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Präsenzveranstaltung

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Thema:

Kants Antwort auf die grundlegende Frage der Moralphilosophie, „woher das moralische Gesetz verbindet?“

Veranstaltungstyp: Online-Seminar
Adressatenkreis: BA KuWi: Modul P2; BA PVS: Modul PHIL; MA Phil: Modul II; Modul IX; Modul X; AP Phil;
Ort: online
Termin: 15.01.2019 bis
26.02.2019
Zeitraum: 18-20 Uhr (dienstags)
Leitung: Dr. Fernando Moledo
Bryan-J. Planhof

Was soll ich tun? Eine Antwort auf diese Frage zu liefern – behauptet Kant 1781 in der Kritik der reinen Vernunft –, macht eine der grundlegendsten Aufgabe der Philosophie aus. Seine radikale Antwort auf diese Frage gibt Kant ein paar Jahre später in der 1785 erschienenen Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Diese Antwort nimmt dort die Form eines kategorischen Imperativs an, der als Ausdruck für das Sittengesetz vorgestellt wird. Warum soll man jedoch das tun, was durch den Imperativ geboten wird? Worauf beruht die gebietende Autorität des Imperativs bzw. des Sittengesetzes? Das Ziel dieses Seminars ist es, sich mit Kants Antwort auf diese grundlegende Frage der Moralphilosophie kritisch auseinanderzusetzen. Dafür werden wir Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten gemeinsam lesen und diskutieren. Anschließend soll kurz auf die weitere Entwicklung der Problematik eingegangen werden, indem wir uns mit der Erörterung der Faktum-Lehre beschäftigen, die Kant 1788 in der Kritik der praktischen Vernunft entwickelt. Die Bereitschaft, ein Referat zu übernehmen, wird vorausgesetzt.


Referatsthemen

1) Moralphilosophie als Metaphysik der Sitten: Warum muss die Moralphilosophie als eine Metaphysik der Sitten aufgefasst werden?

2) Ziel der Grundlegung, dem Ziel entsprechende Aufgaben und Struktur des Werkes.

3) Begriff des guten Willens: Die Ablehnung der teleologischen Begründung der Moral.

4) Der Begriff der Pflicht: Eine erste Formulierung des kategorischen Imperativs.

5) Wille als praktische Vernunft. Der Unterschied zwischen hypothetischen und kategorischen Imperativen.

6) Die Ableitung der Formel des kategorischen Imperativs.

7) Der kategorische Imperativ: Die Formel der Natur.

8) Der kategorische Imperativ: Die Formel des Menschen als Zweck an sich selbst und die Würde des Menschen.

9) Der kategorische Imperativ: Die Formel der Autonomie und das Reich der Zwecke.

10) Kants Begriff der Freiheit: Freiheit als Autonomie.

11) Die Gültigkeit des kategorischen Imperativs: Das Argument der Deduktion.

12) Probleme der Deduktion und Grenzen der praktischen Philosophie.

13) Die Lehre des Faktums in der Kritik der praktischen Vernunft.


Literatur:

  • Kant, Immanuel, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. In: Kant, Immanuel: Gesammelte Schriften Hrsg.: Bd. 1-22 Preussische Akademie der Wissenschaften, Bd. 23 Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin, ab Bd. 24 Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Berlin 1900ff. [=AA] Band 4, 387-463.
  • Kant, Immanuel, „Von der Deduction der Grundsätze der reinen praktischen Vernunft“. Kritik der praktischen Vernunft. In: AA, Band 5, 3-163. Hier: 5, 42 - 50

Sekundärliteratur:

  • Allison, Henry E.: Kant’s Groundwork for the Metaphysics of Morals. A Commentary, Oxford, Oxford University Press, 2011.
  • Beck, Lewis White: „Das Faktum der Vernunft: Zur Rechtfertigungsproblematik in der Ethik“, Kant-Studien 52 (1960), S. 271–82
  • Klemme, Heiner F., Kants „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“. Ein systematischer Kommentar. Reclam, Stuttgart, 2017
  • Höffe, Ottfried (Hrsg.), Immanuel Kant: Kritik der praktischer Vernunft. Akademie Verlag, 2011
  • Höffe, Otfried (Hrsg.), Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Ein kooperativer Kommentar, Klostermann, Frankfurt am Main, 2010
  • Horn, Christoph, Mieth, Corinna und Scarano: Immanuel Kant. Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Kommentar. Suhrkamp Verlag, 2007
  • Schönecker, Dieter, „Das gefühlte Faktum der Vernunft. Skizze einer Interpretation und Verteidigung”. In: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, 61 (2013) 1, 91–107.
  • Paton, Herbert, J: The categorical Imperative. A Study in Kant´s Moral Philosophy, Hutschinson´s University Library, London, 1946


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Helge Köttgen | 04.07.2019
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