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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Gehirnforschung und freier Wille

Adressatenkreis: BA KuWi: Modul P1; MA Phil: Modul III; AT Phil
Ort: Berlin
Adresse: Regionalzentrum Berlin
Termin: 26.07.2019 bis
28.07.2019
Zeitraum: Freitag, 26. Juli 2019, 15-21 Uhr,
Samstag, 27. Juli 1019, 10-20 Uhr
Sonntag, 28. Juli 2019, 10-14 Uhr
Leitung: Prof. Dr. Hubertus Busche
Anmeldefrist: 07.05.-04.07.2019
Anmeldung: Die verbindliche Anmeldung ist ab dem 7. Mai möglich.
Auskunft erteilt: E-Mail: Katja Schmidt
Telefon: +49 2331 987-2150
E-Mail: Doris Meyer
Telefon: +49 2331 987-2150

Ziel des Seminars:

Vor allem Hirnforscher, aber auch Kognitionsforscher haben in den letzten Jahrzehnten vehement angebliche Argumente oder sogar Beweise gegen die Möglichkeit menschlicher Willensfreiheit vorgebracht und hieraus weitreichende Konsequenzen für ein „neues Menschenbild“ bis hin zu einer Reform des Strafrechts gezogen. Das Seminar soll zunächst die Begründungen für die Anfechtung der Willensfreiheit, dann auch die kritischen Einwände gegen diese vonseiten der Verteidiger der Willensfreiheit durchleuchten. Die neuro­wissenschaftlichen wie philosophischen Kontroversen sind inzwischen so umfangreich, dass das Seminar sich auf wenige Grundpositionen beschränken muss.

Seminartexte:

Obligatorisch für alle am Seminar Teilnehmenden ist die Lektüre der folgenden Bände:

  • Hirnforschung und Willensfreiheit. Zur Deutung der neuesten Experimente, hg. v. Christian Geyer, Frankfurt a.M. 2004.
  • Philosophie und Neurowissenschaften, hg. v. Dieter Sturma, Frankfurt a.M. 42013.
  • Freiheit – eine Illusion? Naturalismus und Psychiatrie, hg. v. Martin Heinze, Thomas Fuchs u. Friedel M. Reischies, Berlin 2011.

Die einzelnen Referate werden sich zunächst mit folgenden Vertretern und Texten auseinan­der­­setzen:

Wolfgang Prinz:

„Freiheit oder Wissenschaft?“, in: Freiheit des Entscheidens und Handelns, hg. v. M. von Cranach und K. Foppa, Heidelberg 1996, 86-103.

„Der Mensch ist nicht frei. Ein Gespräch“ (2003), in: Hirnforschung und Willensfreiheit. Zur Deutung der neuesten Experimente, hg. v. Christian Geyer, Frankfurt a.M. 2004, 20-26.

„Kritik des freien Willens: Bemerkungen über eine soziale Institution“, in: Psychologische Rundschau 55.4 (2004), 198–206.

Gerhard Roth:

Aus Sicht des Gehirns, 1. Auflage, Frankfurt a.M. 2003, Kap. 10; diese Thesen sind zu vergleichen mit der völlig veränderten Version „Freiheit, die ich meine“, in: Aus Sicht des Gehirns, 4. Auflage, Frank­furt a.M. 2015, 180-205.

„Wir sind determiniert. Die Hirnforschung befreit von Illusionen“ (2003), in: Hirnforschung und Willensfreiheit. Zur Deutung der neuesten Experimente, hg. v. Christian Geyer, Frankfurt a.M. 2004, 218-222.

„Das Problem der Willensfreiheit. Die empirischen Befunde“, in: Information Philosophie 32. 5 (2004), online unter:

„Willensfreiheit und Schuldfähigkeit aus Sicht der Hirnforschung“, in: Das Gehirn und seine Freiheit. Beiträge zur neurowissenschaftlichen Grundlegung der Philosophie, Göttingen 2006, 9-27.

Wolf Singer:

„Das Ende des freien Willens? (2001)“, in: Wolf Singer: Ein neues Menschenbild? Gespräche über Hirnforschung, Frankfurt a.M., 7. Aufl. 2015, 24-34.

„Verschaltungen legen uns fest. Wir sollten aufhören, von Freiheit zu sprechen“ (2004), in: Hirnforschung und Willensfreiheit. Zur Deutung der neuesten Experimente, hg. v. Christian Geyer, Frankfurt a.M. 2004, 30-65.

Das 2004 veröffentlichte „Manifest“ der „elf führenden Neuro­wissen­schaftler über Gegen­wart und Zukunft der Hirnforschung“, online unter: http://www.hoye.de/hirn/lieferung4.pdf und http://www.gehirn-und-geist.de/manifest

Das 2014 veröffentlichte Memorandum „Reflexive Neurowissenschaft“, online unter:

https://www.ulrich-walter-diehl.de/app/download/5842407996/Memorandum%2BReflexive%2BNeurowissenschaft.pdf

Benjamin Libet:

Benjamin Libet et al.: „Time of conscious intention to act in relation to onset of cerebral activity (readiness-potential): the unconscious initiation of a freely voluntary act“, in: Brain 106 (1983), 623-642.

Ders. und Kommentatoren: „Unconscious Cerebral Initiative and the Role of Conscious Will in Voluntary Action“, in: Behavioral and Brain Sciences 8 (1985), 529-566.

Ders.: „Do we have free will?“, in: Journal of Consciousness Studies 6 (1999), Nr. 8-9, 47-57; dt. „Haben wir einen freien Willen?“, in: Hirnforschung und Willensfreiheit. Zur Deutung der neuesten Experimente, hg. v. Christian Geyer, Frankfurt a.M. 2004, 268-289.

Patrick Haggard:

Patrick Haggard u. Manfred Eimer: „On the relation between brain potentials and the awareness of voluntary movements“, in: Experimental Brain Research 126 (1999), 128-133.

Ders. et al.: „Voluntary action and conscious awareness“, in: Nature Neuroscience 5/4 (2002), 382-385. Online unter: http://wexler.free.fr/library/files/haggard%20(2002)%20voluntary%20action%20and%20conscious%20awareness.pdf

John-Dylan Haynes:

John-Dylan Haynes et al.: „Unconscious determinants of free decisions in the human brain“, in: Nature Neuroscience 11 (2008), 543–545.

Ders.: „Brain scanner predicts your future moves“ (Interview), in: New Scientist, 13. April 2008, online unter:

https://www.newscientist.com/article/dn13658-brain-scanner-predicts-your-future-moves/

C. S. Soon, A. H. He, S. Bode, John-Dylan Haynes: „Predicting free choices for abstract intentions“, in: Proceedings of the National Academy of Sciences of the U S A 110 (15), 2013, 6217–6222, online unter: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3625266/

M. Schultze-Kraft, D. Birman, M. Rusconi, C. Allefeld, K. Görgen, S. Dähne, B. Blankertz, J. D. Haynes: „The point of no return in vetoing self-initiated movements“, in: Proceedings of the National Academy of Sciences oft he USA, 113 (4), Januar 2016, 1080–1085, online unter: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4743787/

https://www.charite.de/service/pressemitteilung/artikel/detail/wie_frei_ist_der_wille_wirklich/

Weitere Literatur, die v.a. kritische Einwände enthält, wird im Seminarprogramm bekanntgegeben.

Hausarbeit:

Bedingung für eine im Anschluss zu schreibende Hausarbeit ist die Übernahme eines Kurz­referates im Seminar (max. 20 Minuten), das durch Handout oder Powerpoint unterstützt wird. Das Seminarprogramm mit den Referatsthemen wird direkt mit der Bestä­ti­gung der Anmeldung zugeschickt.

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Tobias Lampe | 11.07.2019
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