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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Das Wirtschaften im Spannungsfeld von Bedürfnisbefriedigung, freiem Selbstentwurf und Produktivitätssteigerung

Adressatenkreis: BA KuWi: Modul P6; MA Phil: Modul II; Modul X; AP Phil;
Ort: Hagen
Adresse: Regionalzentrum Hagen
Termin: 21.06.2019 bis
23.06.2019
Leitung: Dr. Klaus Honrath

In diesem Seminar geht es um den philosophischen Begriff des Wirtschaftens. Dieser Begriff erschließt sich als ein ursprünglich zum Menschsein gehöriges Tätigsein. Damit ist das Wirtschaften nicht aufgefaßt als eine Art Mittel für das menschliche Leben. Vielmehr ist das Wirtschaften aufzufassen als ein ursprünglicher Selbstvollzug des menschlichen Lebens. Diese Sichtweise soll deutlich gemacht werden durch die Unterschiede, die in dieser freien Tätigkeit gemacht werden können. Das Wirtschaften soll Bedürfnisse decken – seien diese direkt sinnlich materiell zu befriedigen oder auch geistig indirekt durch die Produkte des Wirtschaftens. Im wirtschaftenden Tätigsein zeigt sich aber auch ein freier Selbstentwurf, indem der Mensch hier ein Moment seines freien Selbst zur Anschauung bringt und realisiert. Neben diesen qualitativen Momenten zeigt sich im Begriff von Produktivität des Wirtschaftens eine quantitative Hinsicht auf die Menge der erzeugten Produkte. Wenn heutzutage vor allem das letztere Moment des Wirtschaftens im Vordergrund steht, wollen wir versuchen, die beiden anderen Momente, die für ein qualitativ gelingendes Leben von größter Bedeutung sind, wieder hervorzuheben, ohne damit aber das letztere Moment aus den Augen zu verlieren.

Die Bereitschaft für die Übernahme eines der folgenden Referate wird mit der Anmeldung zum Seminar vorausgesetzt.

Diese Referatsthemen stehen zur Auswahl:

  1. Das menschliche Tätigseins, das Aristoteles in praxis und poiesis unterscheidet, als Voraussetzung und allgemeine Grundlage des Wirtschaftens. (Literatur: Aristoteles: Nikomachische Ethik; derselbe: Politik)
  2. Das Wirtschaften als notwendiges Moment des Selbstvollzugs des menschlichen Lebens. (Literatur: Werner Sombart: Der moderne Kapitalismus Bd. I 1, München 1987; derselbe: Der Bourgeois, Hamburg 1988)
  3. Was sind die notwendigen Bedürfnisse des Lebens und was sind spezifisch menschliche Bedürfnisse? Die Realisierung von Freiheit und Würde als unhintergehbare Aufgabe. (Literatur: Robert Spaemann: Menschenwürde und menschliche Natur, in: derselbe: Schritte über uns hinaus (II), Stuttgart 2011; derselbe: Über den Begriff der Menschenwürde, in: derselbe: Grenzen, Stuttgart 2001)
  4. Die Realisierung individueller Vermögen im wirtschaftenden Tätigsein am Beispiel der Arbeitsteilung. (Literatur: Smith: Wohlstand der Nationen; Simmel: Über soziale Differenzierung (1890), in derselbe: Gesamtausgabe Bd. 2, Karl Marx: Ökonomisch-philosophische Manuskripte (1844), Das Kapitel: Die entfremdete Arbeit)
  5. Die Bedeutung des abstrakt quantitativen Momentes (Wachstum). Die Unterscheidung von Gebrauchswert und Tauschwert. Der Bedeutungsgewinn des abstrakten Wertbegriffs in der italienischen Renaissance. (Literatur: Friedrich-Wilhelm Henning: Deutsche Wirtschafts- und Sozialgeschichte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, Paderborn 1991; Dieter Schneider: Geschichte betriebswirtschaftlicher Theorie, München 1981, Kap. 4: Ökonomik und Buchhaltungslehre)
  6. Die klassische Auffassung der Wirtschaft als Tauschwertwirtschaft als Konsequenz dieser Entdeckung (Literatur: Adam Smith: Wohlstand der Nationen, Kap. 1 – 7; Karl Marx: Das Kapital Bd. 1, 1. Kap. Die Ware)
  7. Die universalistische Auffassung des Wirtschaftens (Literatur: Othmar Spann: Fundament der Volkswirtschaftslehre, Jena 1929 oder Gesamtausgabe Bd. 3))
  8. Autonomie, Autarkie, Markt: Begriffe die auf einander verweisen (Literatur: Aristoteles: a.a.O.; J. G. Fichte: Der geschlossene Handelsstaat, F. A. Hayek: Die Verfassung der Freiheit, Tübingen 2005; Karl Polanyi: The Great Transformation, (dt.), Frankfurt (Main) 1970)

Die Referate sollen uns eine kurze Ein- und Hinführung zur jeweiligen Thematik geben und uns so in die Diskussion helfen. Die Referate (15-20 Min.) sollen ohne technische Hilfsmittel vorgetragen werden. Gerne kann auch abgelesen werden.

Grundsätzlich sei noch hingewiesen auf das Buch von Thomas Sören Hoffmann: Wirtschaftsphilosophie, Wiesbaden 2009



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28.03.2019
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