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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Railway Imperialism - Verkehrsinfrastruktur, imperiale Expansion und koloniale Durchdringung

Adressatenkreis: BA KuWi: Modul G4; MA EuMo: Modul 6G; MA GeEu: Modul II; Modul IV; offen für alle Geschichtsstudierenden
Ort: Nürnberg
Adresse: Regionalzentrum Nürnberg
Pirckheimerstr. 68
90408 Nürnberg

Raum Atlanta
Termin: 26.04.2019 bis
27.04.2019
Zeitraum: Freitag, 26.04.2019, 09:00 bis 18:00 Uhr,
Samstag, 27.04.2019, 09:00 bis 18:00 Uhr
Leitung: Prof. Dr. Jürgen G. Nagel
Anmeldefrist: 15.03.2019
Anmeldung: ONLINE-Anmeldung s. unten
Auskunft erteilt: E-Mail: Prof. Dr. Jürgen G. Nagel
Telefon: +49 2331 987 - 2114
E-Mail: Karin Gockel
Telefon: +49 2331 987 - 2122

In den Kolonien des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurden vielerorts erhebliche Investitionen getätigt, um ein funktionsfähiges Eisenbahnnetz aufzubauen. Darüber hinaus trugen verschiedene Projekte im imperialen Einflussbereich der westlichen Mächte zur Globalisierung des Bahnverkehrs bei. Die Eisenbahn wurde zum führenden Infrastrukturprojekt der globalen Moderne – mit weitreichenden, durchaus ambivalenten Folgen. Auf der einen Seite stehen wirtschaftlicher und technologischer Fortschritt, auf der anderen die Zerstörung tradierter Sozialstrukturen und die Konstruktion neuer Abhängigkeiten. Eine Betrachtung der Eisenbahngeschichte des imperialen Zeitalters aus globalhistorischer Perspektive bietet die Möglichkeit, sehr verschiedene Bereiche aus Wirtschafts-, Technik-, Politik-, Sozial- oder auch Wissensgeschichte in den Blick zu nehmen. Fragen zum Technologietransfer wie zur Machtausübung spielen ebenso eine Rolle wie solche zum Militär oder zum Reisen, zur industriellen Produktion oder zur Warendistribution.

Das Seminar nimmt den Begriff des „Railway Imperialism“, der durch einen Sammelband von Clarence B. Davis und Kenneth E. Wilburn 1991 geprägt worden ist, zum Ausgangspunkt, um in exemplarischer Weise solchen komplexen Zusammenhängen nachzugehen. Im Mittelpunkt stehen die Bahnprojekte Großbritanniens und des Deutschen Reichs im Vorderen Orient, in Afrika und Asien. Darüber hinaus werden Japan als junge Imperialmacht und China als Akteur zwischen Selbsterneuerung und „informal empire“ einbezogen. Am Beginn des Seminars stehen die theoretischen bzw. konzeptionellen Grundlagen zum Zusammenhang von Imperialismus/Kolonialismus und Infrastruktur/Eisenbahnhau. Zur Konkretisierung werden daraufhin Fallbeispiele zunächst auf Basis der aktuellen Forschungsliteratur thematisiert. Anhand ausgewählter Quellen werden diese schließlich in Bezug auf wesentliche Aspekte vertieft. Ein Besuch im DB Museum Nürnberg soll das Seminarprogramm abrunden.

Literaturhinweise

Biermann, Werner 1995: Tanganyika Railways – Carrier of Colonialism. An Account of Economic Indicators and Social Fragments (Afrikanische Studien, 9), Münster: Lit.

Christensen, Peter H. 2017: Germany and the Ottoman Railways. Art, Empire, and Infrastructure, New Haven: Yale University Press.

Davis, Clarence B./Wilburn, Kenneth E. (Hg.) 1991: Railway Imperialism (Contributions to Comparative Colonial Studies, 26), New York: Greenwood Press.

Elleman, Bruce A./Kotkin, Stephen (Hg.) 2010: Manchurian Railways and the Opening of China. An International History, Armonk: Sharpe.

Free, Dan 2008: Early Japanese Railways, 1853-1914. Engineering Triumphs that Transformed Meiji-Era Japan

Huenemann, Ralph W. 1984: The Dragon and the Iron Horse. The Economics of Railroads in China 1876-1937, Cambridge/Mass.: Harvard University Press.

Kerr, Ian J. 1995: Building the Railways of the Raj 1850-1900, Delhi: Oxford University Press.

Laak, Dirk van 2004: Imperiale Infrastruktur. Deutsche Planungen für eine Erschließung Afrikas 1880 bis 1960, Paderborn: Schöningh.

Macmurray, Jonathan S. 2001: Distant Ties. Germany, the Ottoman Empire, and the Contruction of the Baghdad Railway, Westport: Praeger.

McMeekin, Sean 2011: The Berlin-Baghdad Express. The Ottoman Empire and Germany’s Bid for World Power, 1898-1918, London: Penguin.

Urbansky, Sören 2008: Kolonialer Wettstreit. Russland, China, Japan und die Ostchinesische Eisenbahn (Globalgeschichte, 4), Frankfurt/Main: Campus.

Karin Gockel | 19.03.2019
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Neuere Europäische und Außereuropäische Geschichte, 58084 Hagen