Informationen zur Betreuung von Masterarbeiten

Stand: November 2016

Die Masterarbeit am Lehrgebiet Community Psychology umfasst die eigenständige Bearbeitung einer in der Regel empirisch orientierten Fragestellung sowie die schriftliche Dokumentation dieser Leistung nach den Regeln des Fachs.

Thema der Masterarbeit

Das Thema der Masterarbeit sollte in der Regel einem der am Lehrgebiet vertretenen Forschungs- oder Expertiseschwerpunkten zuzuordnen sein.

Diese sind:

  • Akkulturation
  • Akzeptanz kultureller Diversität
  • Diskriminierung und Empowerment von sozialen Minoritäten
  • (Diskriminierungs)Erfahrungen von mehrfach stigmatisierten Personen
  • Einstellungen gegenüber gleichgeschlechtlicher Ehe
  • Einstellungen gegenüber mehrfach stigmatisierten Personen (Geschlecht, Ethnizität, Religiösität, sexuelle Orientierung, ... )
  • Einstellungen gegenüber Religion und die Rolle von Religion in der Gesellschaft
  • Einstellungen und Vorurteile gegenüber Minderheiten, insbesondere gegenüber muslimischen Minderheiten; Islamophobie
  • Flucht und Integration
  • (In)Direkter Intergruppenkontakt
  • Interkulturelle Kommunikation
  • Intervention und Evaluation im Kontext von Städten und Gemeinden
  • Stereotype und Bedrohungswahrnehmung
  • Theorie-Praxis-Transfer (z.B. im Kontext von Trainings)
  • Werte, Orientierungen und Normverletzungen

Der/die Kandidat/in hat entweder die Möglichkeit, ein vorgegebenes Thema zu bearbeiten oder ein eigenes Thema für die Abschlussarbeit vorzuschlagen. Hier besteht auch die Möglichkeit, eine Fragestellung, die im Rahmen des Projektmoduls (M7) bearbeitet wurde, weiter zu entwickeln und zu vertiefen. Der eigene Themenvorschlag wird anhand eines Exposés auf thematische Passung sowie Umsetzbarkeit geprüft.

Format der Aufgabenstellung

Sie können zwischen drei unterschiedlichen Formaten der Aufgabenstellung wählen. Jedes dieser Formate setzt in gleichem Maße fundiertes (community-)psychologisches Fachwissen und gute Methodenkenntnisse voraus. Allerdings werden durch jedes Format spezifische Schwerpunktsetzungen im Hinblick auf individuelle Interessen oder die Arbeitsmarktorientierungen eröffnet. Sie finden unter den Beschreibungen der Formate mögliche Themen, die von uns für die Bearbeitung ausgeschrieben werden. Individuelle Schwerpunktsetzungen im Rahmen der vorgeschlagenen Themen sind erwünscht.

I. Empirische Arbeit zur Überprüfung von theoretisch abgeleiteten Hypothesen zu einem aktuellen Forschungsthema der Community Psychology
Sie entwickeln theoriegeleitet spezifische Hypothesen zu einem aktuellen Forschungsthema und unterziehen diese Hypothesen einer systematischen empirischen Überprüfung. Die Hypothesenprüfung kann dabei im Kontext
  • selbsterhobener Daten,
  • im Rahmen einer Sekundäranalyse in einem bereits vorliegenden Datensatz, oder
  • im Rahmen einer quantitativen Meta-Analyse erfolgen.

Sämtliche Schritte des methodischen Vorgehens und der statistischen Auswertung werden gemäß den für die Psychologie geltenden wissenschaftlichen Standards dokumentiert. Die Ergebnisse werden kritisch diskutiert und in das Forschungsfeld eingeordnet. Die zentralen Elemente werden in einem wissenschaftlichen Abstract zusammengefasst.

Beispiele für mögliche Themen zu diesem Format:

  • Untersuchung zum Einfluss von positiven und negativen Kontakterfahrungen auf Vorurteile und Stereotype.
  • Untersuchung zum Einfluss der Bezeichnung von Immigrant_innen in den Medien auf Einstellungen und Vorurteile.
  • Untersuchung zur Rolle von Gastfamilien im Kontext von Austauschprogrammen.
  • Untersuchung zur Gestaltung von Ausschreibungen von Diversity-Trainings: Einfluss von Merkmalen der Trainierenden und Merkmalen des Trainings auf die Bewertung eines Trainings.
  • Untersuchung zu nicht-intendierten Nebeneffekten von interkulturellen Trainings.
  • Untersuchung zum Einfluss von verfügbarem Wissen über eine Gruppe auf die Akkulturationseinstellungen.
  • Entwicklung einer Skala zur Erfassung von Mikroaggressionen.
  • Untersuchung der sozialen Anpassung, des Zugehörigkeitsgefühls und der sozialen Identifikation bei Personen mit Migrationshintergrund in der zweiten und dritten Generation anhand der Methode Photovoice.
  • Untersuchung zum Theorie-Praxis-Austausch im Kontext von (psychologischer) Beratung.
  • Untersuchung zum Theorie-Praxis-Austausch im Kontext der Gestaltung von Materialien zur Reduktion von Vorurteilen.

II. Empirische Arbeit zur Realisierung und Evaluation eines community-psychologischen Konzepts in der Praxis

Sie entwickeln auf der Grundlage von bewährten Theorien und empirischen Befunden (z. B. Intergruppenkontakt, Stereotype) ein Konzept für eine soziale Intervention (z.B. ein Trainingsmodul für ein Diversity Training) oder setzen ein bereits vorliegendes community-psychologisches Konzept in die Praxis um. Sie beschreiben das Ziel des Praxiskonzepts, das theoretische Gerüst und die empirische Datenlange, die ihm zugrunde liegen, und wie es praktisch umgesetzt werden kann (z.B. in einer Trainingseinheit). Das Konzept wird in einem angemessen Rahmen praktisch durchgeführt und evaluiert. Die Durchführung und die Ergebnisse der Evaluation sollen kritisch reflektiert werden; Implikationen für die Weiterentwicklung des Konzepts sowie mögliche Implikationen für die Theorie sollen aufgezeigt werden. Die zentralen Elemente werden in einem (Trainings-)Manual oder einem Evaluationsbericht zusammengefasst. Hilfreich für die erfolgreiche Umsetzung dieses Formats sind bereits bestehende Kontakte mit externen Kooperationspartner_innen.

Beispiele für mögliche Themen zu diesem Format:

      • Evaluation eines Diversity Trainings.
      • Evaluation von Beratungsangeboten für Paare.
      • Evaluation einer Maßnahme zur Prävention von (Cyber-)Bullying.

III. Empirische Arbeit zur Bedarfsermittlung und evidenzbasierten Planung einer Interventionsmaßnahme

Diese Form der Arbeit beinhaltet die evidenzbasierte Planung einer Präventions- oder Interventionsmaßnahme im Bereich der Community Psychology. Sie führen anhand eines aktuellen Fallbeispiels eine Bedarfsanalyse durch. Hierbei beziehen Sie Adressatinnen und Adressaten der Maßnahme, relevante Kooperationspartnerinnen und -partner sowie die sozial-kontextuellen, organisationalen und rechtlichen Rahmenbedingungen ein. Die Bedarfsanalyse soll empirisch durchgeführt werden (z. B. Interviews mit relevanten Akteuren, Fragebogenbefragungen in der Nachbarschaft oder Online-Umfragen innerhalb bestimmter Communities). Auf der Grundlage der Bedarfsanalyse werden dann explizite Ziele für eine Präventions- oder Interventionsmaßnahme formuliert. Anschließend wird eine theoretisch fundierte Präventions- oder Interventionsmaßnahme konkret entwickelt, die den aufgezeigten Bedarf adressiert und zur Erreichung der gesetzten Ziele führt. Die Schritte der Implementierung, Realisierung und Evaluierung der Maßnahme werden ausgearbeitet. Die zentralen Elemente werden in einer Projektskizze zusammengefasst

Beispiele für mögliche Themen zu diesem Format:

              • Entwicklung eines partizipativen Theaterprojekts zur Förderung der Intergruppenversöhnung.
      • Zielgruppenorientierte Kommunikation zur Förderung erfolgreicher Implementierung: Wie müssen Informationen zu Maßnahmen / Angeboten gestaltet werden, damit sie von den intendierten Zielgruppen wahrgenommen und positiv bewertet werden?