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Studienmöglichkeiten

Weiterbildendes Studium „Grundlagen des Japanischen Rechts“

Profil

Das Studium des japanischen Rechts gehört nicht zu den Standardangeboten an deutschen Universitäten, obwohl gerade die Rechtsordnung Japans für deutsche Juristinnen und Juristen ein interessantes Betätigungsfeld darstellen kann. Dies ist letztlich in seiner Entstehungsgeschichte begründet. Viel zu wenig bekannt ist nach wie vor, dass sich das geltende japanische Recht als Ergebnis eines differenzierten, nach der Meiji-Restauration (1868) begonnenen Rezeptionsprozesses präsentiert, bei dem mit Mitteln der Rechtsvergleichung Tradition und Erkenntnisse des modernen westlichen Rechts zu einem eigenständigen, durch die japanische Sichtweise geprägten System verschmolzen wurden. Das deutsche Recht hatte dabei einen nicht unerheblichen Anteil, trotzdem kann von einer Kopie fremden Rechts in Japan keine Rede sein.

Die Beschäftigung mit dem japanischen Recht ist aber auch aus pragmatischen Gründen sinnvoll: Als nach wie vor zweitstärkste Wirtschaftsmacht der Welt hat Japan zunehmend auch an politischem Gewicht auf dem internationalen Parkett gewonnen. Als Eingangstor zu den asiatischen Märkten, insbesondere auch nach China, bietet Japan einen ganz wesentlichen Vorteil gegenüber allen anderen Ländern in der Region: Als traditionell zuverlässiger Wirtschaftspartner verfügt es über ein stabiles rechtliches, gesellschaftliches und politisches System, das genutzt werden kann, um sich auf dem japanischen und asiatischen Markt zu etablieren. Ganz wesentlicher Pfeiler eines nachhaltig erfolgreichen wirtschaftlichen Erfolgs ist die solide Kenntnis über das Rechtssystem.

Lange Zeit musste die Schwierigkeit der japanischen Sprache als Hauptgrund für die Zurückhaltung einer intensiven Beschäftigung mit dem japanischen Recht herhalten. In der Tat ist die Sprache einer der wichtigsten Schlüssel zum Verständnis einer fremden Kultur. Weite Bereiche einer solchen Kultur lassen sich aber auch in der eigenen Sprache erschließen, wenn die dafür nötigen Informationen mit dem nötigen Sachverstand erarbeitet wurden. Die Abteilung für Japanisches Recht an der FernUniversität in Hagen ist diesen Weg gegangen, um einem möglichst breiten Kreis von Interessenten die Möglichkeit zu bieten, sich mit dem japanischen Recht und der japanischen Rechtskultur auseinanderzusetzen. In Zusammenarbeit mit bekannten japanischen Rechtswissenschaftlern ist ein Konzept entwickelt worden, mit dem fundierte, systematisch geordnete und praktisch verwertbare Kenntnisse im japanischen Recht unabhängig von spezifischen Sprachkenntnissen zu erschließen sind.

Zugangsvoraussetzungen

Am weiterbildenden Studium „Grundlagen des Japanischen Rechts“ kann teilnehmen, wer

  • ein Hochschulstudium (an einer Universität oder einer Fachhochschule) erfolgreich abgeschlossen oder
  • die erforderliche Eignung im Beruf (abgeschlossene Berufsausbildung und Tätigkeit in einem justizaffinen Beruf, bspw. Fachangestellte/r für Arbeitsmarktdienstleistungen, Justizfachangestellte/r, Notarfachanqestellte/r, Patentanwaltsfachanqestellte/r, Rechtsanwaltsfachangestellte/r, Sozialversicherungsfachangestellte/r, Steuerfach­angestellte/r, Verwaltungsfachangestellte/r) erworben hat.

Die erforderliche Eignung im Beruf wird durch die Studienkommission festgestellt, Auskünfte hierzu erhalten Sie unter irb@FernUni-Hagen.de .

Curriculum

Der Studienumfang beträgt insgesamt 900 Arbeitsstunden und wird mit 30 Credit Points nach dem European Credit Transfer System (ECTS) gewichtet. Die Regelstudienzeit des berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiums beträgt zwei Semester Teilzeit bzw. ein Semester Vollzeit. Das Studium umfasst Fernstudienphasen in drei Modulen und eine Präsenzphase im modulübergreifenden Abschlussseminar. In den Modulen werden jeweils 10 Credit Points (CP) erworben, hierin enthalten sind die Credit Points für das modulübergreifende Abschlussseminar. Nach Ableistung Pflichtmodule können zudem ergänzende Wahlmodule belegt und bei erfolgreichem Abschluss kann in das Zeugnis aufgenommen werden. Mit der Absolvierung von Wahlmodulen verlängert sich die Studiendauer entsprechend.

  • Modul 1: Grundlagen und Einführung in das Japanische Verfassungsrecht (10 CP)
  • Modul 2: Japanisches Bürgerliches Recht I (10 CP)
  • Modul 3: Japanisches Bürgerliches Recht II (10 CP)
  • Modulübergreifendes Abschlussseminar

Nach erfolgreichem Abschluss dieser Module und des des Seminars stellen wir den Teilnehmenden ein Universitätszeugnis aus.

Fakultativ:

  • Wahlmodul A: Einführung in das Japanische Handels- und Gesellschaftsrecht (10 CP)
  • Wahlmodul B: Einführung in das Japanische Arbeitsrecht (10 CP)

Didaktisches Konzept

Das weiterbildende Studium wird modularisiert angeboten. Die Modulen sind thematisch und zeitlich in sich abgeschlossen. Dieses Organisationsprinzip ermöglicht es, das Studium überschaubar und verbindlich zu gestalten und dabei auch notwendige Freiräume zur individuellen Gestaltung des Studiums zu eröffnen. Alle Module des Studienganges werden durchgängig angeboten und sind jeweils so zugeschnitten, dass sie innerhalb eines Semesters erfolgreich abgeschlossen werden können. Schaffen Sie es dennoch nicht – aus welchen Gründen auch immer – ein Modul in einem Semester komplett zu bearbeiten, arbeiten Sie einfach im kommenden Semester weiter an diesem Modul.

Die Module werden Ihnen zunächst als Schriftkurse im Internet zum Download zur Verfügung gestellt. Diese Distribution erfolgt über die virtuelle Lehr- und Lernplattform Moodle. Zur Einführung in die jeweilige Thematik erhalten Sie zudem über Moodle Zugriff auf ein Einführungsvideo von Prof. Dr. Marutschke. Zu den entsprechenden Modulen stellen wir Ihnen in der Lernplattform außerdem Foren zur Verfügung, in denen Sie sich mit den Kommilitoninnen und Kommilitonen über die Inhalte des Moduls austauschen können.

In unserer e-Library stellen wir Ihnen weiterführende Links, bspw. zu Gesetzessammlungen, Institutionen und Publikationen zur Verfügung.

Den Abschluss eines jeden Moduls bildet die häusliche Arbeit. Diese wird Ihnen immer im Februar und im August eines Jahres zur Bearbeitung freigeschaltet. Zur Bearbeitung der häuslichen Arbeit steht Ihnen ein Zeitrahmen von sechs Wochen zur Verfügung. Nach Ablauf dieser Zeit senden Sie uns Ihre Bearbeitung per E-Mail zu und erhalten diese auch per E-Mail korrigiert und bewertet zurück.

Am Ende des Studiums, laden wir Sie zu einem abschließenden Seminar nach Hagen oder in eines unserer Regionalzentren ein. Die jeweiligen Seminartermine geben wir in der Lernplattform bekannt. Sie melden sich zu diesem Seminar an und erhalten dann ein Thema von uns zugewiesen. Im Rahmen des Seminars ist dann zunächst eine schriftliche Seminararbeit anzufertigen, über die auf einem Präsenzseminar zu referieren und zu diskutieren ist.

Gebühren

Die Gebühren für das Weiterbildende Studium betragen EUR 1.500,00. In diesen Gebühren enthalten ist der Zugriff auf die drei Pflichtmodule inkl. der Ablegung von Prüfungen sowie die Teilnahmemöglichkeit am Abschlussseminar in einem Zeitraum von insgesamt fünf Semestern. Brauchen Sie für Ihre Studium nach Ablauf der fünf Semester weitere Zeit, werden für jedes weitere Semester ergänzende Gebühren von EURO 150,00 erhoben.

Für Rechtsreferendare ist die Gebühr auf EUR 1.200,00 ermäßigt.

Die Belegung der Wahlmodule löst weitere Gebühren von EUR 500,00 pro Wahlmodul aus.


Wahlmodul „Einführung in das Japanische Recht“ im Studiengang Master of Laws an der FernUniversität Hagen

Verwendung im Studiengang LL.M.

Für Interessierte Studierende des Studiengangs Master of Laws (LL.M.) der FernUniversität Hagen, die einen ersten Einblick in das Japanische Recht gewinnen wollen, das Wahlmodul 55311 – Einführung in das Japanische Recht an. Dieses Modul kann von allen Studierenden des LL.M. Studiengangs als Wahlmodul belegt werden und geht, nach erfolgreichem Bestehen, mit in die Mastergesamtnote ein.

Modulbeschreibung

Das Modul 55311 besteht im Ganzen aus dem Inhalten zum Japanisches Verfassungsrecht zum Japanisches Bürgerliches Recht, und ist in mehrere Teile gegliedert. Die Studierenden erhalten in diesem Modul einen eingehenden Überblick über die Materie der genannten Rechtsgebiete Japans. Kenntnisse der Japanischen Sprache sind nicht notwendig.

Eine ausführliche Modulbeschreibung finden Sie hier: LINK EINFÜGEN

Das Modul endet mit einem Modulabschlussseminar.

Anerkennungsmöglichkeiten

Absolventinnen und Absolventen des entsprechenden Masterwahlmoduls können sich dieses bei Einschreibung in den weiterbildenden Studiengang anerkennen lassen. In der Regel kann dadurch ein Modul des Masterstudiengangs anerkannt werden, was auch eine entsprechende Gebührenreduktion zur Folge hat. Bitte geben Sie bei der Einschreibung in den Weiterbildenden Studiengang den Anerkennungswunsch mit dem Einschreibeantrag an.

12.12.2017
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