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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Hagen (post)kolonial - eine Spurensuche

teilnahmebegrenzt!

A U S G E B U C H T !!!

Anmeldung nur noch auf W A R T E L I S T E !

Adressatenkreis: BA KuWi: Modul G4; MA EuMo: Modul 6G; MA GeEu: Modul II; Modul IV; offen für alle Geschichtsstudierenden
Ort: Hagen
Adresse: Freitag:
Stadtarchiv, Eilper Str. 132-136, Hagen

Samstag:
FernUniversität in Hagen
Universitätsstraße 1/11
Gebäude 3, EG
58097 Hagen

Raum D 006
Termin: 23.11.2018 bis
24.11.2018
Zeitraum: Freitag, 23.11.2018, 09:00 bis 18:00 Uhr, Stadtarchiv
Samstag, 24.11.2018, 09:00 bis 18:00 Uhr, FernUniversität
Leitung: Dr. Fabian Fechner
Barbara Schneider, M.A.
Anmeldefrist: 28.10.2018
Anmeldung: ONLINE-Anmeldung s. unten
t e i l n a h m e b e g r e n z t - max. 25 TeilnehmerInnen
Auskunft erteilt: E-Mail: Dr. Fabian Fechner
Telefon: +49 2331 987 - 2124
E-Mail: Karin Gockel
Telefon: +49 2331 987 - 2122

Kolonialgeschichte wird noch viel zu oft von den großen „Imperien“ her gedacht. Daneben hat sich in den vergangenen Jahren auch eine „Globalgeschichte von unten“ etabliert. Vor allem lokale Geschichtswerkstätten haben deutlich gemacht, dass man nicht die (deutsche) Nationalgeschichte als Hauptstrang darstellen kann und die Kolonialgeschichte als entbehrlichen Nebenstrang. Vielmehr stellt die Kolonialgeschichte einen integrativen Teil der National- und auch Lokalgeschichte dar.

Bei einigen Städten liegt das koloniale Thema wegen ihrer politischen Rolle oder der Überseebeziehungen auf der Hand, etwa bei Berlin, Hamburg oder Bremen. Doch auch schon andere Städte haben die lokale, alltagsgeschichtliche Verankerung des Kolonialismus gründlich aufgezeigt. Koloniale (Krieger-)Vereine, Völkerschauen, unternehmerische Tätigkeit in Übersee, die Ausbildung und Entsendung von Missionaren und Kolonialbeamten, Kolonialdenkmäler, Straßenbenennungen und revisionistische Publikationen verdeutlichen, dass das koloniale Denken keine bloße Randnote der Stadtgeschichte ist.

Initiativen beispielsweise in Hannover, Freiburg und Karlsruhe haben in Form von Blogs, Stadtrundgängen und Broschüren den „Kolonialismus vor Ort“ aufgezeigt. In Bielefeld und Düsseldorf wurde diese Aufarbeitung in Form von Publikationen geleistet, die von Studierenden im Rahmen von Universitätsseminaren erstellt wurden. Insbesondere für weite Teile des Ruhrgebiets ist der „Kolonialismus vor Ort“ noch völlig unerforscht. Für den Fall der Stadt Hagen wollen wir ihn uns gemeinsam erarbeiten und dokumentieren.

Wir wollen dabei in drei Schritten vorgehen:

1. Im Vorfeld des Seminars analysiert jede(r) Interessierte ein bereits abgeschlossenes Projekt zu „kolonialen Spuren“ in einer Stadt: Wer ist der Träger des Projekts? Welche Quellenbestände wurden durchgearbeitet? Wie wurden die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht? Im Seminar wollen wir dann im Rahmen der Ansätze der „public history“ bewerten, wie historische Begebenheiten in einer lokalen Öffentlichkeit erst zu einem „Thema“ gemacht werden. (Eine Liste mit Publikationen/Webadressen wird nach Teilnahmebestätigung zwecks Themenvergabe versandt; erste Vorschläge finden sich weiter unten.)

2. Für den Fall Hagen wollen wir dann exemplarisch erarbeiten, welche Verbindungslinien zwischen Stadtgeschichte und Kolonialismus (vor allem zwischen etwa 1850 und 1950) gezogen werden können. Dazu werden wir auch einen Tag im Hagener Stadtarchiv verbringen und uns die Recherchemöglichkeiten und Quellenkritik für die einschlägigen Quellengattungen erarbeiten.

3. Im Anschluss an das Seminar wird jede(r) Teilnehmende einen mindestens etwa 2 bis 3 Seiten umfassenden Text schreiben, der dann in eine Broschüre zu kolonialen Spuren in Hagen eingehen soll. Mögliche Themen sind:

Forscher und Wissenschaftler aus Hagen

(Beispiel: Russlandreisender und Biologe Eduard Eversmann)

Umbenennung von Straßen

(es gab zwischen 1936/38 und 1947 in Hagen eine Karl-Peters-Straße und eine Lettow-Vorbeck-Straße; um 1940 hieß auch der zentrale Park Lettow-Vorbeck-Park, der heutige Volkspark)

Hagener Soldaten in Tsingtao

(Beispiel: Schäfer, Karl, geboren in Hagen-Eilpe, bei Mobilmachung Seesoldat in der 2. Kompanie des Ostasiatischen Marine-Detachements, ab November 1914 gefangen im Lager Fukuoka)

Kolonialvereine

(Deutsche Kolonialgesellschaft, Abtheilung Hagen[bes. Dr. Carl Cremer], zudem der Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft; misslungene Gründung der „Vereinigung Colonial-Schutztruppen Hagen und Umgegend“)

Folkwang-Museum, Folkwang-Verlag, „Photographien- und Diapositivzentrale“ (bis 1922)

(Sammlung, Ausstellung und Verbreitung von ethnologischen Exponaten und kolonialem Wissen)

Überseegeschäft Hagener Firmen

(z. B. Eisenindustrie, Johann Caspar Harkort, 1817-1896)

Kolonialpolitik

(etwa die Kolonialpolitik von Eugen Richter, langjähriger Abgeordneter von Hagen-Schwelm, als Gegenspieler Bismarcks)

Missionare aus Hagen (v. a. Vereinte Evangelische Mission, Jesuitenorden)

(Beispiel: Friedrich Eigenbrod, geb. 4.6.1885 in Hagen-Delstern, gest. 7.9.1936 in Leiden;
von 1914-1935 Missionar der Rheinischen Missionsgesellschaft auf Sumatra, leitete eine Missionsdruckerei)

Eine detailliertere Liste mit Themenvorschlägen wird nach Teilnahmebestätigung versandt. Danach werden die Themen vergeben. Selbstverständlich sind auch eigene Themenvorschläge möglich.

Wenn überhaupt, wurde dieses Thema bislang unter „unsere großen Söhne in Übersee“ abgehandelt. Uns wird es aber um die Alltäglichkeit von Kolonialismus und die bislang vernachlässigte koloniale Grundierung des lokalen Selbstverständnisses gehen.

Einen hervorragenden, knappen Überblick in die Gesamtthematik und die gesellschaftlichen Diskussionsfelder geben zwei kurze Texte. Beide stehen frei über die Homepage der Zeitschrift zur Verfügung https://werkstattgeschichte.de/alle_ausgaben/in-bewegung/

Es handelt sich um einen Essay und ein Interview:

Marianne Bechhaus-Gerst: Decolonize Germany? (Post)Koloniale Spurensuche in der Heimat zwischen Lokalgeschichte, Politik, Wissenschaft und „Öffentlichkeit“, in: WerkstattGeschichte 75 (2017), S. 49-55.

Jan-Henrik Friedrichs, Katja Jana: „Dass die Akademie Themen aufgreift und dann den Aktivismus links liegen lässt…“ Gespräch mit Manuela Bauche von „Kolonialismus im Kasten?“ und Christian Kopp von „Berlin Postkolonial“, in: WerkstattGeschichte 75 (2017), S. 71-81.

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Für den breiteren Kontext dienen beispielsweise folgende Publikationen:

Ulrich van der Heyden / Joachim Zeller (Hg.): Kolonialismus hierzulande. Eine Spurensuche in Deutschland, Erfurt, 2007.

Jürgen Zimmerer (Hg.): Kein Platz an der Sonne. Erinnerungsorte der deutschen Kolonialgeschichte. Frankfurt a. M. 2013.

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Als Eindruck der Thematik kann auch ein Blick auf ähnlich gelagerte Projekte anregend sein:

Brahm, Felix/Bettina Brockmeyer (Hg.): Koloniale Spurensuche in Bielefeld und Umgebung, Bielefeld 2014.

Mörsch, Tim (Red.): Kolonialismus vor Ort. Kolonialbewegung und Vereine in Düsseldorf, Düsseldorf 2014. http://www.geschichte.hhu.de/lehrstuehle/europaeische-expansion-im-19-und-20-jahrhundert/unsere-forschung/duesseldorfer-globalgeschichte-lehrforschung/broschuere-kolonialismus-vor-ort.html

Marianne Bechhaus-Gerst/Anne-Kathrin Horstmann (Hg.): Köln und der deutsche Kolonialismus. Eine Spurensuche, Köln 2013.

Oldenburg postkolonial, Studierendenprojekt: https://www.uni-oldenburg.de/ol.postkolonial/

Heyden, Ulrich van der / Joachim Zeller (Hg.): Kolonialmetropole Berlin. Eine Spurensuche, Berlin 2002.

Möhle, Heiko: Branntwein, Bibeln und Bananen. Der deutsche Kolonialismus in Afrika. Eine Spurensuche, 5. Aufl., Hamburg 2017.

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Eine Bestätigung Ihrer Teilnahme senden wir Ihnen spätestens zum Ablauf der Anmeldefrist an Ihre email-Adresse. Sollte dann keine Bestätigung erfolgen, melden Sie sich bitte im Lehrgebiet Geschichte Europas in der Welt.

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Anmeldung nur noch auf W A R T E L I S T E !
(23.11.2018 bis 24.11.2018 in Hagen) verbindlich an.

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Karin Gockel | 01.10.2018
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