Urteilen und Entscheiden

"Gutes" Urteilen und Entscheiden ist relevant für viele Situationen des Alltags. Das interdisziplinäre Forschungsfeld Urteilen und Entschieden beschäftigt sich mit:

  1. der Entwicklung optimaler Regeln des Urteilens und Entscheidens (normativer Perspektive)
  2.  mit der Beschreibung und Vorhersage der Entscheidungen und Urteile von Personen sowie von systematischen Verzerrungen und Fehlern (deskriptive Perspektive)
  3. mit der Verbesserung des Entscheidungsverhaltens durch geeignete Maßnahmen der Unterstützung des Entscheidens (präskriptive Modelle).

Urteilen bezeichnet den Prozess der Konstruktion von Einschätzungen bezüglich der Welt. Urteile aus den Bereichen Konsumenten und Recht sind beispielsweise: Wie gut ist die Verarbeitungsqualität des neuen VW Golf gegeben die vorliegenden Testberichte? Hat O.J. Simpson seine Frau tatsächlich getötet? Entscheiden beschreibt die Auswahl einer oder mehrerer Optionen unter Berücksichtigung individueller Vorlieben (z.B. Risikopräferenzen: die Bereitschaft mehr oder weniger Risiko einzugehen) und (oft auch) unter Berücksichtigung verschiedener Einschätzungen bezüglich der Welt (siehe Urteile). Beispiele mit direktem Bezug zu den oben beschriebenen Urteilen: Möchten Sie den VW Golf für 20.000 Euro kaufen? Soll O.J. Simpson verurteilt werden?

Das Forschungsfeld Urteilen und Entscheiden umfasst Arbeiten von Psychologen, Ökonomen, Statistikern, Philosophen und Juristen. Entscheidungsforscher sind u.a. organisiert in der European Association for Decision Making (EADM) sowie die Society for Judgment and Decision Making (SJDM). SJDM und der EADM geben gemeinsam die Zeitschrift Judgment and Decision Making heraus (open-access). Prof. Dr. Andreas Glöckner ist Mit-Herausgeber dieser Zeitschrift und gewählter Präsident der EADM.