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Forschungsschwerpunkte

Lokaler Kontext und politische Orientierungen

Gemeinden gelten gemeinhin als „Schule der Demokratie“. Weil die räumliche Nähe intensivere Kontakte mit Politikern ermöglicht, mehr Möglichkeiten der Beteiligung bietet und eine größere Vertrautheit mit dem politischen Prozess erlaubt, trägt die lokale Ebene dazu bei, die Legitimität des politischen Systems zu stärken und das Vertrauen in die Demokratie zu fördern. Diese plausible These und weitverbreitete Argumentation wird allerdings nur selten empirisch überprüft. Im Rahmen der am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) der Universität Mannheim durchgeführte Studie „Europa im Kontext“ wurde untersucht, welchen Einfluss individuelle Merkmale und der lokale Kontext auf politische Orientierungen haben. Diese Forschungsfrage wird an der FernUniversität weiter untersucht.

Veröffentlichungen

Tausendpfund, Markus, und Lisa Schäfer. 2018. Town twinning and political support. Local Government Studies 44 (4): 552-576.

Tausendpfund, Markus, und Angelika Vetter, Hrsg. 2017. Politische Einstellungen von Kommunalpolitikern im Vergleich. Wiesbaden: Springer VS.

van Deth, Jan W., und Markus Tausendpfund, Hrsg. 2013. Politik im Kontext: Ist alle Politik lokale Politik? Individuelle und kontextuelle Determinanten politischer Orientierungen. Wiesbaden: Springer VS.

Tausendpfund, Markus. 2013. Gemeinden als Rettungsanker der EU? Individuelle und kontextuelle Faktoren der Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger zur Europäischen Union. Baden-Baden: Nomos.

Tausendpfund, Markus. 2013. Gemeinden als Fundament der Demokratie? Individuelle und kontextuelle Bestimmungsfaktoren der Zufriedenheit der Bürger mit der Demokratie. In Die Versprechen der Demokratie. 25. wissenschaftlicher Kongress der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft, Hrsg. Hubertus Buchstein, 269-292. Baden-Baden: Nomos.

Tausendpfund, Markus. 2013. Zustimmung von Kommunalpolitikern zur weiteren europäischen Integration. Zeitschrift für Politikwissenschaft 23 (3): 365-391.

Politisches Wissen

Für die Wahrnehmung von Politik und die Beteiligung am politischen Leben einer Gesellschaft ist politisches Wissen notwendig. Nur einigermaßen informierte Bürgerinnen und Bürger sind in der Lage, politische Vorgänge zu verstehen und sich fundierte Meinungen zu bilden. Deshalb gehört in repräsentativen Demokratien die politische Informiertheit der Bürger zu einem angestrebten Gesellschaftsziel. Vor diesem Hintergrund beschreiben Delli Carpini und Keeter (1996, S. 8) politisches Wissen auch als „currency of citizenship” und Mondak (2001, S. 238) betrachtet politisches Wissen als „cornerstone construct in research on political behavior”, das Orientierungen wie Selbstwirksamkeit und Vertrauen sowie politische Beteiligung und die Wahlentscheidung beeinflusst (Barabas et al. 2014). Im Forschungsinteresse stehen dabei die Bestimmungsfaktoren und die Konsequenzen des politischen Wissens.

Veröffentlichungen

Abendschön, Simone, und Markus Tausendpfund. 2018. Was wissen Kinder von Europa? In Europabildung in der Grundschule, Hrsg. Helmar Schöne und Klaus Detterbeck, 71-86. Schwalbach: Wochenschau Verlag.

Ihme, Toni Alexander, und Markus Tausendpfund. 2018. Gender Differences in Political Knowledge: Bringing Situation Back In. Journal of Experimental Political Science 5 (1): 39-55.

Abendschön, Simone, und Markus Tausendpfund. 2017. Political Knowledge of Children and the Role of Sociostructural Factors. American Behavioral Scientist 61 (2): 204-221.

Stecker, Christian, und Markus Tausendpfund. 2016. Multidimensional government-citizen congruence and satisfaction with democracy. European Journal of Political Research 55 (3): 492-511.

Konsequenzen der Wirtschafts- und Finanzkrise

Die meisten europäischen Staaten durchlebten in den vergangenen Jahren eine tief greifende Wirtschaftskrise, die mit weit reichenden politischen, ökonomischen und sozialen Veränderungen einherging. Die sich im Anschluss daran entwickelnde Finanz- und Eurokrise hatte erhebliche Auswirkungen auf die nationalen politischen Systeme: In Irland wurde die Regierung im Zuge der Krise abgewählt, in Griechenland, Spanien und Portugal demonstrierten Tausende von Bürgern öffentlich gegen den Sparkurs der Regierung. In mehreren Veröffentlichungen wird der Einfluss der Wirtschaftskrise auf die politische Unterstützung und das politische Verhalten untersucht.

Veröffentlichungen

Braun, Daniela, und Markus Tausendpfund. 2018. Europawahlen 2014. Die Wahl euroskeptischer Parteien im Schatten der Wirtschaftskrise. In Parteien und die Politisierung der Europäischen Union, Hrsg. Lisa H. Anders, Henrik Scheller und Thomas Tuntschew, 73-102. Wiesbaden: Springer VS.

Braun, Daniela, und Markus Tausendpfund. 2015. Wirtschaftskrise und politische Unterstützung im europäischen Vergleich. In Wirtschaft, Krise und Wahlverhalten, Hrsg. Heiko Giebler und Aiko Wagner, 333-360. Baden-Baden: Nomos.

Braun, Daniela, und Markus Tausendpfund. 2014. The Impact of the Euro Crisis on Citizens’s Support for the European Union. Journal of European Integration 36 (3): 231-245.

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