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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Das Personsein der Dinge, die Sachlichkeit der Personen. Das romantische Gegenkonzept zum abstrakten Sachzwang in der Ökonomie

Adressatenkreis: BA KuWi: Modul P2; Modul P6; MA Phil: Modul II; Modul IX; Modul X; AP Phil;
Ort: Hagen
Adresse: FernUniversität in Hagen
Universitätsstraße 33,
KSW-Seminargebäude, Raum 6, OG
58084 Hagen
Termin: 14.12.2018 bis
16.12.2018
Leitung: Dr. Klaus Honrath

In unserem Seminar soll es unter anderem um eine für unser heutiges Verständnis ungewöhnliche Auffassung des wirtschaftenden Umgangs mit den Dingen gehen. Wir sehen gewöhnlich die Gegenstände des Wirtschaftens – z.B. in der Landwirtschaft oder in der Bergbauindustrie den Boden – als reine Sache an, die wir für unsere willkürlichen Ziele als Mittel mehr oder weniger bedenkenlos verwenden. Zugleich erkennen wir heute immer deutlicher, wie ein ungezügeltes Verfolgen dieser Leitvorstellung zu – auch für uns selbst – lebensbedrohenden Umweltzerstörungen, aber auch gesellschaftlichen Verwerfungen führen kann. Wir wollen auf der einen Seite die Triebkräfte für ein solches rücksichtsloses Wirtschaften philosophisch aufschließen, auf der anderen Seite aber auch Möglichkeiten einer anderen Auffassung des Wirtschaftens aufzeigen, wo mit diesen Gefahren angemessener umgegangen werden kann, ohne auf das Niveau einer Subsistenzwirtschaft zurückzusinken. Die antiken Denker hatten, indem sie vor allem auf die Gefahren einer expandierenden Wirtschaft hinwiesen, noch nicht die Potentiale der Freiheit, die sich auch im Wirtschaften zeigen, im Blick.

Das neuzeitliche Denken, das auch für das Wirtschaften leitend wird, findet in der Cartesischen Trennung von res extensa und res cogitans seinen Ausdruck. Der Begriff des Lebens und seines Vollzuges wird mit dieser Trennung problematisch. Gleichzeitig entfaltet sich mit der idealistischen Tradition ein deutlicherer Begriff vom Leben, der die Erscheinungsformen seines Vollzuges in den Begriff selbst integriert. Der dialektische Lebensbegriff Hegels erreicht hier die größte Transparenz. Das romantische Konzept, um die Cartesische strenge Dualität von denkender Subjektivität und Sachlichkeit aufzuheben, erreicht zwar nicht diese philosophische Tiefe und Schärfe, ist aber auf der anderen Seite doch hilfreich, um ein angemessenes Verhältnis der Dinge für und in unserem Leben einsichtig zu machen. Die einzelnen Themenfelder, die mit Referaten vorbereitet werden, sollen in der Entfaltung ihres Verhältnisses den Gesamtkomplex eines gelingenden Lebens auch im wirtschaftenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen deutlich werden lassen. Die Übernahme eines Referats wird für die Teilnahme am Seminar vorausgesetzt.

Referate

  1. Der Cartesische Dualismus
    (René Descartes: Meditationes de prima philosophia (Meditationen), besonders Meditation II und VI)
  2. Der Begriff des Lebens
    (Aristoteles: De anima, bes. Buch III; G. Bruno: Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen)
  3. Der Begriff der Leiblichkeit
    (Fichte: Die Thatsachen des Bewußtseins (besonders Abschnitt 2); Hegel: Wissenschaft der Logik, Die Lehre vom Begriff, Dritter Abschnitt, Erstes Kapitel)
  4. Die Erscheinungen der Gegenstände als leblose Objekte
    (Kant: Kritik der reinen Vernunft, Transzendentale Elementarlehre)
  5. Das Problem, die Natur nur als Objekt der Theorie aufzufassen
    (Hans Jonas: Das Prinzip Verantwortung)
  6. Die Natur als lebender Organismus oder Ort geometrischer Exaktheit
    (Nicolaus Copernicus. Das neue Weltbild, Felix-Meiner-Verlag, Hamburg 1990; Kant: Kritik der Urteilskraft, Kritik der teleologischen Urteilskraft, besonders § 65; Schelling: Von der Weltseele, Über den Ursprung des allgemeinen Organismus, besonders das 4. Kapitel)
  7. Der Mensch, der die Natur nur sachlich nimmt, macht sich selbst zur Sache
    (La Mettrie: L’homme Machine / Der Mensch eine Maschine, Reclam 2015, Karl Marx: Das Kapital, Bd. 1, Der Fetischcharakter der Ware und sein Geheimnis)
  8. Der Mensch als Teil eines Ganzen – als lebendige Totalität oder als Teil eines Mechanismus
    (Arthur O. Lovejoy: Die große Kette der Wesen. Geschichte eines Gedankens, besonders Vorlesung X und XI, Suhrkamp 1985)
  9. Die Verlebendigung der Sachen in der Romantik
    (Adam Müller: Elemente der Staatskunst, besonders 18. und 25. Vorlesung)


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Jutta Clauda-Hoemberg | 04.07.2019
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