Präsenzveranstaltung

Thema:
Die islamische Welt im langen 19. Jahrhundert
Adressatenkreis:
BA KuWi: Modul G4; MA EuMo: Modul 6G; MA GeEu: Modul II; Modul IV; Modul IX; Modul X;
Interessierte
Ort:
Berlin
Adresse:
Regionalzentrum Berlin
Neues Kranzler Eck
Kurfürstendamm 21
10719 Berlin

Raum 1
Termin:
08.11.2019 bis
09.11.2019
Zeitraum:
Freitag, 08.11.2019, 09:00 bis 18:00 Uhr,
Samstag, 09.11.2019, 09:00 bis 18:00 Uhr
Leitung:
Prof. Dr. Jürgen G. Nagel
Anmeldefrist:
27.09.2019
Anmeldung:
ONLINE-Anmeldung s. unten
Auskunft erteilt:
E-Mail: Prof. Dr. Jürgen G. Nagel , Telefon: +49 2331 987 - 2114
E-Mail: Karin Gockel , Telefon: +49 2331 987 - 2122

Das lange 19. Jahrhundert ist eigentlich ein Epochenbegriff, der auf die Europäische Moderne bezogen ist und eine eurozentrische Perspektive auf die Epochen der Weltgeschichte repräsentiert. Für die islamische Welt gelten ohne Zweifel ganz andere Zäsuren, beispielsweise das Aufkommen neuer Reform- und Frömmigkeitsbewegungen in der Mitte des 18. Jahrhunderts oder der Zweite Weltkrieg, in dessen Folge einige der größten islamischen Staaten die Unabhängigkeit erreichen (insofern könnte vielleicht von einem „langen 19. Jahrhundert XXL“ des Islams gesprochen werden). Gleichzeitig entwickelte sich die jüngere Geschichte der islamischen Welt stets in Begegnung und Auseinandersetzung mit einem expansiven, zunehmend dominanten, sich selbst als modern verstehenden Europa. Die Epoche dieser prägenden Wechselwirkungen will das Seminar in den Blick nehmen.

Im Fokus stehen einerseits die Beziehungen Europas zu den islamischen Gesellschaften in der Moderne, die durch Imperialismus und Kolonialismus ebenso gekennzeichnet sind wie durch Dynamisierung von Verkehr, Transport und Kommunikation oder durch eine zunehmende Verwissenschaftlichung interkultureller Wahrnehmung. Andererseits wird die Welt des Islams als ein globaler Verflechtungsraum in den Blick genommen, der wiederum durch westliche Einflüsse mitbestimmt wurde, aber auch durch gezielte Abgrenzungen, Gegenbewegungen und Widerstände.

Die Fragen, ob das 19. Jahrhundert – innerhalb welcher Zäsuren auch immer – eine eigenständige Epoche in der islamischen Geschichte darstellt, welche Bedeutung diese für die Beziehungen zu Europa hatte und ob sie möglicherweise sogar zum Verständnis aktueller Verhältnisse beiträgt, sollen anhand ausgewählter Problemfelder (z.B. islamische Netzwerke, Diasporagemeinschaften, Pilgerwesen, Reformbewegungen, Sufismus, Publizistik, koloniale Kontrolle, antikolonialer Widerstand, Anfänge der Islamwissenschaft) diskutiert werden. Mehrheitlich geschieht dies durch die Brille europäischer Quellen, wodurch sich zusätzlich die Möglichkeit ergibt, quellenkundliche Probleme ebenso zu thematisieren wie die Geschichte von Wahrnehmungsmustern in den europäisch-islamischen Beziehungen.

Literaturhinweise

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Tagliacozzo, Eric (Hg.): Southeast Asia and the Middle East. Islam, Movement, and the Longue Durée, Stanford: University Press, 2009.

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Karin Gockel | 11.02.2020