Forschung

Die Forschungsschwerpunkte des Lehrgebiets Psychologische Methodenlehre und Evaluation liegen im Bereich Intergruppenbeziehungen (insbesondere Intergruppenkontakt), ethnische Vorurteile, Umgang mit Diskriminierung/Stigma, Auswirkung (ethnischer und kultureller) Diversität und Migration. Zudem beschäftigen wir uns mit der Anwendung komplexer statistischer Verfahren (Unterschiedliche Varianten von Strukturgleichungsmodellen, Mehrebenenanalyse, Multiple Impution fehlender Werte) bei umfangreichen Datensätzen.

Aktuelle Drittmittelprojekte

  • Positive-negative asymmetry of intergroup contact: A dynamic approach
    (Oliver Christ, Miles Hewstone, Eva Jaspers; Forschungsförderung im Rahmen der Open Research Area Plus (joint funding scheme von ANR, DFG, ESRC und NWO), 2016-2019 [CH743/5-1])
    Untersucht werden soll die Auswirkung der Wechselwirkung von positivem und negativem Intergruppenkontakt. Hierzu soll der Nettoeffekt eines Mix aus positivem und negativem Kontakt auf der dyadischen Ebene, der Netzwerk- und sozialen Kontextebene beleuchtet werden. Zudem soll untersucht werden, unter welchen Bedingungen und durch welche Prozesse solche Effekte entstehen und welche Konsequenzen die Wechselwirkung aus positiven und negativen Kontakterfahrungen hat.
  • „Die Dunkle Seite nutzenbezogener Wertschätzung von Diversität“
    (Dr. Mathias Kauff; Projekt gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, 2014-2016 [KA4028/2-1]; Link) Mit Hilfe einer Reihe experimenteller Studien wird die Annahme überprüft, dass Personen die Diversität deshalb wertschätzen, weil sie einen Nutzen für Gruppen hat, auf nicht-nützliche Interaktionen in diversen Gruppen mit verstärkten Vorurteilen reagieren.

Weitere laufende Projekte

  • Umgang mit Diskriminierungserfahrungen
    (Anja Munder; Dissertationsprojekt)
    Personen nutzen unterschiedliche Möglichkeiten, mit einer gegen sie gerichteten sozialen Diskriminierung umzugehen. Eine Möglichkeit ist es, die Diskriminierung als solche gegenüber der verursachenden Person anzusprechen und zu kritisieren (Konfrontation). Verschiedene Studien mit Mitgliedern marginalisierter Gruppen sollen untersuchen, welche Faktoren (z.B. Erwartungen, Emotionen, Überzeugungen) zu einer Konfrontation von sozialer Diskriminierung führen.
  • Kontakteffekte bei Minoritäten (status-niedrigen Gruppen)
    (Sybille Neji; Dissertationsprojekt)
    Direkter Kontakt zwischen Mitgliedern verschiedener Gruppen wird als eine Strategie zur Verbesserung von Intergruppenbeziehungen angesehen. Jedoch kann positiver Intergruppenkontakt auch negative Auswirkungen mit sich bringen und zu einer Verminderung der Bestrebungen, bestehende Hierarchien zu verändern und Gruppenungleichheit zu beseitigen, führen. Untersucht werden sollen in verschiedenen Studien die positiven und negativen Effekte von Kontakt v.a. für Mitglieder von Minoritäten (status-niedrigen) Gruppen.
  • Fehlende Werte in komplexen Datenstrukturen
    (Dr. Kristian Kleinke; Habilitationsprojekt)
    Fehlende Werte sind ein allgegenwärtiges Problem in der empirischen sozialwissenschaftlichen Forschung und vor allem dann problematisch, wenn sie nicht völlig zufällig (“missing completely at random”) sind. In diesem Fall können inferenzstatistische Ergebnisse verzerrt sein. Multiple Imputation (MI) ist ein bewährtes Verfahren, diese Verzerrungen in einer Vielzahl von Situationen abfedern zu können. Es werden (robuste) MI-Lösungen für komplexe Datenstrukturen wie Paneldaten entwickelt sowie für Situationen, in denen Verteilungsannahmen der gegenwärtigen MI-Verfahren verletzt sind.

Repräsentative Publikationen