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Lehrgebiet PME präsentiert Forschung zu Intergruppenkontakt auf einem Meeting in Newcastle (Australien)

[27.06.2019]

Gordon Allport formulierte 1954 erstmalig die Hypothese, dass Intergruppenkontakt, also der Kontakt zwischen Angehörigen unterschiedlicher sozialer Gruppen, gegenseitige Vorurteile reduzieren kann (Allport, 1954). Spätestens seit der auf 515 Primärstudien basierenden Metananalyse von Pettigrew und Tropp (2006) gilt der vorurteilsreduzierende Effekt von Kontakt als gesichert.

Dennoch gibt es noch viele offene Fragen in diesem Forschungsbereich. Welche Auswirkungen haben Kontakte, die negative Verläufe annehmen? Wie wirkt sich Kontakt auf benachteiligte Gruppen aus? Unter welchen Bedingungen nehmen Individuen Möglichkeiten zur Aufnahme von Kontakten wahr?

In Newcastle (Australien) trafen sich vom 29. April bis zum 1. Mai ca. 50 Intergruppenkontakt-Forscher*innen, um diese Fragen zu diskutieren. Mit dabei waren vier Mitglieder des Lehrgebiets Psychologische Methodenlehre und Evaluation: Prof. Dr. Oliver Christ, Dr. Mathias Kauff, Sybille Neji und Sarina J. Schäfer. Alle vier präsentierten in ihren Vorträgen Studien zu neuen Bereichen der Intergruppenkontakt-Forschung. Oliver Christ stellte Ergebnisse zu kontextuellen Effekten von positiv und negativ verlaufenden Kontakten zwischen Mitgliedern unterschiedlicher ethnischer Gruppen vor. Mathias Kauff zeigte, dass die Gleichbehandlung von ethnischen Minderheiten durch Institutionen die Kontaktbereitschaft von Mitgliedern der ethnischen Majorität erhöht. Aus Sybille Nejis Studien wurde deutlich, dass Intergruppenkontakt besonders dann effektiv ist, wenn die Mitglieder der kontaktierten Gruppe als eine Einheit wahrgenommen werden. Sarina Schäfer adressierte das Zusammenspiel von positivem und negativem Kontakt und präsentierte die Ergebnisse von Studien, die auf experimentellen Spielen aufbauen.

Durch ihre Anwesenheit bei der Konferenz konnten die Forschenden der Fakultät für Psychologie der FernUniversität bestehende Forschungskooperationen ausbauen und neue Kooperationen aufnehmen. Außerdem wurde deutlich, dass die Forschung aus Hagen einen wichtigen Beitrag zur Beantwortung offener Fragen im Bereich der Intergruppenkontakt-Forschung leistet.

Die vorgestellten Ergebnisse sind eingebettet in einen Forschungsschwerpunkt des Lehrgebiets Psychologische Methodenlehre und Evaluation, der sich auch in diversen im Lehrgebiet laufenden Drittmittelprojekte und Kooperationen, z.B. mit der University of Oxford und der Universiteit Utrecht, niederschlägt.

Fakultät für Psychologie | 27.06.2019