Präsenzveranstaltung

Thema:
Friedrich Maximilian Klingers stürmerisch-drängerische Medea
Veranstaltungstyp:
Präsenzveranstaltung
Adressatenkreis:
BA KuWi: Modul L5; MA EuMo: Modul 5L;
weitere Interessierte
Ort:
Stuttgart
Adresse:
Regionalzentrum Stuttgart
Termin:
15.02.2019 bis
16.02.2019
Zeitraum:
Fr. 15.02.2019, 14:30-18:30 Uhr (Geänderte Uhrzeiten!)
Sa. 16.02.2019, 10:00-18:00 Uhr
Leitung:
Barbara Bollig, M.A.
Anmeldefrist:
23.01.2019
Auskunft erteilt:
E-Mail: Barbara Bollig, M.A. , Telefon: +49 2331 987-2519

Mit seiner Zugehörigkeit zum Goethe-Kreis und dem umso prägnanteren Bruch mit selbigem wenige Jahre später, der sich explizit vor allem in seinem literarischen Schaffen widerspiegelt, stellt Friedrich Maximilian Klinger eine spannende Figur der deutschsprachigen Kulturgeschichte dar. Sein Drama „Sturm und Drang“ gibt der Epoche den Namen und macht ihn, neben bspw. Goethe und Wieland, zu einem der bekannteren Vertreter der literarischen Strömung; nach dem Bruch mit den schreibend Gleichgesinnten lässt sich in Klingers Werken vermehrt eine Rückkehr zu klassischen Einflüssen beobachten, die der Programmatik der Stürmer und Dränger beinahe antithetisch gegenüberstehen. Seine späten Werke sind von philosophischen Diskussionen durchzogen und verhandeln insbesondere Topoi Rousseaus, Voltaires und Kants.

Zwei Dramen, die die unterschiedlichen Denkrichtungen des Klingerschen Schaffens miteinander verweben, sind seine „Medea in Korinth, oder: Das Schicksal“ (1786) und die „Medea auf dem Kaukasos“ (1791). Mit der Bearbeitung des mythischen Stoffes erschafft Klinger eine Gegenfigur zu Goethes ebenfalls 1786 erschienener „Iphigenie“, die in sich Qualitäten des stürmerisch-drängerischen Machtweibes, klassischer gesellschaftlicher Normvorstellungen sowie philosophische Positionen insbesondere Rousseaus vereint. Klingers Medea weist Ähnlichkeiten mit ihren antiken Namensvetterinnen auf, insbesondere in Korinth orientiert sich die Handlung stark an den Medeen Senecas und Euripides‘. Doch im Kontext des zweiten Dramas wandert der Fokus von dem vom personifizierten Schicksal vorgeschriebenen Kindermord hin zum Versuch eines menschlichen Autonomiestrebens der Halbgöttin und der Diskussion von Für und Wider der Mündigkeit des Menschen in einem Naturzustand.

Dieses Seminar befasst sich detailliert mit den beiden Klingerschen Medea-Dramen als literarischem Spielplatz diverser kultureller Strömungen als, nach Inge Stephan, Bindeglied zwischen vor- und nachklassischer Rezeption des Medea-Mythos.

Bitte bereiten Sie zur Diskussion im Seminar folgende Lektüren vor:

Friedrich Maximilian Klinger: Medea in Korinth
Friedrich Maximilian Klinger: Medea auf dem Kaukasos
(erschienen als Band 7 der historisch-kritischen Klinger-Gesamtausgabe bei de Gruyter, 2012 (https://www.degruyter.com/viewbooktoc/product/128803); verfügbar zum Download im Netz der FernUniversität)

Michaela Rehm: „Jean-Jacques Rousseau“. In: Stephan Gosepath, Wilfried Hinsch, Beate Rössler (Hg.): Handbuch der Politischen Philosophie und Sozialphilosophie. Band 2. Berlin: de Gruyter 2008. S. 1133-1138.

Es besteht die Möglichkeit, im Rahmen des Seminars Kurzreferate von 15-20 Minuten Länge zu halten. Mögliche Themen umfassen: Einflüsse antiker Medeen auf Klinger, Rousseausche Philosophie, Epochenkontext, Bezüge zu Goethes Iphigenie, ...

Wenn Sie Interesse haben, mit einem Kurzreferat zur Seminardiskussion beizutragen, melden Sie sich bitte zur Themenabsprache bei mir.

Leyla Pektas | 13.02.2019