EiTeL

Einflüsse von sprachlichen Textmerkmalen bei der Messung von Lesekompetenz

Projektleitung:
Herr Dr. Thomas CanzProf. Dr. Kathrin Jonkmann

Die Studienreihe EiTeL untersucht Effekte von sprachlichen Textschwierigkeitsmerkmalen bei der Messung der Lesekompetenz von Lesenden mit fortgeschrittener Leseexpertise.

Die Lesekompetenz fußt auf mehreren Teilfähigkeiten. Auf basaler Ebene sind dabei auch Prozesse der Satzverarbeitung und der Worterkennung beteiligt. Während für Leseanfänger diese basalen Prozesse noch sehr zentral für einen erfolgreichen Lesevorgang sind, werden mit zunehmender Leseexpertise hierarchiehöhere Leseprozesse dominanter. In Konsequenz wird sowohl in Assessmentstudien als auch in weiten Teilen des Unterrichts bei der Wahl von Leseaufgaben und anderem Textmaterial dem sprachlichen Niveau der Texte nur noch eine unwesentliche Rolle zugeschrieben und dieses Kriterium gar nicht oder nur untergeordnet in die Auswahlentscheidung miteinbezogen. Ob dieses Vorgehen jedoch gerechtfertigt ist, ist unklar.

In der Studienreihe EiTeL wird daher untersucht, ob und inwiefern ein Effekt von sprachlichen Textmerkmalen auf die gemessene Lesekompetenz auch bei Lesefortgeschrittenen und Leseexperten vorliegt. Betrachtet werden hierbei zwei sprachliche Domänen:

  • Lexikalisches Niveau der Texte
    (= Worthäufigkeit der im Text enthaltenen Wörter)
  • Syntaktische Komplexität der Texte
    (= Länge und Struktur der im Text enthaltenen Sätze)

sowie drei distinkte Stichproben:

  • Schülerinnen und Schüler am Ende der Sekundarstufe I in Gemeinschafts- und Realschulen
  • Berufsschülerinnen und -schüler
  • Deutsche und österreichische Erwachsene.

Durchgeführt werden die Studien als echte Experimente, in welchen bereits erprobte Leseaufgaben (vorwiegend durch das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, IQB, Berlin) eingesetzt werden, bei welchen das lexikalische Niveau und/oder die syntaktische Komplexität der Texte manipuliert wurden.

Ergänzend wird in der Studienreihe untersucht, ob die potentiellen Unterschiede durch demografische und psychologische Merkmale moderiert werden (Geschlecht, Alter, SES, Leseinteresse, Lesehäufigkeit etc.).