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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Geschichte der Sexualität in der Bundesrepublik 1949-1990

Adressatenkreis: BA KuWi: Modul G6; offen für alle Geschichtsstudierenden
Ort: Berlin
Adresse: Regionalzentrum Berlin
Regionalzentrum Berlin
Neues Kranzler Eck
Kurfürstendamm 21
10719 Berlin
Raum 2
Termin: 02.11.2018 bis
03.11.2018
Zeitraum: Fr, 02.11.2018 16.00-21.00 Uhr
Sa, 03.11.2018 09.00-16.00 Uhr
Leitung: Paul Schrader M.A.

Anmeldefrist: 30.09.2018
Anmeldung: Bitte melden Sie sich auf dieser Seite (siehe unten) online an.
Auskunft erteilt: E-Mail: Andrea Buczek
Telefon: +49 02331/987-2110

Inhalt und Ziele des Seminars

Die Geschichte der Bundesrepublik nach 1945 war immer wieder von heftig ausgetragenen Kontroversen über sexuelle Verhaltensweisen und Identitäten begleitet. Ob es sich um die Einführung der „Pille“, die Reform des Sexualstrafrechts oder die zunehmende Nachfrage nach sexuellen Hilfsmitteln und Pornographie handelte – alle diese Themen nahmen einen breiten Raum in der öffentlichen Debatte ein. Aber nicht nur das: Seit den 1960er Jahren entstand eine Vielzahl von Gruppen und Bewegungen, die für eine neue Sexualmoral oder eine Liberalisierung sexueller Normen eintraten. Alternative Milieus erprobten Formen des Zusammenlebens jenseits der Kleinfamilie und riefen gar eine „sexuelle Revolution“ aus. Die zweite Welle der Frauenbewegung engagierte sich für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung und homosexuelle Initiativen kämpften für die Entkriminalisierung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen. Aber auch in anderen gesellschaftlichen Schichten setzte man sich stärker mit Fragen der Sexualität auseinander – wie der reißende Absatz von Aufklärungsfilmen, Ratgebern oder Pornographie verrät. Als sich in den 1980er Jahren die Krankheit Aids ausbreitete, gewannen Kontroversen über sexuelle Praktiken schließlich erneut an politischer Brisanz.

Wenn aber die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts tatsächlich von einem „Wandel“ sexueller Verhaltensweisen sowie einer Zunahme von Debatten über dieses Thema geprägt war – von welchen Akteur*innen ging dieser Wandel dann aus? Welche Gruppen beteiligten sich mit welchen Zielen an den Kontroversen? Und was sagt die Art und Weise, wie in Wochenmagazinen, Ratgeberkolumnen oder Romanen über Sex gesprochen wird, über die kulturelle Selbstverortung einer Gesellschaft aus. Anhand ausgewählter Aspekte des Themas – wie der Konsumgeschichte, der Geschlechtergeschichte, der Geschichte von Emanzipationsbewegungen und der Medien – möchte sich das Seminar diesen Fragen nähern. Dazu werden wir auch die Entwicklung in anderen europäischen Ländern (wie Spanien, England und der DDR) schlaglichtartig analysieren. Das Seminar möchte einen Einblick in die wichtigsten Forschungsfelder und Kontroversen der zeithistorischen Sexualitätsgeschichte bieten; zudem sollen im Kurs grundlegende historische Arbeitsweisen wie Quellenanalysen und Präsentationen geübt werden.

Zum Ablauf

Das Seminar besteht aus Vorträgen, Diskussionen und der gemeinsamen Lektüre von ausgewählten Quellen und Filmdokumenten während des Seminars. Bestandteil der Präsenzveranstaltung ist außerdem ein Besuch im Schwulen Museum* Berlin und eine Führung durch die archivalischen Bestände des Hauses. Der dortige Ausstellungs- und Bibliotheksbereich ist rollstuhlgerecht erreichbar; für Eintritt und Führung fällt eine Teilnahmegebühr an, die voraussichtlich unter zehn Euro pro Person liegen wird. Es ist erwünscht, dass Studierende während des Seminars einen kurzen Impulsvortrag halten oder eine Textpatenschaft über eine historische Quelle bzw. einen Forschungstext übernehmen.

Literatur zur Einführung (fakultativ):

Adamczak, Bini (2017): Beziehungsweise Revolution. 1917, 1968 und die kommende. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Bänzinger, Peter-Paul et al. (Hrsg.) (2015) Sexuelle Revolution? Zur Geschichte der Sexualität im deutschsprachigen Raum seit den 1960er Jahren. Bielefeld: Transcript.

Bänziger, Peter-Paul/ Stegmann, Julia (2010): Politisierungen und Normalisierung: Sexualitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum, in: H-Soz-u-Kult, 05.11.2010, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/forum/2010-11-001.

Fenemore, Mark (2009): The Recent Historiography of Sexuality in Twentieth-Century Germany. In: The Historical Journal 52 (3), S. 763-779.

Heider, Ulrike (2014): Vögeln ist schön. Die Sexrevolte von 1968 und was von ihr bleibt. Berlin: Rotbuch.

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04.09.2018
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Neuere Deutsche und Europäische Geschichte, 58084 Hagen