dekanat [link]

    Promotionsordnung der Fakultät Wirtschaftswissenschaften [pdf]

    Dekanat [link]

    Promotionsordnung der Fakultät Rechtswissenschaften [pdf]

    Dekanat [link]

  • Eine "Fern-Promotion", die sich von der Promotion an Präsenzuniversitäten in grundsätzlicher Weise unterscheidet, bietet die FernUniversität in Hagen nicht an. Dies bedeutet aber nicht, dass es nicht möglich wäre, nebenberuflich an der FernUniversität in Hagen zu promovieren.

    Grundsätzlich ist die Promotion eine eigenständige wissenschaftliche Arbeit und muss nicht ortsgebunden durchgeführt werden. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin oder wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeiten Sie in der Regel in Hagen vor Ort. Im Rahmen von Forschungsprojekten oder der Finanzierung der Promotion durch ein Stipendium kann die örtliche Anbindung über die Zeit der Promotion durchaus auch wechselnd ausgestaltet sein. Auch externe Promovierende, die beruflich anderweitig eingebunden sind, pflegen einen regelmäßigen persönlichen Austausch mit der Doktormutter oder dem Doktorvater und Kolleginnen und Kollegen, die in verwandten Gebieten vor Ort tätig sind.

  • Eine interne Promotion ist verbunden mit einer beruflichen Tätigkeit in der Lehre und Forschung an einer Universität, die nach Wissenschaftszeitvertragsgesetz befristet ist (siehe auch „Wie lange dauert eine Promotion?“). Eine Promotion ohne Stelle an der Uni ist eine externe Promotion. Sowohl bei der Bewerbung um eine Stelle an der Universität, mit der eine interne Promotion verbunden ist, als auch bei der externen Promotion müssen sie sich selbst und ihre Forschungsfrage für eine potentielle Betreuerin oder einen potentiellen Betreuer interessant machen. Hier sind eine relevante Forschungsfrage und ihre eigene Initiative gefragt. Bei der externen Promotion muss außerdem der Zeitaufwand der Promotion über mehrere Jahre mit ihrer Lebenssituation vereinbar sein (siehe auch „Was kostet eine Promotion?“).

  • Zunächst sollten Sie prüfen, ob Sie die formalen Voraussetzungen erfüllen (s. „Erfülle ich die formalen Voraussetzungen?“). Bei einer internen Promotion beginnt die Promotion mit Antritt einer Stelle an der Universität. Das Qualifikationsziel „Promotion“ wird in ihrem Arbeitsvertrag festgehalten. Dies gilt als die Begründung für die befristete Einstellung nach WissZeitVG. Zuvor haben Sie im Laufe des Bewerbungsverfahrens von Ihren Fähigkeiten als Forscherin oder Forscher überzeugt und – sofern dies gefordert war – eine Skizze ihres geplanten Forschungsprojektes als Teil der Bewerbung eingereicht.

    Der Weg zur externen Promotion bedarf viel Eigeninitiative und einer relevanten Forschungsfrage. Zunächst sollten Sie sich darüber klar werden, auf welchem Gebiet Sie forschen wollen. Da Sie über längere Zeit an diesem Thema arbeiten werden, sollten Sie ein hohes Maß an Begeisterung für und Interesse an diesem Themengebiet mitbringen. Dann beginnt die Recherche nach einer passenden Betreuung. Auf den Websites der Lehrgebiete finden Sie Angaben darüber, zu welchen Themenclustern dort jeweils geforscht wird. Treten Sie nur mit potentiellen Betreuerinnen oder Betreuern in Kontakt, die zu Ihrem Forschungsthema passen. Auf einigen Websites finden Sie auch Informationen darüber, in welcher Form die Lehrenden gern mit einer Betreuungsanfrage kontaktiert werden möchten.

  • Die FernUniversität erhebt keine Gebühren für eine Promotion. Direkte Kosten für die Promotion entstehen Ihnen nur, wenn Ihnen Ihre Doktormutter oder Ihr Doktorvater zur Belegung von Kursen rät, oder die für Sie gültige Promotionsordnung dies vorsieht.

    Je nach Forschungsthema haben Sie allerdings Kosten, die direkt mit Ihrer Forschung verbunden sind, wie etwa für Literatur, Konferenzreisen, Geräte, Experimente oder Daten. Zudem „kostet“ eine Promotion natürlich auch viel Zeit. Häufig wird eine Promotion mit einer Stelle an einem Lehrstuhl kombiniert oder in einem Forschungsprojekt an der Universität im Rahmen eines geförderten Stipendienprogrammes durchgeführt. Zu Stipendien und anderer finanzieller Förderung berät die Forschungsförderung.

  • Die Dauer einer Promotion ist fach- und personenspezifisch stark unterschiedlich. Eine Obergrenze ist faktisch nicht gegeben. Die durchschnittliche Promotionsdauer lag nach einer Befragung der HIS 2012 bei 4,5 Jahren, je nach Fachgebiet bei bis zu 5 Jahren. Eine Beschäftigung in der Wissenschaft mit befristetem Arbeitsvertrag im Rahmen einer Qualifikation ist nach Wissenschaftszeitvertragsgesetz auf maximal sechs Jahre beschränkt, dies bedeutet aber nicht, dass auch die Promotionsdauer beschränkt wäre.

 

An der FernUniversität haben sich drei strukturierte Promotionsprogramme gegründet, die von den jeweiligen Fakultäten oder Instituten getragen und organisiert werden: EDELNet, FILORED (Institut für Philosophie) und das Promotionskolleg „Familie im Wandel“ (Institut für Soziologie).

Die Promotionsprogramme EDELNet und FILORED tragen insbesondere auch der Tatsache Rechnung, dass Erfahrung in der internationalen scientific community eine wichtige Komponente für eine erfolgreiche Karriere in der Wissenschaft darstellt und haben daher einen expliziten internationalen Bezug.

Mehr Informationen erhalten Sie auf den Seiten der jeweiligen Programme:

EDELNet (Rechtswissenschaftliche Fakultät), Kontakt: Dr. Garcia Blesa

FILORED (Institut für Philosophie), Kontakt: Prof. Dr. Thomas Hoffmann

Promotionskolleg Familie im Wandel (Institut für Soziologie), Kontakt: Jun.-Prof. Dr. Dorett Funcke

Netzwerke bieten einen Rahmen für einen fachlichen und überfachlichen Austausch. In landes-, bundes- und sogar europaweiten Netzwerken werden die Anliegen und Interessen von Promovierenden gebündelt, ausgetauscht und vertreten. Ein gutes und stabiles Netzwerk ist eine wichtige Säule für eine erfolgreiche akademische Karriere und ermöglicht den Zugang zu Informationen und Kontakten, die von zentraler Bedeutung für das eigene Fortkommen sein können. Kooperative Forschung ist heute in vielen Fachbereichen der Standard und sollte bereits so früh wie möglich begonnen werden.

Weiterführende Links:

PROMI - Promotion inklusive

PROMI steht für „Promotion inklusive“. Die FernUniversität ist Projektpartner des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderten Projektes, das qualifizierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern ein Promovieren mit Behinderung ermöglichen soll.

Die Leitung des Projektes liegt bei der Universität zu Köln. Kooperationspartner sind der Arbeitgeberservice Schwerbehinderte Akademiker der ZAV der Bundesagentur für Arbeit und der Unternehmensforum, das sich für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung engagiert. Die Stellenbesetzung wird von der ZAV koordiniert.

Bei den Promotionsstellen handelt es sich um dreijährige sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse im Umfang einer halben TV-L 13 Stelle, die zu 30 Prozent von der jeweiligen Universität und zu 70 Prozent von den Integrationsämtern, Arbeitsagenturen/ Jobcentern und vom BMAS finanziert werden. Die Promovierenden sind somit finanziell abgesichert und haben ein Rechtsanspruch auf notwendige berufliche Reha-Leistungen. In besonderen Fällen bietet die FernUniversität in Hagen ihren Promovendinnen und Promovenden ggf. eine befristete Anschlussfinanzierung an.

Im Rahmen des Projektes finden zudem regelmäßige interdisziplinäre Netzwerktreffen statt, bei denen die Promovierenden aus ganz Deutschland zusammenkommen und sich über Vorträge, Workshops, etc. weiterqualifizieren sowie sich untereinander und mit potentiellen Arbeitgebern vernetzen. An der FernUniversität können die Promovierenden zusätzlich an einer Vielzahl von internen Qualifizierungsmaßnahmen und Angeboten teilnehmen.

Informationen zum Projekt und dem Bewerbungsverfahren erhalten Sie unter: http://promi.uni-koeln.de
Derzeit ist keine Bewerbung möglich.

Für Fragen steht Ihnen zur Verfügung:
Sabine Haake
Tel.: +49 (0) 2331 987 383
E-Mail: sabine.haake@fernuni-hagen.de
Dez. 1.2 Forschung und Forschungsservice
FernUniversität in Hagen

 

 

Habilitation

Während im Rahmen der Promotion eine weitere fachlich-wissenschaftliche Qualifikation erworben wird, wird mit der Habilitation die Befähigung geprüft, das eigene Fach vollumfänglich in Forschung und Lehre zu vertreten. Auf die Habilitation folgt die Erteilung der venia legendi, das heißt die Zuerkennung der Lehrberechtigung im jeweiligen Fach. Mit Erlangen der venia legendi ist somit die akademische Qualifizierungsphase abgeschlossen.

Foto: Hardy Welsch
 

Alle Fakultäten der FernUniversität bieten die Möglichkeit zur Habilitation gemäß Maßgabe der Habilitationsordnungen. Fachspezifische Informationen zur Habilitation erhalten Sie direkt von den Fakultäten:

Die FernUniversität fördert die Habilitation im Rahmen der Forschungsförderung unter anderem durch Maßnahmen im Rahmen des internen Forschungsförderprogramms (z. B. mit dem Anschubstipendium oder dem Habilitandinnen-Stipendium) sowie durch Beratung zu Antragstellung bei Drittmittelgebern. Der Service Wissenschaftlicher Nachwuchs berät Sie in Fragen der Fort- und Weiterbildung und Karriereplanung und unterstützt die Vernetzung gerade auch im Bereich der Postdoktorandinnen und Postdoktoranden.


 

Juniorprofessur

Anstelle einer Habilitation kann auf die Promotion auch eine Beschäftigung als Juniorprofessorin oder Juniorprofessor folgen. Die Phase der Juniorprofessur hat ebenfalls zum Ziel, sich für die eigenständige Vertretung des Faches in Forschung und Lehre zu qualifizieren. Einzelheiten zur Evaluation einer Juniorprofessur an der FernUni Hagen können Sie der „Ordnung der FernUniversität in Hagen zur Evaluation von Juniorprofessuren mit oder ohne Tenure-Track-Verfahren“ entnehmen. Eine mit positiver Evaluation absolvierte Juniorprofessur berechtigt in der Regel zur Berufung auf Lebenszeitprofessuren, es erfolgt aber nicht automatisch eine formelle Feststellung der Lehrbefähigung in Form einer Habilitationsprüfung. Die Erteilung der Lehrberechtigung erfolgt durch die Einstellung als Hochschullehrer/-in auf Lebenszeit.

Als Juniorprofessor/-in an der FernUniversität stehen Ihnen im Rahmen der internen Forschungsförderung und internen Fortbildung zahlreiche Fördermaßnahmen offen. Unterstützung bei der Einwerbung von Drittmitteln stellt der Drittmittelservice bereit.