Präsenzveranstaltung

Thema:
Nature Writing (ENTFÄLLT!)
Veranstaltungstyp:
Präsenzveranstaltung
Adressatenkreis:
BA KuWi: Modul L3;
und alle Interessierten
Ort:
Bonn
Adresse:
Regionalzentrum Bonn
Termin:
15.05.2020 bis
16.05.2020
Zeitraum:
Fr. 15.05.2020, 14:30-18:30 Uhr
Sa. 16.05.2020, 10:00-18:00 Uhr
Leitung:
Eva Zielasko, M.A.
Anmeldefrist:
22.04.2020
Anmeldung:
Online-Anmeldung (s.u.)
Auskunft erteilt:
E-Mail: Eva Zielasko, M.A. , Telefon: +49 2331 987-4382
E-Mail: Leyla Pektas (Sekretariat) , Telefon: +49 2331 987-4882

Die Präsenzveranstaltung fällt leider aus.

Der Begriff „Nature Writing“ rekurriert unter anderem auf die angloamerikanische Tradition kontemplativer Naturbeschreibung seit Ralph Waldo Emerson, Henry David Thoreau u.a. Neue Dringlichkeit erfährt das Schreiben über Natur, das in so unterschiedlichen Gattungen wie Reiseberichten, Essays, erzählender Prosa oder Naturlyrik zum Ausdruck kommt, durch das zunehmende Wissen um die Zerstörung der natürlichen Umwelt und das Aussterben der Arten weltweit. Innerhalb der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur hat Nature Writing spätestens mit der erstmaligen Vergabe des Deutschen Preises für Nature Writing im Jahr 2017 einen prominenten Platz erhalten. Doch schon seit längerem erkunden Autor*innen wie Esther Kinsky, Marion Poschmann, Judith Schalansky oder Jan Wagner (um nur einige zu nennen) in „Geländeromanen“, „Geliehenen Landschaften“ oder „Naturkunden“ die Möglichkeit, mittels genauer Beobachtung und ihrer sprachlichen Erfassung Einsichten in die nichtmenschliche Mitwelt zu gewinnen und dadurch ein Bewusstsein für ihren Wert zu schaffen. Dabei können sie in der deutschen Literaturgeschichte auf unterschiedliche „Vorläufer“ wie Annette von Droste-Hülshoff, Johann Wolfgang von Goethe, Alexander von Humboldt oder Adalbert Stifter zurückgreifen.

In diesem Seminar sollen ausgewählte Texte, die dem Nature Writing zugeschrieben werden können, auf ihren Gegenwartsbezug sowie ihre Traditionsabhängigkeit hin befragt werden. Zudem wird ihr Verhältnis zu den Naturwissenschaften und zur Anthropologie einerseits, sowie zu Naturvorstellungen der Romantik andererseits beleuchtet. Vorab zu lesen sind Alexander von Humboldts Reisebericht Ansichten der Natur (1808), Esther Kinskys Roman Hain (2018), Marion Poschmanns Gedichtband Geliehene Landschaften (2016) und Adalbert Stifters Erzählung "Kalkstein" aus seiner Sammlung Bunte Steine (1853) sowie die Vorrede zu derselben. Ein Reader mit weiterer Primär- und ausgewählter Sekundärliteratur wird rechtzeitig verschickt. Alle Teilnehmer*innen sind dazu eingeladen, im Rahmen des Seminars Kurzvorträge zu halten oder Diskussionspapiere zu thematischen Aspekten ihrer Wahl zu verfassen. Mögliche Themen wären Naturkonzepte verschiedener Epochen, Darstellung von Tieren, Pflanzen, Landschaften oder Wetterphänomenen im Nature Writing, Gattungsfragen. Weitere Themenvorschläge sind willkommen und können per Mail vereinbart werden.

Zur Einführung:

Hartmut Böhme: Natürlich/Natur, in: Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bändern, hrsg. v. Karlheinz Barck, Stuttgart 2000, S. 432-498.

Jürgen Goldmann: „Der Mensch ist ein über sich, ein weit um sich schauendes Geschöpf.“ Von Bergbesteigungen und Hochseefahrten, in: ders.: Die Entdeckung der Natur. Etappen einer Erfahrungsgeschichte, Berlin 2013, S. 9-24.

Ludwig Fischer: Natur im Sinn. Naturwahrnehmung und Literatur, Berlin 2019.

Webredaktion | 16.04.2020