Erfolge im Professorinnenprogramm II

Die FernUniversität nimmt am Professorinnenprogramm II des Bundes und der Länder teil. Neben der Anschubfinanzierung von zwei Regelprofessuren in den Fächern "Geschichte" sowie "Bildung und Differenz" konnten durch die eingeworbenen Fördermittel wichtige Fördermaßnahmen in den Themenfeldern „Gender in Lehre und Forschung“, „Familienfreundlichkeit“ und „Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses“ auf den Weg gebracht werden. Dazu zählen folgende gleichstellungsfördernde Maßnahmen:

  • Eine Professur für "Gender im Recht" konnte eingerichtet werden, mit Befristung auf fünf Jahre. Die Folgefinanzierung der W2-Genderprofessur, die über die Projektlaufzeit des Professorinnenprogramms II hinausgeht, wird danach von der FernUniversität übernehmen.

    Die Professur mit einer Voll-Denomination für Genderforschung wurde zunächst mit Professorin Ulrike Lembke besetzt, die erfolgreich mehrere Veranstaltungen durchgeführt hat. Dazu zählten ein Expert*innenworkshop „Gender in der rechtswissenschaftlichen Lehre“ am 17.03.2018 im Regionalzentrum Berlin der FernUniversität und das Kolloquium „Von der Eizellspende bis zur Elternverantwortung – Reformbedarf im Familien- und Abstammungsrecht“ an der FernUniversität in Hagen am 22./23.06.2018 an, in Kooperation mit dem Deutschen Juristinnenbund djb e.V. Weiterhin fand eine inter- und transdisziplinäre Forschungswerkstatt „Gender, Diversity, Diskriminierung in der Forschung der FernUniversität“ am 26.06.2018 an der FernUniversität in Hagen statt.

    Zum Wintersemester 2018 ist Professorin Lembke einem Ruf an die Humboldt-Universität zu Berlin gefolgt. Die Professur wird nun von ihrer langjährigen Mitarbeiterin Dr. Anja Böning vertreten.

  • Besetzt mit der renommierten Philosoph*in und Genderforscher*in Dr.*in Antke Engel (auch Antke Antek oder Antke_Antek Engel) konnte eine Gastprofessur „Gender und Queer Studies“ am Lehrgebiet Bildung und Differenz von Prof.*in Katharina Walgenbach implementiert werden.

    Ab dem Wintersemester 2019/2020 wird Antke Engel für ein Jahr am Auf- und Ausbau von Forschungsschwerpunkten zum Thema Gender und Queer Studies beteiligt sein und die Netzwerkbildung in diesen Bereichen unterstützen. In der Lehre wird sie maßgeblich an der Erstellung von Lehrvideos beteiligt sein sowie Lehrveranstaltungen anbieten zu den Differenzdimensionen Geschlecht und Sexualität (Queer Theory).

  • Angedockt an den Service Wissenschaftlicher Nachwuchs der FernUniversität wurde ein Mentoring-Programm für den weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs geschaffen. Dieses umfasst eine eineinhalb-jährige Programmlinie für Postdoktorandinnen und eine einjährige Programmlinie für Doktorandinnen.

    Die Mentees nehmen am 1:1 Mentoringverhältnis teil, einer Form des Peer-Mentorings, und einem auf sie zugeschnittenen Workshop-Programm. Die Mentees verpflichten sich in Bezug auf letzteres zur Teilnahme an mindestens zwei Workshops (Doktorandinnen) bzw. drei Workshops (Postdoktorandinnen). Darüber hinaus wurde ein interner Mentor*innenpool aufgebaut, der aus Postdoktorandinnen besteht.

  • Seit 2016 wurden insgesamt neun thematisch gebundene Promotionsstipendien im Bereich Genderforschung/Gender Studies an Promovend*innen vergeben.

  • Die Anschubfinanzierung eines FamilienServiceBüros konnte gewährleistet werden. Seit Mitte 2016 beraten die Mitarbeiterinnen des FamilienService in allen Fragen bezüglich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. Studium. Zielgruppe sind die Studierenden, die Beschäftigten und insbesondere der wissenschaftliche Nachwuchs.

    So wurde beispielsweise eine Maßnahme zur Finanzierung der Kinderbetreuung auf Tagungen geschaffen, eine Informationsbroschüre zum Mutterschutz für Studentinnen herausgegeben und die hochschulweite Vernetzung vorangetrieben, mitunter im dual career Netzwerk Ruhr und im Hochschulnetzwerk Familie NRW.

  • Zuletzt wurde die Veranstaltung "Gender Day" im Rahmen des Projekts "Gender in der Lehre" pilotiert. Seit 2016 findet der Gender Day jährlich am 12. Dezember an der FernUniversität statt. Dabei werden Workshops, Vorträge und Arbeitsgruppen angeboten, die sich jedem Jahr einem anderen Schwerpunktthema widmen rund um geschlechtergerechte Lehre.

    Darüber hinaus wurde eine umfangreiche Broschüre zu "Gender in der Lehre" (PDF 8 MB) über das Professorinnenprogramm finanziert, die als Handreichung dient für Fragestellungen zu geschlechtergerechter Sprache und geschlechtersensibler Gestaltung von Lehrmaterial.

 

Weitere Details zur Antragstellung und Förderung

Die FernUniversität in Hagen erzielte bei der Bewerbung mit ihrem Gleichstellungskonzept 2014-2017 beim Professorinnenprogramm II eine Spitzenbewertung. Von den 76 Bewerbungen, die bei der Ausschreibung 2014 für die erste Antragsstufe eingegangen waren, wurden insgesamt zehn Hochschulen – darunter die FernUniversität – als herausragende Vorbilder für chancengerechte Hochschulen bezeichnet und bekamen damit die Möglichkeit, sich an der zweiten Antragsstufe zu beteiligen.

Auch in der zweiten Antragsstufe konnte die FernUniversität überzeugen. Zwei Förderanträge wurden vom BMBF positiv beschieden. Mit Einreichen der beiden Förderanträge hat sich die FernUniversität dazu verpflichtet, zusätzliche gleichstellungsfördernde Maßnahmen zu implementieren. Dafür haben das BMBF, die FernUniversität und das MIWF insgesamt mehr als 1,5 Mio. € für fünf Jahre bereit gestellt.

 

Allgmeine Ziele und Rahmenbedingungen des Programms

Das Professorinnenprogramm haben Bund und Länder 2008 ins Leben gerufen, um den Anteil an Professorinnen an deutschen Hochschulen zu erhöhen – und hierfür insgesamt 300 Millionen Euro (150 Millionen Euro pro Phase) zur Verfügung gestellt. Das Programm wirkt auf zwei Ebenen. Es erhöht die Anzahl der Professorinnen an deutschen Hochschulen und stärkt durch spezifische Maßnahmen die Gleichstellungsstrukturen an Hochschulen.

Gefördert wird die Anschubfinanzierung von erstberufenen Wissenschaftlerinnen auf unbefristete, regulär im Haushalt der Hochschule eingeplante W2- und W3- Professuren. Förderzeitraum ist maximal fünf Jahre. Zu den Rahmenbedingungen des Programms gehört, dass die durch Anschubfinanzierung der Regelprofessur im Haushalt freiwerdenden Mittel plus weitere Mittel in mindestens gleicher Höhe von Land und Hochschule von der FernUniversität für gleichstellungsfördernde Maßnahmen eingesetzt werden müssen.

Simone Möller | 16.10.2019