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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Agonalität und Demokratie

Grundlagentexte der Sozialphilosophie

Veranstaltungstyp: Online-Seminar
Adressatenkreis: BA KuWi: Modul P5; MA Phil: Modul VIII;
Ort: online
Termin: 07.05.2019 bis
11.06.2019
Zeitraum: 6 Sitzungen.
Jeweils dienstags:
am 07.05, 21.05 und 04.06: 19.30 bis 21.00 Uhr
alle weiteren Sitzungen: 18.15 bis 19.45 Uhr
Leitung: Dr. Steffen Herrmann
Anmeldefrist: 26.04.19
Anmeldung: Das Seminar ist ausgebucht. Weitere Anmeldungen werden auf die Warteliste gesetzt.
Auskunft erteilt: E-Mail: Steffen Herrmann
Telefon: +49 2331 987-2705
E-Mail: Christoph Düchting
Telefon: +49 2331 987-2791

Die Frage »Wie ist Gesellschaft möglich?« ist traditionell von zwei Positionen aus beantwortet worden: Die erste Position versteht Gesellschaft als Vereinigung von atomisierten Einzelnen, die sich aus pragmatischen Gründen zusammenschließen (Hobbes); die zweite Position begreift Gesellschaft ausgehend von einem substantiellen Ganzen, dem die Individuen je schon angehören (Rousseau). Während die erste Position damit von einer grundsätzlichen Unterschiedenheit und die letzte Position von einer prinzipiellen Einheit der Individuen ausgeht, nimmt das Modell agonaler Vergesellschaftung (Nietzsche) eine dritte Position ein: Es will Gesellschaft ausgehend vom Streben nach Vorzüglichkeit, dem Wille herauszuragen oder dem Bedürfnis, sich mit anderen zu messen verstehen.

Ausgehend von Nietzsche ist es zu Beginn der 2000er Jahre zu einer Wiederbelebung der so genannten agonalen Demokratietheorien gekommen. Diese richten sich sowohl gegen ein liberales als auch gegen ein kommunitaristisches Verständnis von Gemeinschaft und stellen die Frage in den Mittelpunkt, wie Vergemeinschaftung unter der Bedingung der mit der Moderne einhergehenden Pluralität von Lebensentwürfen möglich ist. Dafür entwickeln sie ein Verständnis von Demokratie als Streitzusammenhang, der die Individuen auf verbindliche Weise aufeinander bezieht und so für eine Einheit in der Differenz sorgt. Im Seminar sollen unterschiedliche Entwürfe einer agonalen Demokratietheorie in den Blick genommen werden. Insbesondere werden wir uns dabei Hannah Arendt, Helmut Dubiel, Chantal Mouffe, James Tully, William Connolly und Bonnie Honig zuwenden.


Hintergrundlektüre:

Thorsten Bonacker (Hg.), Sozialwissenschaftliche Konflikttheorien. Eine Einführung, Wiesbaden: VS Verlag 2005.

Marc Wenman, Agonistic Democracy. Constituent Poser in the Era of Globalisation, Cambridge: University Press 2013

Manon Westphal, Die Normativität agonaler Politik. Konfliktregulierung und Institutionengestaltung in der pluralistischen Demokratie, Baden-Baden: Nomos 2018.

Christoph Düchting | 04.07.2019
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Fakultät KSW, Institut für Philosophie, 58084 Hagen