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Veranstaltungen

Auftaktveranstaltung zum Schuljahr 2008/2009

Eindrücke von der Auftaktveranstaltung

Am 16.09.2008 trafen sich zwischen 17.00 und 20.30 Uhr in der Mensa der Fernuniversität Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer der am Projekt beteiligten Schulen aus Hagen und Lüdenscheid mit den Vertreterinnen und Vertretern des Historischen Instituts der Fernuniversität. Das Treffen hatte den Zweck, eine Art Startschuss für die gemeinsame Arbeit am Projekt im kommenden Schuljahr zu geben. Gleichzeitig wollten wir aber auch ein Forum schaffen, in dessen Rahmen man sich gegenseitig kennenlernen und Erfahrungen austauschen konnte. Angestrebt wurde die wechselseitige Information über das, was in dem letzten halben Jahr des vergangenen Schuljahres seit Projektbeginn in den verschiedenen Teilvorhaben geschehen ist. Alle Projekte haben auf verschiedene Weise begonnen, sich mit dem Verhältnis von Migration und Identität zu beschäftigen und dabei das Spannungsverhältnis zu beleuchten, das zwischen dem Lokalen und dem Globalen besteht. Eine Art Leitmotiv der Veranstaltung war die Frage, was denn eigentlich deutsch ist, was wer für deutsch hält, wer wen als Deutschen sieht und wie man Deutscher wird. Elif Schloßhauers wunderschön vorgetragene traditionelle und moderne türkische Lieder, die sie mit der Laute und der Gitarre begleitete, drehten sich ebenso um diese Problematik wie der Kurzfilm „Noch Fragen“ oder die WDR-Fernsehfeatures über den Einbürgerungstest oder über Fatih Cevikkollus’ deutsch-türkisches Kabarett.

3. Denkwerk Symposium 2008

Erfahrungsbericht über die 3. Denkwerkstatt der Robert Bosch Stiftung in Leipzig

Nikolaikirche, LeipzigAm 19. und 20. September fand die dritte Denkwerkstatt der Robert Bosch Stiftung in Leipzig statt. Nach unserer Ankunft in Leipzig suchten wir zunächst unser Hotel auf und hatten dann noch Zeit für einen kurzen Rundgang durch die Leipziger Innenstadt. Frau Heggemann zeigte uns die Nikolaikirche [externer Link], in der mit den Montagsgebeten die friedliche Revolution in der ehemaligen DDR begann, die im November 1989 zum Fall der Mauer und zur Wiedervereinigung führte. Die Kirche wirkte sehr hell und offen. Weiter ging es dann zum Markt mit dem Alten Rathaus und dem Messehaus. Nach einem kurzen Imbiss mussten wir uns auf den Weg zum Tagungsort, dem Mediencampus Villa Ida, machen.
Dort hatten Özlem und ich die einmalige Gelegenheit, einen Einblick in die Arbeitsweise solch eines Symposiums zu bekommen und Ideen für unser eigenes Projekt, „Migration und Identität: global – lokal“ zu gewinnen. Teilgenommen haben über 100 Schüler, Lehrer und Wissenschaftler aus der gesamten Bundesrepublik.
Als Vertreterin der Stiftung begrüßte uns Frau Dr. Ingrid Hamm und führte in ihren einleitenden Worten aus, wie wichtig Problemlösungen für die Zukunft seien. Sie betonte, dass auch viele Experten aus den Bereichen Ethik, Religion und anderen Geisteswissenschaften notwendig seien, um die wirtschaftlichen und politischen Probleme der Zukunft lösen zu können. Es werde notwendig sein, sich immer weiter zu bilden und stets für neue Situationen offen zu sein.

Professor Dr. Klaus BadeAnschließend folgte der mitreißende Vortrag von Professor Dr. Klaus Bade, der humorvoll war, aber trotzdem dem Ernst des Themas gerecht wurde.
Er gliederte seinen Vortrag in drei Teile und machte klar, dass jeder Mensch Erfahrung mit dem Fremdsein sammle. Bei der zunehmenden Zuwanderung in die Bundesrepublik sei eine Migrationspolitik notwendig, die die Fähigkeiten der Migranten fördere und vorhandene Abschlüsse schneller anerkenne, um einen Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen.
Eine fehlende Partizipation verhindere eine soziale Eingliederung und führe zu Gewalt.
So oft könne man es in der eigenen Umgebung mitbekommen, wie Kinder mit Zuwanderungshintergrund in der dritten Generation nur mit einem Hauptschulabschluss in der Hand dastehen. So etwas sei manchmal unverständlich, da die Eltern oder Großeltern im Heimatland als Lehrer oder Ingenieure tätig waren und in Deutschland als Taxifahrer oder Fabrikarbeiter enden. So sei meist auch die Zukunft der Kinder dritter Generation nicht berauschend.

Nach den Vorträgen ging es dann am Abend zum Essen in den alten Bahnhof –den ältesten Bahnhof Deutschlands-, der zu einem bayrischen Spezialitätenrestaurant umgebaut worden ist. Es gab ein Buffet und wir konnten an den eingedeckten Tischreihen Platz nehmen.
Özlem und ich hatten eine sehr nette Dame aus dem Ministerium in Mecklenburg-Vorpommern kennengelernt, mit der wir auch am Abend zusammen saßen. Dazu kamen noch ein Student, zwei Schüler und drei Lehrer bzw. wissenschaftliche Mitarbeiter, die am nächsten Tag ihr Kooperationsprojekt vorstellen wollten. Es war eine sehr nette und lustige Runde. Nach dem Essen trat eine Schüler-Kabarett-Gruppe auf, die in mehreren Szenen alltägliche Situationen in einer Kleinstadt an der ehemaligen Grenze zwischen BRD und DDR parodierten. Die Gruppe war aus einem früheren Projekt der Robert Bosch Stiftung hervorgegangen und arbeitet bis heute weiter. Auch die Zuschauer wurden mit einbezogen und es war insgesamt unterhaltsam, witzig und hintergründig.

Am nächsten Vormittag folgte nun die Präsentation der laufenden Projekte durch Schülervorträge. Vorinformationen konnte jeder Teilnehmer aus den im Foyer ausgestellten Postern und sonstigen Materialien entnehmen.
Die Gruppen wählten überwiegend die Form des Vortrags mit Unterstützung einer Powerpoint-Präsentation. Eine Gruppe hatte ihre Ergebnisse zum Thema „Interkulturelle Kompetenz – Kontakt mit Fremden“ szenisch umgesetzt. Zwei Mädchen erzählten einem unwissenden, ständig nachfragenden Jungen alles, was sie vorzutragen hatten. Dadurch wurden die unterschiedlichen Positionen besonders gut deutlich.
Alle Vorträge haben uns viele Ideen und konkrete Vorstellungen zur Umsetzung unseres Projektes gegeben.
IllustrationAm Nachmittag folgten getrennte Workshops für Lehrer und Schüler. Unser Workshop sollte ein Schnupperkurs für das spätere Berufsleben werden. Drei Professoren erzählten über ihren bisherigen beruflichen Werdegang. Es wurde uns klar, dass neben einem Studium auch weiterführende Ausbildungen und Praktika wichtig sind. Meist hatten die Wissenschaftler auch ganz unterschiedliche Fächerschwerpunkte innerhalb ihres Studiums gesetzt. Es gibt eben nicht immer den perfekten Plan des beruflichen Lebens.

Um halb Fünf verließen wir am Nachmittag das Symposium und fuhren zum Hauptbahnhof. Mit mehr als zweieinhalb Stunden Verspätung kamen wir dann um kurz nach ein Uhr nachts am Hagener Hauptbahnhof an.

Im Rückblick hat mir persönlich der Vortrag von Professor Dr. Klaus Bade am besten gefallen. Mit viel Witz und Humor hat er uns den Ernst der Sache nahe gebracht. Zudem fand ich gut, dass wir mit vielen Schülern Kontakte knüpfen konnten, aber auch mit Lehrern.

Vielen Dank an die Robert Bosch Stiftung!


Silan Kühlich, Fotos: Özlem Schloßhauer

4. Denkwerk Symposium 2009

Erfahrungsbericht über die 4. Denkwerkstatt der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart

Die Vertreter von Global-Lokal Teilprojekt IIm November 2009 besuchten einige Vertreter dieses Teilprojektes (Christel Fleddermann-Meyer, Vincent Schnell und Esther Kolaczkowski sowie die am IGB arbeitenden Eva Engelhardt und Gabor Klung) das Denkwerk-Symposium der Robert-Bosch Stiftung in Stuttgart.

Zum "nachdenken, reflektieren und forschen" trafen sich dort viele Gruppen bestehend aus Schülern, Lehrern und Geisteswissenschaftlern aus ganz Deutschland zum fünfjährigen Jubiläum des Denkwerk-Symposiums.

Das Symposium im Stuttgarter Rathaus begann mit verschiedenen Schülervorträgen zu Themen wie "Gute Zeiten - Schlechte Zeiten - Werbe-Zeiten – Wie wird Natürlichkeit und Gesundheit in Werbespots vermittelt?" oder "Frühe Neuzeit trifft Webtechnologie - eine Schulordnung des 16. Jahrhunderts". Kaffeepausen wurden dazu genutzt, jeder Gruppe die Möglichkeit zu geben, das jeweilige Projekt anhand eines Plakats darzustellen. Abends gab es ein festliches Abendessen in der Robert Bosch Stiftung, das durch eine Lesung der Adelbert-von-Chamisso-Preisträgerin von 2006 Zsuzsanna Gahse eingerahmt wurde.

Der 2. Tag des Symposiums begann nach einer Begrüßung mit einem Vortrag von Prof. Dr. Sandra Richter zum Thema "Was ist Optimismus? Ideen- und literaturgeschichtliche Forschungsansätze", dem eine themenspezifische Diskussion folgte. Nach einem Mittagsimbiss wurden die Ergebnisse der verschiedenen Projekte des letzten Jahres präsentiert. Mit Hilfe von verschiedenen Einzelworkshops, jeweils für Lehrer, Schüler und Geisteswissenschaftler, wurde die Möglichkeit geboten, das Vergangene zu reflektieren und auch einen Blick in die Zukunft des eigenen Projektes zu werfen.

Die Vertreter von Global-Lokal Teilprojekt IDie Vertreter von Global-Lokal Teilprojekt I

Fazit zu Stuttgart

Der Programmaufbau des Denkwerk Symposiums in Stuttgart wurde in der Tendenz kritisch bewertet. Einzelne Projekte wurden zu lang präsentiert, sodass es nur wenige Möglichkeiten gab, das eigene Projekt vorzustellen. Auch die Projekttafeln boten hierfür nicht genug Raum. Unsere Teilnehmer fanden die von der Stiftung zur intensiven Präsentation ausgewählten Themen im Vergleich zu einigen Projekttafeln eher uninteressant. Besonders die Schüler bedauerten, dass „wir unser eigenes Projekt nicht vorstellen konnten“. Zudem hatten die Schüler besonders während der Diskussionen kaum die Möglichkeit ins Gespräch zu kommen, das von den Universitätsvertretern dominiert wurde. Dies erweckte den Eindruck „kontraproduktiv zum Anspruch“ zu sein. Des Weiteren beurteilten die Schüler den Schülerworkshop als nicht sehr ergiebig.

Positiv bewerteten unsere Teilnehmer das Rahmenprogramm, die freundliche Bewirtung und die Musik. Die Schüler stellten fest, dass die Zeit für die Betrachtung der Projekttafeln gut dazu genutzt werden konnte, um mit anderen Gruppen ins Gespräch zu kommen. Einen sehr guten Eindruck hat der Vortrag über Optimismus bei Schülern, Lehrern und Mitarbeitern der FernUniversität hinterlassen. Beim Lehrerworkshop wurde der offene Austausch unter den Lehrern gelobt. Es soll aber angemerkt werden, dass die Lehrer sich nicht an das vorgesehene Programm gehalten haben. Hierbei wurde festgestellt, dass die Voraussetzungen für die verschiedenen Projekte sehr unterschiedlich waren besonders in Bezug auf die Laufzeit (die Laufzeit unseres Projektes schien im Vergleich sehr lang).

geändert am 19.08.2010