Präsenzveranstaltung

Thema:
Hauptwerke der Phänomenologie I Maurice Merleau-Ponty: Phänomenologie der Wahrnehmung
Adressatenkreis:
BA KuWi: Modul P3; Modul P5; MA Phil: Modul IV; Modul VI; Modul VIII;
Ort:
Leipzig
Adresse:
Regionalzentrum Leipzig
Termin:
05.06.2020 bis
07.06.2020
Zeitraum:
05.06.2020: 16:00-20:30 Uhr,
06.06.2020: 09:30-18:30 Uhr,
07.06.2020: 09:30-13:00 Uhr.
Leitung:
Dr. Ulrich Dopatka
Anmeldefrist:
22.05.2020
Anmeldung:
Die Veranstaltung ist ausgebucht.

Würde man einen Kanon der wirkmächtigsten Werke der Phänomenologie aufstellen, so gehörte Merleau-Pontys Phänomenologie der Wahrnehmung sicherlich dazu. Die dort entwickelte Philosophie des Leibes hat große Bedeutung für das zeitgenössische Denken, weit über die Phänomenologie hinaus. So hat sie Einfluss auf bestimmte Denkrichtungen der Psychiatrie, der Soziologie, neueren Entwicklungen in den Kognitionswissenschaften usw.

Im Mittelpunkt von Phänomenologie der Wahrnehmung steht der wahrnehmende und handelnde Leib, der in primordialer Weise mit seiner Umwelt verbunden ist und erste Sinnstrukturen entwirft, bevor sich das Subjekt dessen bewusst ist. Der gelebte Leib wird so zum Zentrum der präreflexiven Weltorientierung des Menschen und paradigmatischer Fall von Ambiguität von Sinn und Sinnlichkeit. Diese ursprüngliche Erfahrung gilt es zu beschreiben, „zur reinen Aussprache zu bringen“, wie Merleau-Ponty es ausdrückt. Dazu ist jedoch eine Neuausrichtung der Phänomenologie nötig. Mit der phänomenologischen Beschreibung der primordialen Funktionen des Leibes vollzieht der französische Philosoph einen Schritt zur Entidealiserung der Husserlschen Phänomenologie, indem das weltentbundene und nur auf seine Bewusstseinsakte reduzierte Subjekt wieder in die Welt gestellt wird. Merleau-Ponty will, wie Heidegger, der Welt ihre Dignität wiedergeben, die sich in den Bewusstseinsakten der transzendentalen Phänomenologie zu verlieren droht. Der zur-Welt-seiende Leib eröffnet durch Bewegungen und Wahrnehmungen den Zugang „zum lebendigen Feld der lebendigen Erfahrung, in dem Andere und Dinge uns anfänglich begegnen“ (PdW, 80).

Wir werden in der Präsenzveranstaltung ausgewählte Kapitel des Primärtextes analysieren und diskutieren. Für eine erfolgreiche Durchführung des Seminars ist es deshalb unbedingt erforderlich, dass alle Teilnehmer das Buch einmal komplett durchgearbeitet haben.

Nach erfolgter Anmeldung geht Ihnen ab Mitte März eine Referatsliste zu, ab etwa Mitte Mai folgt der Seminarplan.


Primärliteratur

  • Merleau-Ponty, Maurice (1966): Phänomenologie der Wahrnehmung. Aus dem Französischen übersetzt und eingeführt von Rudolf Boehm. Berlin: Walter de Gruyter.

Sekundärliteratur

Aufgrund des Umfangs der Primärliteratur gebe ich nur zwei Sekundärtexte an. Zur Vertiefung und Schwerpunktbildung (z.B. für die Abfassung einer Hausarbeit) ist die eigene Recherche von Sekundärliteratur jedoch unerlässlich.

  • Romdenh-Romluc, Komaine (2011): Merleau-Ponty and Phenomenology of Perception. London/New York: Routledge (Routledge Philosophy Guidebook)
  • Waldenfels, Bernhard (2000): Das leibliche Selbst. Vorlesungen zur Phänomenologie des Leibes. Frankfurt/M.: Suhrkamp.

Für eine erste Orientierung

Die entsprechenden Kapitel über Merleau-Ponty in:

  • Bedorf, Thomas; Röttgers, Kurt (Hrsg.) (2009): Die französische Philosophie im 20. Jahrhundert. Ein Autorenhandbuch. Wbg.
  • Waldenfels, Bernhard (1987): Phänomenologie in Frankreich. Frankfurt/M.: Suhrkamp.

Online-Anmeldung

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Ich melde mich für: Präsenzveranstaltung Hauptwerke der Phänomenologie I Maurice Merleau-Ponty: Phänomenologie der Wahrnehmung (05.06.2020 bis 07.06.2020 in Leipzig) verbindlich an.

Kontaktinformationen
Frau Herr
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Christoph Düchting | 09.06.2020