Onlineveranstaltung

Thema:
Wissenschaftstheorie. Über den Fortschritt in den Wissenschaften.
Adressatenkreis:
MA Phil: Modul I; Modul III; Modul VII; AT Phil;
Ort:
online
Termin:
26.11.2021 bis
28.11.2021
Zeitraum:
Freitag, 18.00-20.00 Uhr; Samstag 9.00-18.00 Uhr; Sonntag, 9.00-12.00 Uhr
Leitung:
Dr. Gunnar Schumann
Anmeldefrist:
23.11.2021
Anmeldung:
über unten stehendes Online-Formular.
Auskunft erteilt:
Gunnar Schumann , E-Mail: gunnar.schumann

Die Wissenschaftstheorie ist ein Zweig der Philosophie, der sich mit den Grundlagen, Methoden und Auswirkungen der Wissenschaft befasst. Die zentralen Fragen dieser Disziplin sind, was als Wissenschaft gilt, die Zuverlässigkeit wissenschaftlicher Theorien und der letztendliche Zweck der Wissenschaft. Die Wissenschaftstheorie befasst sich mit metaphysischen, epistemischen und semantischen Aspekten der Wissenschaft und überschneidet sich mit den philosophischen Disziplinen der Sprachphilosophie und der Erkenntnistheorie, bspw. wenn sie sich mit der Beziehung zwischen Wissenschaft und Wahrheit befasst. Im Seminar werden wir uns speziell mit der Dynamik wissenschaftlicher Theorien beschäftigen, d.h. wie sich dieses Fortschreiten in einer Wissenschaft von einer Theorie zur nächsten erläutern und allgemein beschreiben lässt. Dazu werden wir einige modern-klassische Auffassungen erörtern: die von Karl Popper, Thomas Kuhn, Paul Feyerabend und Imre Lakatos. Grob gesagt, gestaltet sich der Fortgang der Wissenschaften bei Popper ziemlich einheitlich und kontinuierlich: Wissenschaftliche Theorien können bestenfalls falsifiziert werden und dann tritt eine neue Theorie an Stelle der alten. Damit wird das Bild eines kontinuierlichen Fortschritts der Wissenschaften gezeichnet. Kuhn, Feyerabend und Lakatos kritisieren Poppers Auffassung und versuchen mit wissenschaftsgeschichtlichen Beispielen zu zeigen, dass in der Praxis Falsifikationen doch nicht so unproblematisch sind, weil die Erfahrung selbst theorienabhängig und fehlbar ist und weil falsifizierte Theorien durch verschiedene Forschungsstrategien gerettet werden können.

Wir werden uns anhand einiger Textpassagen einen Überblick über die Positionen der frühen Debatte verschaffen, ihre jeweiligen Argumente kennen lernen und diese kritisch bewerten. Die Teilnehmer werden gebeten, die Texte selbstständig zu besorgen und zur Vorbereitung zu lesen. (Literatur können Sie prinzipiell über die Fernleihe jeder Universitäts- oder Landesbibliothek beziehen, auch über die UB Hagen. Kopieren Sie sich Texte, wenn sie ihnen zur Anschaffung zu teuer sind.)

Die Teilnehmer werden gebeten, die Texte selbstständig zu besorgen und zur Vorbereitung zu lesen. Für diejenigen, die eine Hausarbeit verfassen möchten, bietet es sich an, ein Referat von ca. 20min Länge zu übernehmen. Themen für Referate können nach Absprache vergeben werden. Referate haben jeweils einen der angegebenen Texte zum Gegenstand und sollten aus einer Wiedergabe der wichtigsten Thesen und Argumente in eigenen Worten bestehen. Verzichten Sie bitte auf Angaben zu Leben und Werk der Autoren. Es geht darum, mit dem Referat die Kommilitonen darüber in Kenntnis zu setzen, was in dem jeweiligen Text steht. Es ist empfehlenswert, dafür eine Powerpoint-Prä­sen­ta­tion vorzubereiten. Für allgemeine Informationen zu HA nehmen Sie auch das Dokument „Hinweise zur HA“ auf der Homepage des Moduls M VII zur Kenntnis. Der Seminarplan ist im Wesentlichen mit der Reihenfolge der unten angeführten Literatur identisch. Das Seminar wird online über Zoom stattfinden, den Link erhalten Sie kurz vor Sitzungsbeginn per email. Am Ende der Veranstaltung wird den Studierenden Gelegenheit gegeben, alle prüfungsbezogenen Fragen mit dem Dozenten zu besprechen.

Literatur:

    • Überblick:
      • Joseph Agassi: Popper and His Popular Critics: Thomas Kuhn, Paul Feyerabend and Imre Lakatos (SpringerBriefs in Philosophy) 2014, chs. 8, 9, 15.
      • Gunnar Andersson: „Karl Popper und seine Kritiker: Kuhn, Feyerabend und Lakatos“, in: Giuseppe Franco (Hrsg.): Handbuch Karl Popper, Springer 2019: 717-732.
    • Primärliteratur (Referatsthemen):
      • Popper, Karl R.: Logik der Forschung. Hrsg. von Herbert Keuth. 11., durchges. u. erg. Auflage. Mohr Siebeck, Tübingen 2005, Kap. I-IV, X.
      • Kuhn, Thomas S.: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, 2., rev. und um das Postskriptum von 1969 erg. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997.
      • Lakatos, Imre. 1970. Falsification and the methodology of scientific research programmes. In: Criticism and the growth of knowledge, Hrsg. Imre Lakatos und Alan Musgrave, London: Cambridge University Press: 91–195. (Hier reicht die Kurzversion von diesem Text von 27 Seiten (gibt es im Netz). Wichtig sind: 91f, 94-125, 127-138, 189-195)
      • Feyerabend, Paul K. 1983. Wider den Methodenzwang. Übers. H. Vetter und P. K. Feyerabend, 2. Aufl. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.

[Eine Spezifikation der zu lesenden Textpassagen wird auf dieser Seite noch bekannt gegeben.]

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Frau Herr
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Tanja Moll | 16.09.2021