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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Universalisierbarkeit als Prinzip der Ethik?: Kant, Hare, Habermas, Scanlon, Parfit

Adressatenkreis: BA KuWi: Modul P5; MA Phil: Modul II; Modul VII; Modul IX; Modul X; AP Phil;
Ort: Nürnberg
Termin: 12.07.2019 bis
14.07.2019
Leitung: PD Dr. Markus Rothhaar

Dass eine Handlungsregel genau dann moralisch richtig sei, wenn sie dem Kriterium der Verallgemeinerbarkeit genügt, ist ein Gedanke, der in vielen philosophischen und religiösen Traditionen präsent ist und offensichtlich einer tief verankerten moralischen Intuition entspricht. Er findet sich in so unterschiedlichen Varianten wie der in zahleichen Kulturen überlieferten „Goldenen Regel“ („Was du nicht willst, dass man dir tu‘, das füg auch keinem andern zu.“), dem Kategorischen Imperativ Immanuel Kants, dem Regelutilitarismus oder der Diskursethik von Karl-Otto Apel und Jürgen Habermas. Derek Parfit hat dementsprechend in seinem 2013 bis 2016 erschienenen opus magnum „On What Matters“ die These vertreten, diese und weitere Ansätze einer Ethikbegründung mithilfe des Universalisierbarkeitskriteriums würden alle „denselben Berg auf verschiedenen Routen besteigen.“ Der Gedanke der Universalisierbarkeit scheint mithin einer der grundlegenden Möglichkeiten der Begründung und Ausgestaltung von Normativität überhaupt zu sein.

Im Seminar sollen vor diesem Hintergrund die wichtigsten philosophischen Ansätze einer solchen Ethikbegründung behandelt werden, darunter die kantische Moralphilosophie, die Generalisierungsethik Marcus George Singers, der Regelutilitarismus R.M. Hares, die Habermas’sche Diskursethik und T.M. Scanlons Variante des Kontraktualismus. Dabei sollen zugleich auch Sinn und Grenzen dieser Begründungsstrategie deutlich werden. Das Seminar wird sich in aufeinanderfolgenden Blöcken der Lektüre der genannten Autoren in Textauszügen ihrer wichtigsten Beiträge zum Thema widmen. Ein genauer Seminarplan mit Konkretisierung der zu behandelnden Textauszüge wird zu Beginn des Sommersemesters an die interessierten Studierenden verschickt.

Folgende Referatsthemen stehen unter anderem zur Verfügung, wobei jeweils mehrere Referate pro Werk bzw. Textauszug möglich sind.

1.) T.M. Scanlons Prinzip der „reasonable rejection”. Textgrundlage: Scanlon, Thomas M.: What We Owe to Each Other, Kapitel II.5: The Structure of Contractualism, Cambridge MA. 1998, S. 189 - 247

2.) Der Kategorische Imperativ. Textgrundlage: Kant, Immanuel: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Zweiter Abschnitt (beliebige Ausgabe).

3.) Marcus Singers Ethik der Universalisierung. Textgrundlage: Singer, Marcus George: Verallgemeinerung in der Ethik. Zur Logik moralischen Argumentierens. Frankfurt a.M. 1975, Kapitel IV: Das Argument der Verallgemeinerung, S. 86 - 123

4.) R. M. Hares regelutilitaristische Reformulierung der Goldenen Regel. Textgrundlage: Hare, Richard Mervyn: Moralisches Denken: seine Ebenen, seine Methode, sein Witz. Frankfurt a.M. 1992, S. 166 – 177 und S. 198-209

5.) Universalisierung in der Diskursethik. Textgrundlage: Habermas, Jürgen: Diskursethik. Notizen zu einem Begründungsprogramm. In ders.: Studienausgabe, Bd. 5. Frankfurt a.M. 2009, S. 56-116

6.) Derek Parfits Versuch einer Synthese universalisierungtheoretischer Ansätze. Textgrundlage: Parfit, Derek: On What Matters, Vol. 1-3, Oxford/New York 2013 (Vol.1 und Vol.2), S. 321-419.

7.) Hegels Kritik am Universalisierungsparadigma. Textgrundlage: Hegel, G.W.F.: Über die wissenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts. In ders.: Werke in 20 Bänden, Bd. 2 Jenaer Schriften 1801-1807. Frankfurt a.M. 1986, insbesondere S. 458-469.



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Helge Köttgen | 10.04.2019
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