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Online-Seminar:

[20./21.11.2020]

Online-Seminar am 20./21.11.2020 zum Thema: "Die Krise erforschen: Gemeinschaft in Zeiten der Corona-Pandemie"


Die Krise erforschen: Gemeinschaft in Zeiten der Corona-Pandemie

Wenn Krise der Normalfall ist, durch welches Altbewährtes einem Prozess des Wandels unterworfen wird (Oevermann 2008), stellt sich die Frage, welche Krise(n) die Corona-Pandemie erzeugt, wie Menschen damit umgehen und was daraus für das Zusammenleben der Menschen untereinander folgt. Im Zentrum des Seminars stehen die sozialen Beziehungen aus dem Bereich der persönlich-privaten Lebenswelt, z.B. Paar-, Familien- und Freundschaftsbeziehungen. Folgende Fragen sollen die soziologische Reflexion anleiten: Wie treten Menschen miteinander in ein Verhältnis, wenn soziale Ordnung zum Erliegen kommt und der Imperativ der Distanzierung zur handlungsleitenden Maxime in der Kommunikation wird? Welche Folgen hat die Beschränkung auf minimale kommunikative Beziehungen für die Wechselseitigkeit der Menschen untereinander? Was folgt daraus für das den Menschen konstitutive Element der Reziprozität? Diskutiert werden diese Fragen auch vor dem Hintergrund der Geschlechterverhältnisse, der Familienordnung und mit Bezug auf elementare Kommunikationsformen wie das Begrüßen, das Abschied-Nehmen und der Dank. Grundlage der Diskussionen sind soziologische Texte und aktuelle Forschungen zur Corona-Pandemie. Zudem haben Sie in dem Seminar die Gelegenheit, an verschiedenen Materialsorten das Interpretieren zu üben (auch an eigenem Material). Unter Anleitung der Seminarleiter*innen können erste Erfahrungen mit dem hermeneutischen Verfahren der Sequenzanalyse gemacht werden.

Hier können Sie sich zu der Veranstaltung anmelden

Oevermann, Ulrich (2008): „Krise und Routine“ als analytisches Paradigma in den Sozialwissenschaften (Abschiedsvorlesung). 28. April 2008. Download unter: https://www.kuwi.europa-uni.de/de/lehrstuhl/vs/polsoz/Lehre-Archiv/lehre-ss08/interviewtechniken/Ulrich-Oevermann_Abschiedsvorlesung_Universitaet-Frankfurt.pdf. (17.07.2020).

Julia Gosert | 23.07.2020