Präsenzveranstaltung

Thema:
Vertrauen und Demokratie
Veranstaltungstyp:
Präsenzseminar
Adressatenkreis:

B.A. Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft, Soziologie; insbesondere Studierende der Module B2 und VP1
Ort:
Frankfurt am Main
Adresse:
Regionalzentrum Frankfurt/Main
Termin:
16.11.2018 bis
18.11.2018
Zeitraum:
Freitag, 16.11.2018 (16:00 bis 19:00 Uhr)
Samstag, 17.11.2018 (09:00 bis 18:00 Uhr)
Sonntag, 18.11.2018 (09:00 bis 13:00 Uhr)
Leitung:
Raphael Kruse
Anmeldung:
Das Seminar ist ausgebucht. Daher ist leider keine Anmeldung mehr möglich!
Auskunft erteilt:
E-Mail: Andrea Buczek , Telefon: +49 2331 987-2165

Inhalt

Im Herbst 2017 fragte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in der Umfrage zu „Trust in Professions“ die Deutschen nach ihrem Vertrauen zu verschiedenen Berufsgruppen. Dabei gaben 96 Prozent der Befragten an, Feuerwehrleuten und Sanitätern „voll und ganz“ oder zumindest „überwiegend“ zu vertrauen, womit sich diese Berufsgruppen den Spitzenplatz teilten. Abgeschlagen am ganz unteren Ende des Rankings fanden sich die Politikerinnen und Politiker wieder, denen von nur 14 Prozent der Befragten in ähnlicher Weise Vertrauen entgegengebracht wurde. Dieser Befund geht einher mit einer langen Liste von Kritikbekundungen und teilweise Anfeindungen, denen sich Politikerinnen und Politiker gesellschaftlich ausgesetzt sehen. Da sich die liberalen Demokratien bisher aber recht resistent gegen diese Krisensymptome gezeigt haben, könnte man fragen: So what? Nichtsdestotrotz reagieren Politikwissenschaftlerinnen und Politikwissenschaftler alarmiert auf das seit vielen Jahren sinkende Vertrauen zu politischen Akteuren und politischen Institutionen in Demokratien.

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich das Seminar mit der Frage, was überhaupt unter Vertrauen verstanden und wie Vertrauen zu politischen Objekten im Besonderen – also politisches Vertrauen – charakterisiert werden kann. Dabei wird zwischen Vertrauen zu Akteuren und Institutionenvertrauen unterschieden. Hinterfragt werden soll, warum dem politischen Vertrauen in Demokratien eine besondere Rolle zukommt und es eben nicht egal ist, wenn die Bürgerinnen und Bürger ihren Abgeordneten und den politischen Institutionen nicht mehr vertrauen. Der Relevanz des Vertrauens in Demokratien wird vor allem deshalb Beachtung geschenkt, weil wir es in Demokratien mit einer paradoxen Situation zu tun haben: Während aus politisch-kultureller Perspektive politisches Vertrauen in einem demokratischen politischen System als wichtige Ressource für dieses Herrschaftssystems angesehen wird, zeichnen sich demokratische politische Systeme aus liberal-konstitutionalistischer Sicht durch die Institutionalisierung von Misstrauen zur Prävention von Machtmissbrauch aus. Zur Erklärung der Herausbildung und des Rückgangs des politischen Vertrauens sollen verschiedene theoretische Ansätze präsentiert und diskutiert werden.

Leistungsanforderungen und Hinweise zur Teilnahme

Als zentrale Leistungsanforderung wird Ihre aktive Teilnahme erwartet. Obligatorisch ist die Bearbeitung einer jeweils individuellen Aufgabenstellung in Vorbereitung auf das Seminar, deren Ergebnis im Seminar in Form kurzer Impulsreferate präsentiert wird. Diese Impulse sollen als Diskussionsgrundlage dienen und den thematischen Blöcken Struktur verleihen. Darüber hinaus können Sie im Seminar dazu aufgefordert werden, an Gruppenarbeiten teilzunehmen und kleinere Übungen zu bearbeiten. Nähere Informationen zu den Leistungsanforderungen (vor allem zu den kurzen Impulsreferaten) sowie die Materialien zur Vorbereitung werden in der Moodle-Lernumgebung zum Seminar bereitgestellt.

Seminare zeichnen sich dadurch aus, dass der Lernstoff nicht passiv gehört, sondern durch aktive Diskussion erarbeitet wird. Da dieses Seminar interaktiv angelegt und das Gelingen der Lehrveranstaltung eng an Ihre Mitarbeit geknüpft ist, sollten Sie sich durch die intensive Lektüre der im Seminarplan angegebenen Literatur auf die einzelnen Blöcke vorbereiten (z.B. durch Exzerpte). Die Pflichtliteratur ist für eine mögliche Bearbeitung im Präsenzseminar mitzubringen (z.B. als Ausdruck).

02.05.2019