Präsenzveranstaltung

Thema:
Autofiktion
Veranstaltungstyp:
Präsenzveranstaltung
Adressatenkreis:
BA KuWi: Modul L3; MA EuMo: Modul 5L;
weitere Interessierte
Ort:
Bonn
Adresse:
Regionalzentrum Bonn
Termin:
17.01.2020 bis
18.01.2020
Zeitraum:
Fr. 17.01.2020, 14:30-18:30 Uhr
Sa. 18.01.2020, 10:00-18:00 Uhr
Leitung:
Eva Zielasko, M.A.
Anmeldefrist:
26.12.2019
Auskunft erteilt:
E-Mail: Eva Zielasko, M.A. , Telefon: +49 2331 987-4382
E-Mail: Leyla Pektas (Sekretariat) , Telefon: +49 2331 987-4882

Hervorgegangen aus der französischen Theoriedebatte der 1970er um die "Unverfügbarkeit aller autobiographischen Wahrheit" (Wagner-Egelhaaf), ist "Autofiktion" ein schillernder Begriff, der länderübergreifende Bestseller à la Karl Ove Knausgårds Min Kamp-Zyklus ebenso einschließt wie den von Maxim Biller als "Ichzeit" betitelten Trend der deutschen Gegenwartsliteratur oder die auto-soziobiographischen Werke von Annie Ernaux, Didier Eribon und Édouard Louis. Dabei hat es bisweilen den Anschein, als ginge das Bedürfnis von Autoren nach narzisstischer Selbstinszenierung Hand in Hand mit einer wachsenden Lust der Leserschaft an Enthüllungen prominenter Schriftsteller. Gleichwohl liegt der Reiz der Autofiktion gerade in ihrer Mischform, die irgendwo auf dem Spektrum zwischen Roman und Autobiographie angesiedelt ist. Im Seminar werden wir trotz aller Unschärfe des Autofiktions-Begriffes eine Definition dieses Genres erarbeiten, um damit eine Strukturierung des "weiten Feldes" autofiktionaler Literatur vorzunehmen. Jede/r Teilnehmer/in ist dazu eingeladen, ein (selbst gewähltes) Beispiel vorzustellen, dessen Einordnung in die Kategorie "Autofiktion" anschließend in der Gruppe diskutiert werden kann. Eine Liste mit Vorschlägen wird zur Verfügung gestellt, vorläufig kann aus den Autor/innen Annie Ernaux, Thomas Glavinic, Tabea Hertzog, Karl Ove Knausgård, Isabelle Lehn, Clemens Meyer, Hanns-Joseph Ortheil, Ruth Schweikert, Clemens Setz oder Margarete Stokowski ausgewählt werden.

Zudem wird die Kenntnis der Romane Das bin doch ich von Thomas Glavinic (2007) und Hoppe (2012) von Felicitas Hoppe vorausgesetzt. Weitere Texte werden rechtzeitig in einem elektronischen Reader zur Verfügung gestellt.

Zur Einführung:

Frank Zipfel: „Autofiktion. Zwischen den Grenzen von Faktualität, Fiktionalität und Literarität?“, in: Grenzen der Literatur. Zum Begriff und Phänomen des Literarischen, hg. v. Simone Winko, Fotis Jannidis, Gerhard Lauer, Berlin: de Gruyter 2009, S. 285-314.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/literaturgattung-autofiktion-die-grosse-lust-am.1270.de.html?dram:article_id=443528

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/unsere-literarische-epoche-ichzeit-11447220.html

https://www.tagesspiegel.de/kultur/faszination-knausgrd-min-kamp-funktioniert-wie-big-brother/19834104.html

Webredaktion | 06.01.2020