Online-Seminar

Thema:
Bildtheorien der Gegenwart
Adressatenkreis:
MA Phil: Modul IV; Modul VI; AP Phil;
Ort:
online
Termin:
02.06.2021 bis
05.08.2021
Zeitraum:
Jeweils ab 18:00 Uhr am:
02.06.2021,
01.07.2021,
08.07.2021,
15.07.2021,
22.07.2021,
29.07.2021,
05.08.2021.
Leitung:
Prof. Dr. Thomas Bedorf
Sarah Kissler, M.A.
Anmeldefrist:
17.05.2021
Auskunft erteilt:
E-Mail: Thomas Bedorf , Telefon: +49 2331 987-2740
E-Mail: Sarah Kissler , Telefon: +49 2331 987-2564
E-Mail: Christoph Düchting , Telefon: +49 2331 987-2791

Verschiedene Disziplinen sehen sich mit Beginn des 20. Jhd. dazu veranlasst, sich nach dem linguistic turn verstärkt dem Bild zuzuwenden. Sie wenden sich beispielsweise der Frage nach der Verortung und Materialität von Bildern zu und versuchen den Leistungen, Handlungs- und Affektkräften von Bildern nachzugehen. Dabei werden Bilder als Objekte der Kultur verstanden, die eine Aneignungsweise von Welt sind und symbolische Funktion haben sowie auf das Sehen verweisende Erkenntnisträger und Form der Kommunikation sind.

Während Vertreter des pictoral turn (W.T.J. Mitchell) Anschluss an die Ikonologie (Erwin Panowsky) suchen und aus medienwissenschaftlicher Perspektive bzw. von den visual studies her die Materialität von Bildern und deren auch alltägliche Präsenz thematisieren, widmet sich der iconic turn (Gottfried Böhm) eher der Funktion von Bildern in Abgrenzung zum Text und fragt nach ihrer spezifischen Differenz. Entscheidenden Anstoß für die historische Bildforschung bzw. bildwissenschaftliche Reflexion gaben und geben dabei immer wieder französische Theorien verschiedener Prägung. Denn einerseits wurden diese bildtheoretischen Bestrebungen maßgeblich durch deren oft anti-okularzentrische Haltung provoziert, und andererseits geht mit deren Repräsentationskritik die Loslösung von der Idee des Bildes als Abbild einher und bahnt so interdisziplinären Bilddenkern den Weg.

Wir wollen uns im Seminar aus philosophischer Warte anhand exemplarischer Texte dieses Debattenfeld in seinen Grundzügen erschließen. Hierbei werden sowohl Positionen der deutschen als auch der französischen Bildtheorie zur Sprache kommen. Darüber hinaus werden wir uns immer wieder auch der zugrundeliegenden Frage „Was ist ein Bild?“ zuwenden.

Anforderungen: Die Teilnahme am Seminar setzt die grundsätzliche Bereitschaft voraus, sich vorbereitend intensiv mit den zu lesenden Texten auseinanderzusetzen. Wir bitten Sie daher vorab zu jedem der Texte zwei Diskussionsfragen bis zum Abend vor der jeweiligen Sitzung einzureichen. Darüber hinaus werden die Sitzungen von Arbeitsgruppen vorbereitet und geleitet. Detailliertere Informationen zum Seminarablauf und zur Einreichung der Fragen erfahren Sie zu gegebener Zeit nach erfolgreicher Anmeldung im Moodle-Kurs sowie in der ersten einführenden Sitzung am 02.06.2021.


Literatur:

Pichler, Wolfram/Ralph Ubl: Bildtheorien zur Einführung. Junius 2018.

Boehm, Gottfried: Was ist ein Bild? Fink 1994.

Alloa, Emmanuel: Bildtheorien als Frankreich. Eine Anthologie. Fink 2011.

Busch, Kathrin/Iris Därmann: Bildtheorien aus Frankreich. Ein Handbuch. Fink 2011.

Christoph Düchting | 21.05.2021