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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Fiktionalität

Adressatenkreis: BA KuWi: Modul P4; BA KuWioF: Modul 8; MA Phil: Modul IV; AT Phil; AP Phil;
Ort: Hagen
Adresse: FernUniversität in Hagen,
Universitätsstr. 1/11
Gebäude 3 (IZ (ehem. TGZ))
Raum F 09
Termin: 03.04.2020 bis
04.04.2020
Zeitraum: Freitag, 03.04.2020, ab 17.00 Uhr bis
Samstag, 04.04.2020, 18.00 Uhr
Leitung: apl. Prof. Dr. Bernadette Collenberg-Plotnikov
Anmeldefrist: 06.03.2020
Anmeldung: Anmeldung ab sofort (bitte unter Angabe der Postanschrift, der Matrikelnummer sowie des belegten Studiengangs und Moduls) per e-mail an: bernadette.collenberg@fernuni-hagen.de

Fiktionalität ist eine zentrale Eigenschaft der Literatur, insbesondere des Romans. Aber ebenso im Film, im Theater und anderen Darstellungsformen wird Fiktion relevant. Dementsprechend kann sie etwa aus film- und medienwissenschaftlicher, kunst- und bildwissenschaftlicher oder auch historischer Perspektive thematisiert werden.

Gegenstand des Seminars ist demgegenüber die Fiktionalität als Gegenstand philosophischer Reflexion. Dabei werden anhand von Beiträgen zu einer Philosophie der Literatur drei zentrale Themenfelder der Fiktionalität angesprochen, zu denen jeweils in gegensätzlicher Weise Stellung bezogen wird:

(I) Die Natur der fiktionalen Rede: Was tut ein Autor, wenn er einen fiktionalen Satz artikuliert? Tut er nur so, als ob er etwas behauptet bzw. auf etwas Bezug nimmt? (John R. Searle) Oder handelt es sich hier vielmehr um eine Aufforderung an die Leser und Hörer, so zu tun, als ob sie glaubten, dass der Autor ihnen eine wahre Geschichte erzählen will? (Gregory Currie)

(II) Fiktionen und Emotionen: Wie nehmen wir an fiktiven Ereignissen emotional Anteil? Handelt es sich bei dem, was wir im Umgang mit solchen Ereignissen empfinden, gar nicht wirklich um eine bestimmte Emotion, sondern tun wir nur so, als ob wir diese Emotion hätten? (Kendall L. Walton) Aber inwiefern kann ein mentaler Zustand überhaupt eine solche Form der Verstellung sein, und wird die Theorie des So-Tuns-als-ob den Erlebnissen der Rezipienten wirklich gerecht? (Alex Neill)

(III) Interpretation und Wahrheit: Hat es Sinn, in Bezug auf Interpretationen von fiktionalen Texten den Anspruch auf Wahrheit zu erheben? Kann dieser Anspruch (nur) dann erhoben werden, wenn die Interpretation die Intention des Autors wiedergibt? (Axel Bühler) Oder gibt es gar keine objektive Werk- bzw. Textbedeutung bzw. ist diese Bedeutung abhängig nicht von den Intentionen des Autors, sondern von Konventionen und Kontexten? (George Dickie / W. Kent Wilson)

Die ausgewählten Beiträge gehen zwar von der literarischen Fiktion aus, sie betreffen aber zumindest am Rande auch andere Gattungen bzw. Medien der Fiktionalität. Dabei soll in der Konfrontation der gegensätzlichen Positionen deutlich werden, dass es sich bei der philosophischen Auseinandersetzung mit der Fiktionalität um ein offenes Diskussionsfeld handelt, das auch für nicht-philosophische Fiktionstheorien von Bedeutung ist.


Seminartext: Maria E. Reicher (Hrsg.): Fiktion, Wahrheit, Wirklichkeit. Philosophische Grundlagen der Literaturtheorie. 3Münster 2016 (12007) (KunstPhilosophie. Bd. 8). ISBN-13: 978-3-89785-354-6 – ca. 19,80 EUR

Die Teilnehmenden beschaffen sich bitte vor der Veranstaltung die Seminarlektüre selbst.

Die Teilnehmendenzahl ist auf 30 Personen beschränkt.
Über die Zulassung entscheidet die Reihenfolge der Anmeldungen.

Christoph Düchting | 06.01.2020
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Fakultät KSW, Institut für Philosophie, 58084 Hagen