Frauen in Wissenschaft, Technik und Forschung

"Frauen und Technik - das passt!"

Zahlreiche Alltagsgegenstände wurden von Frauen erfunden und verwirklicht. Oft sind uns diese Leistungen allerdings nicht bewusst. Um Frauen in Wissenschaft, Technik und Forschung sichtbar zu machen, zeigt der folgende Spot, was ohne diese Erfindungen in unserem Alltag fehlen würde.

Mitwirkende

Organisation/Produktion: Gleichstellungsstelle - Nadine Sönnichsen

Konzeption und Regie: Sylvia Borges

[mehr erfahren]

Schauspielerin: Nina Vorbrodt

Schauspieler: Christof Düro

Technik: Alexander Reinshagen

Ton:

Matthias Heine-Bohnes
Sebastian Haßler

Sprachaufnahme: Moritz Minhöfer

Bild:

Sascha Senicer
Thomas Goral
Max Hüttermann

Requisiten: Michael Halein

Vielen Dank an Lutz Heineking für die Location.

Vielen Dank an das convoi studio Düsseldorf.

Die Erfinderinnen im Video

  • Amalie Auguste Melitta Bentz (geb. Liebscher) erfand im Jahre 1908 sowohl den Kaffeefilter als auch das Filtrierpapier. Bis zum Anfang des 20. Jahrhundert war es normal, dass der Kaffee bitter schmeckte und man sehr vorsichtig den letzten Schluck aus der Tasse nahm, es sei denn man wollte den Kaffeesatz nicht lesen sondern mittrinken.

    Frau Bentz konnte sich nicht so recht damit abgeben und die damals 35-Jährige nahm einen alten Messingtopf, dessen Boden sie mit Hammer und Nagel durchlöcherte, und legte das Löschpapier aus dem Schulheft ihres Sohnes hinein. Fertig war der „Urfilter“.

    Am 20. Juni 1908 gewährte das Kaiserliche Patentamt zu Berlin Gebrauchsmusterschutz für einen „Kaffeefilter mit auf der Unterseite gewölbtem Boden sowie mit schräg gerichteten Durchflusslöchern“. Das Löschpapier wurde im Amtsdeutsch zu „Filtrierpapier“ und bis heute dürfen sich nur die von der Firma Melitta produzierte Filtrierpapier „Filtertüte“ nennen.

    Quelle: Rose, Ingo und Barbara Sichtermann. Frauen einfach genial. 18 Erfinderinnen, die unsere Welt verändert haben. Knesbeck, München. 2011.
  • Die Wienerin Hedy Lamarr (geb. Kiesler) war nicht nur Leinwandgöttin sondern auch Miterfinderin des sogenannten Frequenzspreizungsverfahren, welches im Jahr 1942 patentiert wurde.

    Verheiratet mit dem Waffenfabrikant Fritz Mandl in den 30er Jahren und als Frau in ihrer Intelligenz unterschätzt, schnappte sie viel von dem auf, was ihr Mann mit seinen Kunden besprach. Unter anderem ging es um das Lenken von Torpedos. Die Ehe ging in die Brüche und Hedy kam nach Amerika. Dort lernte sie den Komponisten George Antheil kennen, der einen Weg suchte 16 mechanische Klaviere für ein Stück zu synchronisieren. Zusammen mit Hedy’s Wissen fanden sie eine Lösung mithilfe von Lochstreifen und nahmen sich dem Thema Torpedos an. Gemeinsam tüftelten sie an einem System, das Torpedos sowohl zielgenauer als auch die Kommunikation abhörsicher machen sollte.

    Für diesen eigentlichen Zweck, hat das amerikanische Militär nicht auf das Verfahren zurückgegriffen. Warum ist unbekannt. Aber ihre und Antheils Erfindung, der synchrone Frequenzwechsel, bildet die Grundlage für elektronische Errungenschaften wie Bluetooth, kabellose Telefone, abhörsichere Nachrichten und vieles mehr. In Zeiten der Elektronik dann nicht mehr mit Lochkarten.

    Quelle: Rose, Ingo und Barbara Sichtermann. Frauen einfach genial. 18 Erfinderinnen, die unsere Welt verändert haben. Knesbeck, München. 2011.
  • Die Ende der 90er in Mainz verstorbene Marga Faulstich arbeitete seit 1935 bei dem führenden Glashersteller Schott in Jena bei der Entwicklung der dünnen Schichten mit. Bei den insgesamt 40 Patenten, die sie im Laufe ihrer rasanten Karriere beantragte und hielt, wurde sie 1973 besonders für ihre Entwicklung des Leichtgewichts-Brillenglas SF64 geehrt.

    Bei Schott begann sie zunächst Hilfskraft und arbeitete sich dann hoch bis zur Wissenschaftlerin und wurde so die erste weibliche Führungskraft im Unternehmen. Neben ihrer Arbeit begann sie ein Studium der Glaschemie, welches sie aufgrund der Auswirkungen des zweiten Weltkriegs nicht abschließen konnte. Nach der Teilung 1949 und der damit einhergehenden Enteignung des Werks in Jena, bauten die 41 GlasmacherInnen ein neues Hauptwerk in Mainz.

    Marga Faulstichs Forschung und Entwicklung widmete sich neuer optischer Gläser, welche insbesondere für Objekte an Mikroskopen und Ferngläsern genutzt werden.

    Quelle: W-Fforte
  • Mitte der 80er Jahre erfand die britische Informatikerin und Computer-Architektin den ARM-Mikroprozessor. Bei 95% aller Smartphones ist dieser Prozessor Grundlage für den verbauten Chip und auch in vielen Computern und Laptops bildet der ARM Prozessor einen essentiellen Bestandteil.

    Während ihres Studiums in Cambridge arbeitete sie in einem ihrer Nebenjobs an der Entwicklung einer Kuh-Fütterungsmaschine, die den Beginn ihrer Mikroprozessor Entwicklung darstellt. Ihr Universitätsprofessor Hermann Hauser gründete 1979 aus einer Computer-Klitsche die Firma Acorn, bei der Sophie Wilson durch ihre Entwicklung des Prozessors bereits vor ihrem Uni-Abschluss einen Vertrag als Chef-Designerin in der Tasche hatte.


    Quelle: Handelsblatt
  • Bierbrauen war bis ins späte Mittelalter hinein reine Frauensache, egal ob hier oder anderswo auf der Welt. Überlieferungen legen nahe, dass Frauen, die tradtionell für das Essen und Trinken verantwortlich waren, durch das Vergären von Brot mit Wasser, das erste Bier gebraut haben. Die Nonne Hildegard von Bingen aus dem 12. Jahrhundert gilt vielleicht nicht als die Erfinderin des Bierbrauens, aber sie veröffentlichte die ersten Schriften zur Bierherstellung.

    Archeologische Funde belegen außerdem, dass bei den Sumerern etwa 2000 v.Chr. die weibliche Fruchtbarkeitsgöttin Nin-Harra als Göttin des Bieres galt.

    Quelle: Frauen brauen Bier und Über die Geschichte des Bieres

Am Anfang war Ada - Frauen in der Computergeschichte

Es gibt viele Pionierinnen in der Informations- und Computergeschichte. Eine davon ist Ada Lovelace, deren Geburtstag sich am 10. Dezember 2015 zum 200. Mal jährt. Dies hat das Heinrich Nixdorf MuseumsForum zum Anlass genommen, um das Leben und Werk von Frauen aus Wissenschaft und Technik auszustellen und zu beleuchten. Darunter sind: Grace Hopper, die die Grundlagen für heutige höhere Programmiersprachen entwickelte; Christiane Floyd, Deutschlands erste Professorin für Informatik; oder auch Nadia Magnenat-Thalmann, die auf dem Gebiet der "Virtual Humans" forscht.

Bis zum 10. Juli 2016 kann man die Ausstellung und das abwechslungsreiche Rahmenprogramm in Paderborn sehen. Ein Besuch ist auf alle Fälle sehr empfehlenswert.

Quelle: Programmheft [externer Link] (odf)

< zurück zu Maßnahmen zur Umsetzung von Gender in der Lehre

Weitere Informationen

Mehr zum Thema

Gleichstellungsstelle | 03.07.2018