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Präsenzveranstaltung

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Thema:

FÄLLT LEIDER AUS!!!
Chinesische Gesellschaft und Rheinische Mission zwischen 1847 und 1914

Adressatenkreis: MA Europäische Moderne
MA Geschichte Europas
Ort: Wuppertal, Hagen, Online
Adresse: Auftakt:
Vereinte Evangelische Mission /
Archiv und Museumsstiftung
Rudolfstr. 137
42285 Wuppertal

Termin: 28.09.2019 bis
30.09.2020
Zeitraum: Auftaktveranstaltung:
Samstag, 28.09.2019, 10.00 bis 18.00 Uhr in Wuppertal
Leitung: Prof. Dr. Jürgen G. Nagel
Tabea U. Buddeberg M.A.
Barbara Schneider M.A.
Anmeldung: ONLINE-Anmeldung s. unten
Auskunft erteilt: E-Mail: Prof. Dr. Jürgen G. Nagel
Telefon: +49 2331 987 - 2114
E-Mail: Karin Gockel
Telefon: +49 2331 987 - 2122

Das scheidende Jahrhundert hat der europäischen Welt noch eine Überraschung bereitet, auf die Niemand so recht gefaßt war, nämlich die Wirren in China. Durch dieselben ist China in nie geahnter Weise in den Vordergrund der Interessen gerückt, so daß die Augen der ganzen Welt sich nach Ostasien richteten. Man fing und fängt an sich mit China zu beschäftigen.“

Mit diesen Worten umschrieb der Rheinische Missionar Karl Maus, der sich zwischen 1887 und 1925 in China aufhielt, dass die Taiping-Bewegung, die Opiumkriege, der Boxer-Aufstand, diverse Staats-, Hunger- und Wirtschaftskrisen und der zunehmende Einfluss europäischer Mächte das Leben der Menschen im „Reich der Mitte“ ab etwa 1840 massiv erschüttert hatte. Das Lehrgebiet Geschichte Europas in der Welt nimmt diese „Wirren“ zum Anlass, ein Forschungsseminar zur Geschichte der Rheinische Mission in China und ihrer Begegnung mit der chinesischen Gesellschaft anzubieten. Das Angebot wird in enger Zusammenarbeit mit unserem langjährigen Kooperationspartner, der Archiv- und Museumsstiftung der Vereinten Evangelischen Mission in Wuppertal, realisiert.

Mit der Veranstaltung betritt das Lehrgebiet in zweifacher Hinsicht Neuland. Zum einen bieten wir erstmals eine Seminar an, das nicht nur anhand vorgegebener Materialien an wenigen Tagen geschichtswissenschaftliche Inhalte und Methoden vertieft, sondern das die Möglichkeit eröffnet, über einen längeren Zeitraum von zwei Semestern eigenständige Forschungsarbeiten unter Verwendung von Originalmaterialien (Schrift-, Bild- und Sachquellen) durchzuführen. Grundkenntnisse in geschichtswissenschaftlicher Arbeitsweise sind dafür unabdingbare Voraussetzung, weswegen sich das Seminar ausschließlich an Studierende der MA-Studiengänge wendet. Zum anderen ist die Geschichte der Rheinischen Missionsgesellschaft in China zwischen ihrem ersten Auftritt im „Reich der Mitte“ und dem Ersten Weltkrieg noch weitgehend ein Forschungsdesiderat. Das Seminar eröffnet also auch die Möglichkeit, selbst neue historische Erkenntnisse zu generieren.

Konkretes Ziel der Veranstaltung ist die Erarbeitung einer forschungsbasierten Ausstellung zum Thema, die zunächst auf dem Museum auf der Hardt in Wuppertal gezeigt werden soll; weitere Stationen sind angedacht. Begleitend soll eine Ausstellungspublikation erstellt werden, die in die Ausstellung einführt und zusätzliche Arbeitsergebnisse präsentiert. Ergänzend ist an einen „virtuellen Rundgangs“ gedacht, der auf den jeweiligen Internetseiten der beiden teilnehmenden Institutionen veröffentlicht werden soll.

Erwartet wird von den Teilnehmer*innen die Bereitschaft zur kontinuierlichen Mitarbeit über den gesamten Zeitraum von zwei Semestern hinweg. Geboten wird die Möglichkeit zur eigenständigen Forschung in einem professionellen Umfeld und zur Beteiligung an einem Projekt mit öffentlicher Wirkung. Entsprechende Bescheinigungen können ausgestellt werden.

Die Auftaktveranstaltung wird am 28. September 2019, von 10.00 bis 18.00 Uhr, in den Räumlichkeiten der Vereinten Evangelischen Mission in Wuppertal stattfinden. An diesem Termin wird zunächst das Archiv der Rheinischen Missionsgesellschaft und die dortigen Arbeitsmöglichkeiten vorgestellt. Die Teilnehmer*innen sollen sich dabei mit den theoretischen Grundlagen als auch den jeweils themenrelevanten Quellen vertraut machen. Darüber hinaus dient die Veranstaltung der Festlegung von Themenfeldern und zuständigen Arbeitsgruppen, aus denen sich im Laufe des Seminars Ausstellungsstationen herauskristallisieren sollen.

Die eigentliche Forschungsarbeit der Arbeitsgruppen wird mit Unterstützung des Wuppertaler Archivs online auf einer eigens dafür eingerichteten Moodle-Plattform durchgeführt. Zur Koordination sollen mehrere Hybridveranstaltungen sowie zu Beginn des Sommersemesters 2020 ein weiterer Präsenztag abgehalten werden. Das Seminar versteht sich als eine offene Veranstaltung, deren konkrete Ausgestaltung in erster Linie von den Arbeitsfortschritten und von der Initiative der Teilnehmer*innen abhängt.

Literaturhinweise

Apelt, Wolfgang 2008: Kurze Geschichte der Vereinten Evangelischen Mission, Köln: Rüdiger Köppe.

Dabringhaus, Sabine 2009: Geschichte Chinas 1279-1949, München: Oldenbourg.

Gründer, Horst 1992: Welteroberung und Christentum. Ein Handbuch zur Geschichte der Neuzeit, Gütersloh: Gerd Mohn, S. 387-428.

Klein, Thoralf 2009: Geschichte Chinas. Von 1800 bis zur Gegenwart, Paderborn: Ferdinand Schöningh.

Menzel, Gustav 1978: Die Rheinische Mission, Wuppertal: Vereinte Evangelische Mission.

Sun, Lixin 2002: Das Chinabild der deutschen protestantischen Missionare des 19. Jahrhunderts, Marburg: Tectum.

Wu, Albert Monshan 2016: From Christ to Confucius. German Missionaries, Chinese Christians, and the Globalization of Christianity 1860-1950, New Haven: Yale University Press.

Karin Gockel | 18.09.2019
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Neuere Europäische und Außereuropäische Geschichte, 58084 Hagen