Beschreibung des Sanierungsgebietes Altstadt, 2003

Die Altstadt Gothas wurde 1992 mit einer Fläche von 37 ha als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Dieser Bereich ist im Rahmen der Sanierung in seiner städtebaulich- räumlichen und funktionellen Struktur zu erhalten. Der überwiegende Teil der historischen Altstadt ist geprägt von der Wohnfunktion. Ergänzt wird das funktionelle Gefüge durch gewerbliche Nutzungen vorrangig in den Erdgeschossen. Nur eine geringe Zahl an Quartieren wurden auf Grund der hohen Überbauung und Nutzung als Kerngebiete eingestuft. Durch jahrelangen Leerstand vor allem im östlichen Teil der Altstadt entstanden durch Abbruch der verschlissenen Substanz Brachen, die vorzugsweise als Standorte für innerstädtisches Wohnen entwickelt werden sollen. Entsprechend der geschlossenen Quartierstruktur sind diese Grundstücke für die Bebauung mit mehrgeschossigem Wohnungsbau oder innerstädtischen Reihenhäusern geeignet. Unter Aus-nutzung der derzeit freien Flächen (ca. 14000 m²) wäre der Neubau von ca. 74 Wohnungen möglich. Insgesamt befinden sich in der historischen Altstadt ca.2019 Wohnungen, von denen momentan ca.1592 bewohnt sind.

Die Sanierung in der historischen Altstadt ist bereits weit fortgeschritten. Jedoch gibt es in Bereichen, die unmittelbar an die Altstadt anschließen und mit ihr in Verbindung stehen wie Mohrenberg, Mohrenstraße, Bahnhofsvorplatz, Friedrichstraße noch großen Handlungsbedarf. Um diese Gebiete wurde das Sanierungsgebiet 1999 erweitert, so dass es jetzt eine Fläche von insgesamt 65 ha umfasst.
Das Gebiet Mohrenberg/Mohrenstraße ist durch einen hohen Anteil an Gebäudeleerstand gekennzeichnet. Besonders störend auf das Wohnumfeld wirkt sich der hohe Überbauungsgrad aus. Durch die starke Verkehrsbelastung der Tallage ist dies keine attraktive Wohngegend. Im städtebaulichen Rahmenplan wird der Bereich als Mischgebiet eingestuft. Im Zuge der Umsetzung der Verkehrsplanung ist eine Aufwertung der Grundstücke und der Verkehrstrasse durch intensive Begrünung vorgesehen. Auf Grund des prognostizierten Einwohnerrückganges kann auf Bauflächen in diesem Bereich verzichtet werden.

Städtebaulich räumliche Missstände sind besonders auch in Friedrichstraße und Huttenstraße zu verzeichnen. Nachteilig wirkt sich hier der hohe Verflechtungsgrad der verschiedenen Verkehrssysteme auf die Nutzung der repräsentativen Gebäude aus. Durch Entflechtung und Verlagerung des Verkehrs kann sich die Friedrichstraße wieder zur bevorzugten Wohnlage entwickeln.

In die Erweiterung des Sanierungsgebietes wurden weiterhin die Wohnblöcke nördlich der Gartenstraße einbezogen. Diese stellen im unmittelbaren Randbereich der historischen Altstadt einen massiven städtebaulichen Missstand dar, der im Rahmen der Altstadtsanierung beziehungsweise im Stadtumbau behoben werden soll. Geplant ist ein Rückbau der Wohnblöcke um 6 Geschosse. Der Standort soll als innenstadtnaher Wohnstandort aufgewertet werden und erhalten bleiben.

Quelle: Erläuterungsbericht zum Flächennutzungsplan Gotha, S. 66f