Online-Seminar

Thema:
Die Krise erforschen: Gemeinschaft in Zeiten der Corona-Pandemie
Adressatenkreis:
BA PVS: Modul S3; MA Soz: Modul E2;
Ort:
Adobe Connect
Termin:
20.11.2020 bis
21.11.2020
Leitung:
Prof. Dorett Funcke
Franziska Krüger
Annemaria Köhler
Julia Gosert
Anmeldung:
Eine Anmeldung ist leider nicht mehr möglich
Auskunft erteilt:
E-Mail: Hannah Kuster , Telefon: +49 2331 987-3181

Die Krise erforschen: Gemeinschaft in Zeiten der Corona-Pandemie

Wenn Krise der Normalfall ist, durch welches Altbewährtes einem Prozess des Wandels unterworfen wird (Oevermann 2008), stellt sich die Frage, welche Krise(n) die Corona-Pandemie erzeugt, wie Menschen damit umgehen und was daraus für das Zusammenleben der Menschen untereinander folgt. Im Zentrum des Seminars stehen die sozialen Beziehungen aus dem Bereich der persönlich-privaten Lebenswelt, z.B. Paar-, Familien- und Freundschaftsbeziehungen. Folgende Fragen sollen die soziologische Reflexion anleiten: Wie treten Menschen miteinander in ein Verhältnis, wenn soziale Ordnung zum Erliegen kommt und der Imperativ der Distanzierung zur handlungsleitenden Maxime in der Kommunikation wird? Welche Folgen hat die Beschränkung auf minimale kommunikative Beziehungen für die Wechselseitigkeit der Menschen untereinander? Was folgt daraus für das den Menschen konstitutive Element der Reziprozität? Diskutiert werden diese Fragen auch vor dem Hintergrund der Geschlechterverhältnisse, der Familienordnung und mit Bezug auf elementare Kommunikationsformen wie das Begrüßen, das Abschied-Nehmen und der Dank. Grundlage der Diskussionen sind soziologische Texte und aktuelle Forschungen zur Corona-Pandemie. Zudem haben Sie in dem Seminar die Gelegenheit, an verschiedenen Materialsorten das Interpretieren zu üben (auch an eigenem Material). Unter Anleitung der Seminarleiter*innen können erste Erfahrungen mit dem hermeneutischen Verfahren der Sequenzanalyse gemacht werden.

Online- statt Präsenzseminar

Aufgrund der fortwährenden Coronavirus-Pandemie ist die Durchführung von Präsenzseminaren im Jahr 2020 leider nicht unter adäquaten Bedingungen möglich. Zwar sind Präsenzveranstaltungen grundsätzlich wieder erlaubt, jedoch könnten daran wegen der geltenden Abstandsregeln nur sehr wenige Studierende teilnehmen. Außerdem müssten die Teilnehmer*innen während des Seminars einen Mund-Nase-Schutz tragen. Vor diesem Hintergrund haben wir uns dazu entschieden, das Seminar als Online-Veranstaltung durchzuführen. Nach Ablauf der Anmeldefrist erhalten Sie dazu weitere Informationen per E-Mail.

Inhalte des Online-Seminars

Das Online-Seminar gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Teil des Seminars (Tag 1) führen wir in die Abläufe, Prämissen und Praxis der fallrekonstruktiven Familienforschung ein. Im Rahmen von Gruppenarbeiten erlernen Sie über die Rekonstruktion von unterschiedlichem Datenmaterial die grundlegenden Auswertungstechniken und -prinzipien der fallrekonstruktiv-hermeneutischen Textanalyse. Der zweite Teil des Seminars (Tag 2) setzt sich aus drei Themenblöcken rund um den Schwerpunkt „Gemeinschaft in Zeiten der Corona-Pandemie“ zusammen. Hier geht es um das Phänomen des „social distancing“, die Geschlechterungleichheit am Beispiel der Sorgearbeit und schließlich um Familie zu Corona-Zeiten. Sie haben außerdem die Gelegenheit, eigenes Material zur Auswertung einzubringen sowie Fragen zu den Inhalten des Kurses und den Studienbriefen zu stellen.

Teilnahmevoraussetzung

Voraussetzung für die Ausstellung einer Teilnahmebescheinigung sind die Teilnahme an beiden Veranstaltungstagen und die Ausarbeitung eines Kurzreferats von 10-15 Minuten zu einem Text (als Einzelperson oder Gruppe) beziehungsweise das Einreichen von 4-5 Thesen zur Pflichtlektüre des Seminars. Melden Sie sich bitte spätestens bis zum 23. Oktober bei Julia Gosert (julia.gosert@fernuni-hagen.de) und Franziska Krüger (franziska.krueger@studium.fernuni-hagen.de), um anzugeben, welche Teilnahmeleistung Sie erbringen möchten und im Weiteren alle Einzelheiten zu besprechen, falls Sie beispielsweise eigenes Material einbringen möchten.

Zur Nutzung von Adobe Connect benötigen Sie desweiteren einen PC mit Mikrofon und Kamera sowie eine stabile Internetverbindung.

Das Seminar kann nur durchgeführt werden, wenn sich mindestens 9 Studierende anmelden. Bitte beachten Sie zudem, dass wir aus organisatorischen Gründen die Zahl der Teilnehmenden auf 20 Personen begrenzen müssen.


Oevermann, Ulrich (2008): „Krise und Routine“ als analytisches Paradigma in den Sozialwissenschaften (Abschiedsvorlesung). 28. April 2008. Download unter: https://www.kuwi.europa-uni.de/de/lehrstuhl/vs/polsoz/Lehre-Archiv/lehre-ss08/interviewtechniken/Ulrich-Oevermann_Abschiedsvorlesung_Universitaet-Frankfurt.pdf (17.07.2020).


Redaktion | 13.08.2021