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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Philosophie der Sozialwissenschaften

Adressatenkreis: MA Phil: Modul I; Modul III; Modul VII; AT Phil;
Ort: Berlin
Adresse: Regionalzentrum Berlin
Termin: 30.11.2018 bis
02.12.2018
Zeitraum: Freitag, 18.00-20.00 Uhr; Samstag 9.00-18.00 Uhr; Sonntag, 9.00-12.00 Uhr
Leitung: Dr. Gunnar Schumann
Anmeldefrist: 27.11.2018
Anmeldung: über unten stehendes Online-Formular
Auskunft erteilt: E-Mail: Gunnar Schumann

Seminarbeschreibung:

Die Philosophie der Sozialwissenschaften beschäftigt sich mit der Logik, den Methoden und den Grundlagen der Sozialwissenschaften wie Soziologie, Wirtschafts- und Politikwissenschaften. Sozialwissenschaftliche Philosophen beschäftigen sich mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen den Sozial- und den Naturwissenschaften, Kausalzusammenhängen zwischen sozialen Phänomenen, der möglichen Existenz von Sozialgesetzen und der Rolle von Strukturen und menschlichem Handeln. (Unter „Strukturen“ lassen sich Prozesse, Institutionen und Rahmenbedingungen verstehen, die die menschliches Handeln bedingen, bestimmen oder gar eingrenzen, bspw. politische Institutionen, Bräuche und Gewohnheiten, unbewusste Verhaltensweisen, Produktionsverhältnisse; etc.) Die Frage für die Sozialphilosophie ist dann, ob gesellschaftliche Phänomene anhand von Strukturen oder eben den willentlichen Handlungen von individuellen Menschen erklärt werden sollten. Im Seminar wollen wir uns mit der Debatte über diese Streitpunkte, wie sie in der Analytischen Philosophie und bei Theoretikern der Sozialwissenschaften geführt worden ist, beschäftigen. Ausgangspunkt dieser Debatte war die These von Philosophen aus dem Umfeld des Wiener Kreises, dass Erklärungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften im Prinzip auf dieselbe Weise funktionieren, wie die Erklärungen in den Naturwissenschaften. Es wurde behauptet, dass gesellschaftliche Phänomene ebenso wie physikalische Phänomene auf kausale Weise erklärt werden. Es wurde weiter davon ausgegangen, dass eine solche kausale Erklärung allgemeine Gesetze involviert. Jene Philosophen behaupteten also, dass es keinen prinzipiellen Unterschied in den Erklärungsmethoden der Natur- und der Sozialwissenschaften gebe, sondern es ein und dieselbe sei, so dass man sie daher als „Monisten“ bezeichnen kann. Doch erhoben sich gegen diese Position recht bald Einwände, denn in der Regel scheinen bei geschichtswissenschaftlichen Erklärungen von Ereignissen keine Gesetze involviert zu sein. „Pluralisten“ verwiesen daher darauf, dass Erklärungen in den Sozialwissenschaften sich zumindest zu einem Teil prinzipiell von den Kausalerklärungen der Naturwissenschaften unterscheiden und (wie die Erklärungen von Handlungen im Alltag auch) teleologischen oder intentionalen Charakter haben, d.h. auf Zwecke, Ziele und Gründe von (historischen) Akteuren rekurrieren.

Im Seminar wollen wir uns anhand einiger klassischer und aktueller Texte einen Überblick über die Positionen in diesem Debattenfeld verschaffen, ihre jeweiligen Pro- und Contra-Argumente kennen lernen und diese kritisch bewerten. Die Teilnehmer werden gebeten, die Texte selbstständig zu besorgen und zur Vorbereitung zu lesen. (Literatur können Sie prinzipiell über die Fernleihe jeder Universitäts- oder Landesbibliothek beziehen, auch über die UB Hagen. Kopieren Sie sich Texte, wenn sie ihnen zur Anschaffung zu teuer sind.)

Von denjenigen, die eine Hausarbeit verfassen möchten, wird ein Kurzreferat von ca. 15 min Länge erwartet. Themen für Referate können nach Absprache mit Herrn Schumann vergeben werden und entsprechen den Themen der geplanten Hausarbeit. Aus räumlichen Gründen ist die Teilnehmerzahl auf 30 TeilnehmerInnen beschränkt. Die Aufnahme in die Veranstaltung erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen.

Literatur:

Überblick:

  • Harold Kincaid (ed.): The Oxford Handbook of Philosophy of Social Science, Oxford University Press 2017.
  • Kunz, Volker: Rational Choice. Frankfurt/ New York 2004, S. 20-31.

Primärliteratur:

  • Neurath, Otto: „Soziologie im Physikalismus“, in: Erkenntnis (1930-1938), Vol. 2 (1931), S. 393-431.
    • auch enthalten in: Stöltzner, Michael / Uebel, Thomas (Hrsg.): Wiener Kreis. Texte zur wissenschaftlichen Weltauffassung... , Meiner 2009.
  • Winch, Peter: The Idea of a social science and its Relation to Philosophy, Routledge 2008 (1957).
  • Friedman, Milton: “The methodology of positive economics.”, in: ders.: Essays in Positive Economics. Chicago 1953, S. 1-43.
  • Hedström, Peter / Swedberg, Richard: “Social Mechanisms. An introductory essay”, in: Peter Hedström / Richard Swedberg: Social Mechanisms. An analytical Approach to Social Theory, Cambridge 1998, S. 1-31.
  • Roberts, John T.: „There are no laws in the social sciences“, in: Hitchcock, Christopher (ed.): Contemporary Debates in Philosophy of science, Oxford 2004.
  • Kincaid, Harold: „There are laws in the social sciences“, in: Hitchcock, Christopher (ed,): Contemporary Debates in Philosophy of science, Oxford 2004.
  • Rosenberg, Alexander: Philosophy of Social Science, Westview Press 2008, ch. 2.
  • van Bouwel, Jeroen / Weber, Eric: “Explanation in the social Sciences”, in: Jarvie, Ian (ed.): The SAGE Handbook of the Philosophy of the Social Sciences, 2011, S. 632-46.
  • Risjord, Mark: Philosophy of Social Science: A Contemporary Introduction 2014, ch. 5.

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