Präsenzveranstaltung (abgesagt)

Thema:
Homo oeconomicus
Adressatenkreis:
BA KuWi: Modul P2; Modul P6; BA PVS: Modul PHIL; MA Phil: Modul II; Modul IX; Modul X; AP Phil;
Ort:
Hagen
Termin:
07.01.2022 bis
09.01.2022
Zeitraum:
Fr., den 07.01, 13 bis 18 Uhr
Sa., den 08.01, 9 bis 18 Uhr
So., den 09.01, 9 bis 13 Uhr
Leitung:
Dr. K. Honrath

Das Seminar kann leider aufgrund der angeordneten Corona-Maßnahmen in der vorgesehenen Form nicht stattfinden.


Das Seminar befaßt sich mit einem wichtigen wirtschaftsphilosophischen Begriff, nämlich dem des homo oeconomicus. Wir wollen uns diesen Begriff verdeutlichen, indem wir einmal seine Grundlage im Begriff des Wirtschaftens überhaupt transparent machen, und indem wir andererseits seinen Ausprägungen in bestimmten Theorien über das Wirtschaften nachgehen. Das Wirtschaften zeigt sich dabei als ein ursprüngliches Moment des menschlichen Lebensvollzuges als Selbstentfaltung. Dabei wird sich zeigen, daß und wie dieser Begriff mit dem Begriff menschlicher Freiheit in Zusammenhang steht und ein Moment ihrer Realisierung ist.

Die Themen des Seminars werden anhand der Referatsliste deutlich. Die Bereitschaft für die Übernahme eines Referates wird für alle Seminarteilnehmer vorausgesetzt.

Die Referate (15 – 20 Min.) sollen die Diskussion der einzelnen Abschnitte vorbereiten durch einen einführenden Vortrag (ohne technische Hilfsmittel, kann aber gerne vorgelesen werden), der die betreffende(n) Position(en) deutlich werden läßt und uns so leichter in das strukturierte Gespräch miteinander führen kann.

Aufgrund der nicht voraussehbaren politischen Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Auftreten des Corona-Virus bleibt es leider möglich, daß die Durchführung eines Präsenzseminares in angemessenem Rahmen nicht erlaubt wird. Ich hoffe, das Seminar muß nicht erneut abgesagt werden.

Referatsliste

Freitag

  1. Philosophischer Begriff der Ökonomie
  2. Klassische Politische Ökonomie (Smith, Marx)

Samstag

  1. Was sind die notwendigen Bedürfnisse des Lebens und was sind spezifisch menschliche Bedürfnisse? Die Realisierung von Freiheit und Würde als unhintergehbare Aufgabe. (Robert Spaemann)
  2. Kritik aus einem Totalitätsbegriff des Menschen (Fichte, Hegel, Müller)
  3. Die universalistische Auffassung des Wirtschaftens (Othmar Spann)
  4. Zeitgenössische Positionen (Homann, Koslowski, Rawls)
  5. Die Bedeutung des abstrakt quantitativen Momentes (Wachstum). Die Unterscheidung von Gebrauchswert und Tauschwert. Der Bedeutungsgewinn des abstrakten Wertbegriffs in der italienischen Renaissance (Friedrich-Wilhelm Henning, Dieter Schneider)

Sonntag

  1. Autonomie, Autarkie, Markt (Aristoteles, J. G. Fichte, F. A. Hayek, Karl Polanyi: The Great Transformation, (dt.), Frankfurt (Main) 19970)

Allgemeine Literaturhinweise:

Viele klassische Texte liegen in verschiedenen Ausgaben bzw. Auflagen vor. Hier wird teilweise nur auf mögliche Ausgaben hingewiesen.

Zu den philosophischen Begriffen ist auf jeden Fall ein Blick zu tun in das Historische Wörterbuch der Philosophie (on-line über die UB).

Übersichtsliteratur:

  • Joachim Starbatty: Klassiker des ökonomischen Denkens, Hamburg 2012
  • Joseph A. Schumpeter: Geschichte der ökonomischen Analyse (Bd. I), Göttingen 1965
  • Thomas Sören Hoffmann: Wirtschaftsphilosophie. Ansätze und Perspektiven von der Antike bis heute, Wiesbaden 2009
  • Karl Pribram: Geschichte des ökonomischen Denkens, Erster Band, Frankfurt 1998
  • Michael Becker, Johannes Schmidt, Reinhard Zintl: Politische Philosophie, 2. Auflage, Paderborn 2009

Die einzelnen Positionen:

  1. Zum philosophischen Begriff der Ökonomie im Spannungsfeld von gelingendem Leben und Güterproduktion: Aristoteles: Politik, übers. von Olof Gigon, Zürich 1971; Aristoteles: Die nikomachische Ethik, gr.-dt., übersetzt von Olof Gigon, Düsseldorf 2007; Karl Pribram: Geschichte des ökonomischen Denkens, Erster Band, Erster Band, Frankfurt am Main 1998; Werner Sombart: Der moderne Kapitalismus (1916), Bd. 1, Erster Halbband, München 1987
  2. Zur Klassischen Ökonomie als Wohlfahrtsökonomie in materieller Hinsicht: Adam Smith: Der Wohlstand der Nationen, dtv (besonders Kapitel 1 – 7); Karl Marx: Das Kapital Bd. 1, MEW Bd. 23 (besonders das erste Kapitel: Die Ware)
  3. Was sind die notwendigen Bedürfnisse des Lebens: Robert Spaemann: Menschenwürde und menschliche Natur, in: derselbe: Schritte über uns hinaus (II), Stuttgart 2011; derselbe: Über den Begriff der Menschenwürde, in: derselbe: Grenzen, Stuttgart 2001)
  4. Kritik an der Einseitigkeit der Klassischen Theorie aus der Position des Totalitätsbegriffs des Menschen: Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Grundlinien der Philosophie des Rechts oder Naturrecht und Staatswissenschaft im Grundrisse, Werke Bd. 7, Suhrkamp; Johann Gottlieb Fichte: Der geschloßne Handelsstaat, Adam Müller: Elemente der Staatskunst (1808/9)
  5. Zur universalistischen Auffassung des Wirtschaftens: Othmar Spann: Fundament der Volkswirtschaftslehre, Jena 1929 oder Gesamtausgabe Bd. 3
  6. Zu den zeitgenössischen Positionen, die eine neue Vermittlung von Ökonomie und Ethik versuchen: John Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit, Suhrkamp; Peter Koslowski: Die Ordnung der Wirtschaft, Tübingen 1994; Karl Homann: Ökonomik, Eine Einführung, 2. Aufl. Tübingen 2005
  7. Zur Bedeutung des abstrakt quantitativen Momentes (Wachstum): Friedrich-Wilhelm Henning: Deutsche Wirtschafts- und Sozialgeschichte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, Paderborn 1991; Dieter Schneider: Geschichte betriebswirtschaftlicher Theorie, München 1981, Kap. 4: Ökonomik und Buchhaltungslehre
  8. Zu Autonomie, Autarkie und Markt: Aristoteles, J. G. Fichte: Der geschlossene Handelsstaat, F. A. Hayek: Die Verfassung der Freiheit, Tübingen 2005; Karl Polanyi: The Great Transformation, (dt.), Frankfurt (Main) 1970)

Hinweis auf weitere Literatur, die über die Vorbereitung zum Seminar hinausführen und zum vertiefenden Studium dienen können:

  • Thomas Hobbes: Vom Bürger, Hamburg 1959
  • John Locke: Zweite Abhandlung über Regierung, Suhrkamp
  • August Oncken: Geschichte der Nationalökonomie, 4. Aufl. Aalen 1971
  • Fritz Berolzheimer: System der Rechts- und Wirtschaftsphilosophie, Fünf Bde. München 1905
  • Immanuel Kant: Die Metaphysik der Sitten, Rechtslehre, AA VI
  • Johann Gottlieb Fichte: Grundlage des Naturrechts nach Principien der Wissenschaftslehre (1796-1797)

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Helge Köttgen | 26.11.2021