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Präsenzveranstaltung

Illustration
Thema:

Eine visuelle Geschichte Lateinamerikas: Bilddokument, Anklage, Karikatur, Comic

Adressatenkreis: BA KuWi: Modul G4; MA EuMo: Modul 6G; MA GeEu: Modul II; Modul IV; offen für alle Geschichtsstudierenden
Ort: Bonn
Adresse: Regionalzentrum Bonn
Gotenstraße 161
53175 Bonn

Die genaue Raumbezeichnung wird noch bekannt gegeben.
Termin: 10.05.2019 bis
11.05.2019
Zeitraum: Freitag,10.05.2019, 09:00 bis 18:00 Uhr,
Samstag, 11.05.2019, 09:00 bis 18:00 Uhr
Leitung: Dr. Fabian Fechner
Dr. Corinna Gramatke
Anmeldefrist: 10.04.2019
Anmeldung: ONLINE-Anmeldung s. unten
Auskunft erteilt: E-Mail: Dr. Fabian Fechner
Telefon: +49 2331 987 - 2124
E-Mail: Karin Gockel
Telefon: +49 2331 987 - 2122

Gegenwart heißt Bilderflut: Keine Nachricht ohne Foto, kein Nachmittag ohne visuelle Eindrücke durch Apps und Homepages. Die Allgegenwart des Bildlichen ist ein Kennzeichen des Alltags im frühen 21. Jahrhundert. Dadurch geht der Blick manchmal dafür verloren, dass über Jahrhunderte hinweg viele Bilder „besondere“ Medien waren, die unter großem Aufwand und hohen Kosten hergestellt wurden. Erst mit Erfindung der Lithographie um 1800 sind (reproduzierte) Abbildungen erschwinglicher geworden, und mit der Erfindung der (Digital-)Fotografie wurde das Bild zu einem Massenphänomen.

Am Beispiel Lateinamerikas werden wichtige Bildgattungen und zentrale Bildthemen exemplarisch beschrieben und untersucht: Kupferstiche mit der Thematik der Entdeckung und Sklaverei zählen ebenso dazu wie eigenwillige sakrale Bildschöpfungen wie der dreigesichtige Christus oder der bewaffnete Erzengel. In der Zeit nach der Unabhängigkeit spielen Anleihen aus der indigenen Bilderwelt eine stärkere Rolle in der Selbstrepräsentation der jungen Nationen. Es wird ein weitgefasster Bildbegriff angewendet, da auch die Quellenanalyse von Plakaten, Zeitungskarikaturen, Landkarten und Comics behandelt wird. Zeitlich werden die Beispiele aus der Kolonialzeit sowie dem 19. und 20. Jahrhundert stammen. Über die spanischsprachigen Länder Lateinamerikas hinaus werden punktuell auch Brasilien und die Karibik berücksichtigt. Die übliche ästhetische Analyse von Bildern wird durch die politisch-soziale Dimension erweitert, indem Themen wie Bildpolitik, Zensur, Propaganda und die Vermarktung von Bildern zur Sprache kommen.

Forschungspraktisch wollen wir uns gemeinsam den Ansätzen der historischen Bildwissenschaft widmen, wodurch das Bild als vollwertige historische Quelle anerkannt wird. Die historische Bildforschung und die „visual studies“ versuchen, die Entstehung, Verbreitung und (beabsichtigte) Wirkung von Bildern historisch einzuordnen. Eine Bildquelle wird nicht als „Abbild“ der Wirklichkeit verstanden, sondern als geschichtsmächtiges Medium, das Wirklichkeit miterzeugt. Daneben erschließen wir uns einige Recherchemöglichkeiten und Bildarchive, um bei Bedarf auch zu einem tragfähigen und nachvollziehbaren Fundus für die eigene Hausarbeit oder Abschlussarbeit zu gelangen.

Es ist geplant, im Rahmen des Seminars die archäologisch-ethnografische Lehr- und Studiensammlung der Abteilung für Altamerikanistik der Universität Bonn (BASA) mit einer Führung zu besuchen, um die Auswirkungen der indigenen Kultur auf die Bildwelt Lateinamerikas besser zu verstehen.

Die promovierte Diplomrestauratorin Corinna Gramatke (Düsseldorf) wird unter dem Motto „Texte lügen manchmal, Bilder immer“ das Seminar mitleiten und dabei einen hochaktuellen methodischen Ansatz zwischen Bildwissenschaft und „material studies“ wählen. Die besondere Thematik des visuellen Kulturtransfers wird Anhand von Darstellungen von Indigenen (z. B. von de Bry) und „indigener“ Kunst in Missionsdörfern behandelt. Neben der religiösen Thematik werden wir auch Pflanzenzeichnungen aus Enzyklopädien der Naturgeschichte analysieren, die die Erkundung und Erschließung der Naturreiche in der Neuen Welt in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Bei südamerikanischen Illustrationen von manuellen Arbeitsprozessen ist der Wissenstransfer konkret greifbar, wenn Federzeichnungen von Missionaren mit Darstellungen des Frankreichs der Aufklärung verglichen werden.

Literatur:

Paul, Gerhard: Visual History, Version: 3.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 13.03.2014

http://docupedia.de/zg/Paul_visual_history_v3_de_2014

Burke, Peter: Augenzeugenschaft. Bilder als historische Quellen, Berlin 2003.

Andermann, Jens/William Rowe (Hg.): Images of Power. Iconography, Culture and the State in Latin America, New York 2005.

Earle, Rebecca: The Return of the Native. Indians and Myth-Making in Spanish America, 1810-1930, Durham 2008. (besonders das Kapitel “Representing the Nation”, S. 47-78)

Jurt, Joseph: Die Kannibalen. Erste europäische Bilder der Indianer – von Kolumbus bis Montaigne, in: Monika Fludernik, Peter Haslinger und Stefan Kaufmann (Hg.): Der Alteritätsdiskurs des edlen Wilden. Exotismus, Anthropologie und Zivilisationskritik am Beispiel eines europäischen Topos. Würzburg 2002, S. 45-63.

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Karin Gockel | 02.04.2019
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