Seminar

Thema:
Nachhaltigkeits- und Risikomanagement in Supply Chains
Ort:
online
Termin:
12.01.2023 bis
13.01.2023
Seminarleitung:
Prof. Dr. Karsten Kieckhäfer
Anmeldung und Teilnahme-
voraussetzung:
Informationen zu Anmeldefristen und seminarspezifischen Teilnahmevoraussetzungen können Sie dem Heft Studien- und Prüfungsinformationen Nr. 2 entnehmen
Rahmenzeitplan:
30.09.2022Beginn der Einarbeitung in die Software OpenLCA bzw. AIMMS
14.10.2022 Kick-off als Online-Veranstaltung (Teilnahme obligatorisch)
- Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten
- Literaturrecherche
- Themenbekanntgabe (Beginn der Bearbeitungszeit)
28.10.2022Abgabe von Gliederung und Abstracts
09.12.2022Abgabe der Seminararbeit
12.-13.01.2023 Präsentationsphase als Online-Veranstaltung (Teilnahme obligatorisch)
Moodle:
Wichtige Informationen, zusätzliche Materialien und detaillierte Zeitpläne werden im Laufe des Seminars über die Moodle-Lernumgebung bekanntgegeben

Beschreibung

Moderne Supply Chains sind anfällig für Risikoereignisse. Hierzu zählen u.a. die Insolvenz von Zulieferern, der Ausfall von Produktionsstandorten oder Störungen von Logistikrelationen, wie etwa die Blockade des Suez-Kanals. Derartige Risikoereignisse gefährden primär den Abgleich von Angebot und Nachfrage und können große Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Erfolg der beteiligten Akteure haben. Gleichzeitig gewinnt das Thema Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit dem Risikomanagement immer weiter an Bedeutung. So gehören laut dem Global Risks Report 2022 des Weltwirtschaftsforums neben Infektionskrankheiten (Stichwort COVID-19) und einer Erosion des gesellschaftlichen Zusammenhalts insbesondere auch Extremwettereignisse, das Versagen von Klimaschutzmaßnahmen, vom Menschen verursachte Umweltschäden und der Verlust der Artenvielfalt zu den Top-Risiken weltweit. Diese können weitreichende Folgen für die Funktionsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit von Supply Chains haben. Nicht zuletzt durch weltweite politische und gesellschaftliche Bestrebungen zur Etablierung von sozialen und ökologischen Mindeststandards in Supply Chains müssen Unternehmen zudem mit Reputationsverlusten rechnen, wenn zum Beispiel Kinderarbeit, sehr schlechte Arbeitsbedingungen oder auch ein Raubbau an der Natur in der globalen Lieferkette stattfinden.

Unternehmen und Supply Chains sehen sich demnach mit der Herausforderung konfrontiert, ihre Planung diesen veränderten und durch vielfältige Unsicherheiten gekennzeichneten Rahmenbedingungen anzupassen. Dabei stehen sie u. a. vor folgenden Fragestellungen: (1) Wie können Risikoereignisse führzeitig erkannt und hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Supply Chain analysiert werden? (2) Welche Sourcing-Konzepte und Lieferanten sollten gewählt werden, um eine erhöhte Resilienz und Nachhaltigkeit der Supply Chain sicherzustellen? (3) Wie sollen Transporte unter unsicheren Bedingungen möglichst nachhaltig umgesetzt werden? (4) Wie sind Produktionsnetzwerke zu gestalten, um deren Resilienz zu erhöhen und gleichzeitig einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten? (5) Welche Auswirkungen hat die konkrete Ausgestaltung der Supply Chain auf die Umwelt und auf soziale Aspekte, beispielsweise in Bezug auf den Treibhauseffekt oder das Risiko von Kinderarbeit?

Um diese und weitere Fragen zu beantworten, können u. a. Methoden und Modelle der mathematischen Optimierung (Operations Research) und der Nachhaltigkeitsbewertung eingesetzt werden. Optimierungsmodelle sind insbesondere dazu geeignet, eine Entscheidungsunterstützung in strategischen, taktischen und operativen Fragestellungen eines nachhaltigkeits- bzw. risikoorientierten Supply Chain Managements zu bieten, beispielsweise im Zusammenhang mit der Netzwerk- oder Transportplanung. Die Nachhaltigkeitsbewertung kann vor allem im Rahmen der Analyse der ökologischen und sozialen Auswirkungen von Supply Chains Einsatz finden.

Nach der theoretischen Aufarbeitung der genannten Untersuchungsfelder sind entsprechende Ansätze zu formulieren und mit modernen Softwarelösungen zu implementieren. Dies ermöglicht die Untersuchung aktueller Fragestellungen aus Wissenschaft und Praxis.

Das Seminar kann in allen Studiengängen gewählt werden, ist aber vor allem auch für Studierende des Masterstudiengangs Wirtschaftswissenschaft für Ingenieur/-innen und Naturwissenschaftler/-innen geeignet. Das Seminar kann auch als Wahlpflichtseminar belegt werden.