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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Politische Sozial- und Kulturgeschichte der Reichsgründerzeit

Adressatenkreis: BA KuWi: Modul G6; MA EuMo: Modul 4G; MA GeEu: Modul II; Modul IV; Modul VII; Alle Studierenden in geschichtswissenschaftlichen Modulen
Ort: Frankfurt
Adresse: Regionalzentrum Frankfurt/Main
Regionalzentrum Frankfurt am Main
der FernUniversität in Hagen
Colosseo Frankfurt
Raum "Neue Börse"
Walther-von-Cronberg-Platz 16
60594 Frankfurt am Main
Termin: 14.12.2018 bis
15.12.2018
Zeitraum: Frei, 14.12.2018, 16.00-20.00 Uhr
Sa, 15.12.2018, 09.00-16.00 Uhr
Leitung: Prof. Dr. Wolfgang Kruse

Anmeldefrist: 18.11.2018
Anmeldung: Bitte melden Sie sich auf dieser Seite (siehe unten) online an.
Auskunft erteilt: E-Mail: Andrea Buczek
Telefon: +49 02331/987-2110
E-Mail: Prof. Dr. Wolfgang Kruse
Telefon: 02331/987-2121

Die Gründungsphase des Deutschen Kaiserreichs hat lange im Zentrum wichtiger historischer Untersuchungen und Kontroversen gestanden, sie ist in der jüngeren Historiographie aber eher an den Rand gerückt. Inhaltlich handelt es sich aber weiterhin um eine formative Phase der modernen deutschen Geschichte, in der mit der Industriellen Revolution und der Nationalstaatsbildung nicht zuletzt die "deutsche Doppelrevolution" (Hans-Ulrich Wehler) zu einem relativen Abschluß gefunden hat. Damit waren wesentlich politische, soziale und kulturelle Weichenstellungen verbunden. Unter der Regie Bismarcks begann die schwierige Einbindung des neuen Machtfaktors Deutsches Kaiserreich in das europäische Konzert der Mächte ebenso wie die Ausbildung einer von der Beschwörung äußerer und innerer Feindbilder geprägten, "negativen" nationalen Integration. Im preußischen Verfassungskonflikt der 1860er Jahre trat der Liberalismus noch einmal in scharfe Opposition zum monarchischen Obrigkeitsstaat und verlor anschließend einen großen Teil seiner oppositionellen Kraft, bevor er sich im jungen Kaiserreich zeitweilig zu einer Art Regierungspartei entwickelte. Zugleich trat der traditionelle Konservatismus in Opposition zum neuen, weiterhin monarchisch dominierten Nationalstaat. Der preußische Militarismus stieg mit den Reichsgründungskriegen zu einer dominierenden politischen und gesellschaftlichen Kraft auf. Die sozialdemokratische Arbeiterbewegung brach mit dem Liberalismus und konstituierte sich als radikale Oppositionsbewegung zur bürgerlichen Ordnung. Im sog. Kulturkampf trafen der neue, preußisch-protestantisch dominierte Nationalstaat und der Katholizismus aufeinander. Und der moderne Antisemitismus formierte sich im jungen Kaiserreich nicht nur ideologisch im sog. Berliner Antisemitismusstreit, sondern auch als politisch-soziale Bewegung.

Diese Zusammenhänge werden in der Veranstaltung behandelt. Erwünscht ist die Bereitschaft, einen der zuvor verschickten Texte vorzustellen Gerne können auch Referate über thematisch passende (Prüfungs-) Projekte gehalten werden.

Zur Vorbereitung wird neben den Kapiteln in den großen Überlickswerken von Thomas Nipperdey (Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert) und Hans-Ulrich Wehler )Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 2) die folgende Literatur empfohlen:

Friedrich Lenger, Industrielle Revolution und Nationalstaatsgründung (1849-1870er Jahre), Stuttgart 2003 (Gebhardt Handbuch Deutscher Geschichte, Bd. 15)

Michael Fischer, Christian Senkel, Klaus Tanner (Hg.), Reichsgründung 1871. Ereignis - Beschreibung - Inszenierung, Münster 2010

Theodor Schieder u. Ernst Deuerlein (Hg.), Reichsgründung 1871. Tatsachen - Kontroversen - Interpretationen, Stuttgart 1980

Michael Stürmer, Die Reichsgründung. Deutscher Nationalstaat und europäische Gleichgewicht im Zeitalter Bismarcks, München 1993

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15.10.2018
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FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Neuere Deutsche und Europäische Geschichte, 58084 Hagen